Präapokalypti­sche Kasperliade in Dur: „Ja, bist du denn deppert“

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Foto: Gansch Thomas Gansch: „Musik und der Blödsinn, den wir gern machen“.

Gansch & Breinschmid und ihr „Konzert zum Weltuntergang“.

Am Vorabend von dem Moment, wo angeblich alles aus sein wird, spielten der Trompeter Thomas Gansch – im schrillen, weiß gesprenkelten Anzug, weil’s „eh schon wurscht is“ – und der Kontrabassist Georg Breinschmid im Konzerthaus „ein vorgezogenes Neujahrskonzert“: Zunächst eine Polka schnell, weil „s’ irrsinnig schnell vorbei ist“, also eine Polka in F, die „aber mit C anfangt“.

Neben Stücken wie „Geilomat“ und „Ja bist du denn deppert“ erklingen bei der präapokalyptischen Kasperliade zum Zerkugeln u. a. eine extemporierte „Ode an die Freude“ im 11/4 Takt, also „so wie immer, nur ohne Atmen“, so Gansch, eine kurze kakophone „Zeitton“-Persiflage, ein „würziges Stück aus Mexiko“ mit dem Titel „Sombrero“ – „komponiert in Hernals“. Erheiternd auch munter gereimte G'stanzln, also Spottlieder des Duos „vom Verein der Feinde der Wiener Philharmoniker“ in der Art von: „Die fesche Tini, die steht auf Puccini. – Ihr Hawara leider a.“

Ganschs spontaner Zugang „Jetzt spü ma amoi und dann schau ma ...“ passt auch auf das Vorspiel 3. Akt „Lohengrin“ in der Urfassung von 1849 und einen launigen Ausflug ins Operetten-Genre, „entstanden nach einer Überdosis Serafin“.

Überflüssig zu erwähnen, dass bei allem Schabernack auf höchstem Niveau musiziert wurde. Die Aufnahme des Abends gibt’s demnächst als Live-CD.

(kurier) Erstellt am
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