ORF sucht offiziell nach Direktoren

Die Direktoren-Jobs werden ab Freitag (12. August) offiziell ausgeschrieben.
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Der ORF sucht ab Freitag (12. August) offiziell nach Direktoren. Inoffiziell sind einige Posten schon so gut wie vergeben. Pelinka wird nicht Kommunikationschef.

Die offizielle Suche nach den neuen ORF-Direktoren startet am Freitag mit der Ausschreibung der Posten in der "Wiener Zeitung" sowie den "Salzburger Nachrichten". Wie ORF-Stiftungsratsvorsitzende Brigitte Kulovits-Rupp am Donnerstag der APA sagte, wird die Bewerbungsfrist für die neun Landes- und die vier Fachbereichsdirektoren von 12. August bis 9. September laufen. Die Bestellung findet am 15. September im Rahmen der nächsten Stiftungsratssitzung im ORF-Zentrum statt.

So gut wie vergeben

Inoffiziell sind einige Posten schon so gut wie vergeben. Kaufmännischer Direktor bleibt auf Wunsch von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz weiterhin Richard Grasl, die Leitung über die Radiodirektion behält Karl Amon. Favorit für die Technische Direktion ist nach wie vor der rote Zentralbetriebsrat Michael Götzhaber, bewerben könnte sich aber auch Harald Kräuter, der die Technische Direktion derzeit gleich wie Götzhaber operativ leitet. Für die TV-Direktion, die mit einer Frau besetzt werden soll, sind derzeit vor allem die Namen Kathrin Zechner und Verena Kulenkampff im Gespräch. Es wird aber auch mit Interessenten aus dem eigenen Haus gerechnet, so könnte sich etwa Fernsehfilmchef Heinrich Mis bewerben.

Dass es an der Spitze des ÖVP-"Freundeskreises" im Stiftungsrat zu Personalrochaden kommt, wie am Donnerstag medial kolportiert, bezeichnet der betroffene Franz Medwenitsch als "substanzlos". Zu einem Wechsel könnte es vielmehr demnächst beim SPÖ-"Freundeskreis" kommen, wenn Niko Pelinka auf Wunsch der SPÖ-Spitzen tatsächlich in den ORF wechselt, um dort die Hauptabteilung Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen. Die Hauptabteilungen Marketing und Kommunikation wurden unter Pius Strobl zu einem "Superressort" zusammengelegt und könnten nun wieder getrennt werden. Martin Biedermann dürfte sich in diesem Fall um die Marketing-Agenden kümmern, während Pelinka die Kommunikation übernehmen soll, war zuletzt zu hören. Pelinka selbst sagte dazu am Donnerstag, er habe "vor Monaten aufgehört, diese haltlosen Gerüchte zu kommentieren und dabei bleibe ich auch".

Niko Pelinka als ORF-Kommunikationschef schließt Wrabetz aus

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz schließt ein Engagement von SPÖ-Stiftungsrat Niko Pelinka als ORF-Kommunikationschef aus. "Gerüchte", dass Martin Biedermann die ORF-Kommunikationsabteilung verlieren könnte, wies Wrabetz am Donnerstag gegenüber der APA als "völlig haltlos" zurück. Entsprechende kolportierte Pläne "entbehren jeder Grundlage", Biedermann leiste hervorragende Arbeit, es gebe daher keinerlei Anlass, hier Änderungen vorzunehmen, sagte der ORF-Chef.

In den vergangenen Tagen Wochen war wiederholt von einem möglichen Wechsel Pelinkas in den ORF zu hören. Zuerst hieß es, der Leiter des SPÖ-"Freundeskreis" im ORF-Stiftungsrat könnte auf Wunsch der SPÖ-Spitze ORF-Generalsekretär werden, zuletzt war von einer möglichen Übernahme der Öffentlichkeitsarbeit die Rede. Wrabetz erklärte in der Vergangenheit auf diesbezügliche Anfragen, dass Pelinka einen Wechsel in den ORF "für sich ausgeschlossen" hat, weshalb "dem nichts hinzuzufügen ist".

Pelinka selbst sagte am Donnerstag auf APA-Anfrage, er habe schon "vor Monaten aufgehört, diese haltlosen Gerüchte zu kommentieren und dabei bleibe ich auch". Der SPÖ-Stiftungsrat und frühere Minister-Pressesprecher arbeitet derzeit in der "Public Affairs"-Abteilung der ÖBB. Im ORF-Stiftungsrat dirigierte er in den vergangenen Monaten die Unterstützung für die Wiederwahl von Wrabetz, zuletzt sorgte Pelinka mit Zitaten, die Absprachen zwischen Wrabetz und Pelinka bei der Erstellung der Einladungsliste von "Im Zentrum" nahegelegt hatten, und der Hinweis auf "häufige" Telefonate mit dem ORF-Chef für Kritik und Aufsehen.

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(apa / mich) Erstellt am
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