Kultur
13.05.2017

Portugal gewinnt den 62. Song Contest

Österreichs Vertreter Nathan Trent erreichte Platz 16 der Gesamtwertung.

Portugal hat den 62. Eurovision Song Contest gewonnen. Salvador Sobral holte sich Samstagnacht im International Exhibition Center von Kiew den Titel. Damit ist der Jazzsänger Nachfolger von Vorjahressiegerin Jamala, die in Stockholm mit "1944" triumphiert hatte. Der Erfolg ist der erste Sieg Portugals beim 49. ESC-Antritt.

Österreichs Teilnehmer Nathan Trent kam dank 93 Punkten der Jurywertung auf Platz 16. Beim Publikum landete Österreich hingegen auf dem letzten Platz - mit 0 Punkten. Die internationalen Fachjurys hatten den 25-Jährigen mit seinem Song "Running on Air" hingegen auf Platz 11 von 26 Teilnehmern gesehen.

Die ESC-Geschichte Portugals ist eigentlich lang, ist das südeuropäische Land doch bereits seit 1964 beim Eurovision Song Contest mit von der Partie - mit vier Pausen. Aber erfolgreich war Portugals ESC-Geschichte bis dato nicht. Keinen einzigen Sieg konnte das Land bis zum heurigen Triumph von Salvador Sobral in Kiew auf seinem Konto verbuchen.

Noch nicht einmal in die Top Five hatte es das Land bei seinen 48 Teilnahmen vor der heurigen Ausgabe gebracht. Das beste Ergebnis konnte man bis zum ESC 2017 im Jahr 1996 verzeichnen, als Lucia Moniz einen sechsten Platz mit "O meu coracao nao tem cor" in Oslo errang.

Song Contest 2017: Die Bilder vom Finale:

Song Contest 2017: Die Bilder vom Finale

1/26

#1 Israel: Imri Ziv – "I Feel Alive"; Platz

#2 Polen: Kasia – "Flashlight"; Platz

#3 Weißrussland: Naviband – "Historyja majho zyccia"; Platz

#4 Österreich: Nathan Trent – "Running On Air"; Platz

#5 Armenien: Artsvik – "Fly With Me"; Platz

#6 Niederlande: O'G3NE – "Fly With ME"; Platz

#7 Moldau: SunStroke Projekt – "Hey, Mamma!"; Platz

#8 Ungarn: Joci Papai – "Origo"; Platz

#9 Italien: Francesco Gabbani – "Occidentail's Karma"; Platz

#10 Dänemark: Anja Nissen – "Where I Am"; Platz

#11 Portugal: Salvador Sobral – "Amor pelos dois"; Platz

#12 Aserbaidschan: Dihaj – "Skeletons"; Platz

#13 Kroatien: Jacques Houdek – "My Friend"; Platz

#14 Australien: Isaiah – "Don't Come Easy"; Platz

#15 Griechenland: Demy – "This Is Love"; Platz

#16 Spanien: Manel Navarro – "Do It for Your Lover"; Platz

#17 Norwegen: Jowst – "Grab The Moment"; Platz

#18 Großbritannien: Lucie Jones – "Never Give Up On You"; Platz

#19 Zypern: Hovig Demirjian – "Gravity"; Platz

#20 Rumänien: Ilinca feat. Alex Florea – "Yodel It!"; Platz

#21 Deutschland: Levina – "Perfect Life"; Platz

#22 Ukraine: O.Torwald – "Time"; Platz

#23 Belgien: Blanche – "City Light"; Platz

#24 Schweden: Robin Bengtsson – "I Can't Go On"; Platz

#25 Bulgarien: Kristian Kostow – "Beautiful Mess"; Platz

#26 Frankreich: Alma – "Requiem"; Platz

Gefühl statt Show

Es war bereits eine kleine Überraschung, als sich der 27-jährige Salvador Sobral im März beim portugiesischen Vorentscheid für den 62. Eurovision Song Contest qualifizierte. Seine fadoangehauchte Ballade "Amor pelos dois" (Liebe für zwei) überzeugte durch Gefühl und Stimmung, nicht durch Bombast und Show.

Dieses Konzept verfolgte der am 28. Dezember 1989 geborene Spross einer Adelsfamilie dann auch in Kiew konsequent. Ein Mikrofon, in das Sobral mit meist geschlossenen Augen und immer wieder ungewohnt zuckenden Kopfbewegungen sang - mehr bedurfte es nicht für den ESC-Sieg.

Geschrieben wurde das in Portugiesisch gehaltene Stück von Sobrals Schwester Luisa, die den Sänger, um dessen Gesundheitszustand im Vorfeld zahlreiche Gerüchte kursierten, zu Beginn der Proben auch in Kiew vertrat. Er selbst nennt als Vorbild Jazzlegende Chet Baker und trat während der Vorbereitung unter anderem in einer Jazzbar als Überraschungsgast auf.

Dabei stand zu Beginn der Musikkarriere des ungewöhnlichen Musikers die mittlerweile übliche Castingshow, in seinem Fall "Idols", bei der er 2009 den siebenten Platz belegte. Unüblicher war da schon das folgende Psychologiestudium, das Sobral aber mittlerweile zugunsten des Musikerlebens aufgegeben hat. Nach einem längeren USA-Aufenthalt folgte das Jazzstudium in Barcelona - und im Vorjahr das Debütalbum "Excuse Me", wofür Sobral mit dem venezolanischen Komponisten Leonardo Aldrey kooperierte.

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