Erstaunlich: Renée Fleming (links) und Hanna-Elisabeth Müller

© APA/Neumayr/MMV

Die Salzburger "Arabella" passt ...
04/13/2014

Die Salzburger "Arabella" passt ...

... schon, überzeugt aber nicht völlig. Fantastische Orchesterleistung und eine Überraschung.

von Georg Leyrer

Bei manchen Erwartungen ist man überaus froh, wenn sie sich erfüllen. Die Erwartung eines exemplarischen Strauss-Klanges auf allerhöchstem Niveau etwa, die man in Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle Dresden gesetzt hat. Die wurde bei der "Arabella"-Premiere bei den Salzburger Osterfestspielen eingelöst – und wie: Ein von der ersten Sekunde an umwerfender Orchesterklang, herausragende instrumentale Einzelleistungen und, so weit möglich , außergewöhnliche Sängerfreundlichkeit: Das wird als Maßstab im Ohr bleiben.

Aber es hat auch sein Gutes, wenn sich bestimmte Erwartungen nicht erfüllen. Etwa, dass entweder Renée Fleming als Arabella oder Thomas Hampson als Mandryka für das allerhöchste Sängerglück des Abends sorgen würden. Dem war nicht so: Obwohl die beiden Stars durchaus glänzten, wurde Hanna-Elisabeth Müller als intensive Zdenka zum eigentlichen Highlight des Abends. Müller hatte jenes fast existenzielle Drängen in der Stimme, jene Nuance, die über die Erwartungen hinausging. Und wurde, zu Recht, im an sich starken Sängerensemble (intensiv auch Daniel Behle als Matteo) am meisten bejubelt.

Bei manchen Erwartungen ist es letztlich aber schade, wenn sie sich nicht erfüllen – und davon hat die "Arabella" auch einige zu bieten. Regisseurin Florentine Klepper und ihr Team haben die Handlung ins Wiener Fin de siècle verlegt, in jene Zeit von Freud, Schnitzler und Zweig also, als die inneren Seelenstürme plötzlich als das Allerwichtigste und Interessanteste erschienen. Da spießt es sich dann recht ordentlich, dass die Regie zwar auf schöne Schauspielleistungen setzt, sich aber kaum in die Analyse der vertrackten Emotionen des Hofmannsthal-Librettos vorwagt. Die Sänger fühlen intensiv und ausdrucksstark vor sich hin; wie aber etwa Zdenka nicht schon viel früher an ihrer Umerziehung zum Buben zerbrechen konnte, dessen wird sich nicht angenommen.

Szenenfotos der Oper

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE 2014: FOTOPROBE ARABELL

Kammerspiel

Die elegantesten Lösungen finden sich im ersten Aufzug: Das Bühnenbild schiebt sich nach rechts und links und legt in fast filmischer Manier den Fokus auf einzelne Zimmer, in denen sich die Handlung warmläuft. So entsteht im Großen Festspielhaus ein kleines Kammerspiel. Doch nach und nach geht der Produktion die Luft aus; der Fiakerball schrammt mit Maskenmännern, einer nackten Marionette und einem Tanzbären am Jahrhundertwende-Klischeebild vom inneren Seelenleben entlang. Und im großen Handlungsstrangzusammenknüpfen müssen die Sänger alle Emotion, Interpretation und Eskalation alleine schultern. Ein statisches Finale einer Produktion, die insgesamt nicht ganz dem neugewonnen Festspielglanz entspricht.

KURIER-Wertung:

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