Kultur 05.12.2011

ORF III: Wrabetz sieht "Meilenstein"

Obwohl Senderchef Schöber das Programm "nicht unbedingt mehrheitsfähig" sieht, ist es für Wrabetz ein "Meilenstein".

Die Sendelizenz fehlt zwar noch, aber das Programm des neuen ORF-Spartenkanals für Information und Kultur ist bereits fix fertig: Am Montagabend wurden im Radiokulturhaus die inhaltlichen Säulen von ORF III vorgestellt, wie der Sender heißen soll. Jeder Tag steht dabei unter einem bestimmten Thema, wie Programmchef Peter Schöber erläuterte. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sprach von einem "Meilenstein", schließlich habe man zuletzt im Jahr 1970 mit ORF 2 ein neues Vollprogramm gestartet.

Dass wegen Einsprüchen der Bundewettbewerbsbehörde - und in Folge des ORF - gegen den Bescheid der Medienbehörde KommAustria weiterhin nicht gesendet werden darf, quittierte Wrabetz mit einem Seitenhieb auf die Wettbewerbsbehörde und verwies darauf, dass der Gesetzgeber den Kanal vorschreibe. Auf der einen Seite würden sich die fünf Parlamentsparteien und in Folge "die Republik" für ORF III stark machen, "auf der anderen Seite gibt es eine Bundeswettbewerbsbehörde, die mit ihrem Einspruch den Start schwieriger macht, als notwendig wäre". Wrabetz pochte weiters darauf, dass auch Film eine wichtige Rolle spielen müsse, wenn auch nicht in Form von Hollywood-Blockbustern, sondern etwa bei der Ausstrahlung österreichischer Werke.

Jeder Tag ein Thementag

Jeder Sendetag von ORF III soll nach den Vorstellungen der Macher ein bestimmtes Label tragen; Montag ist Dokutag, Dienstag steht im Zeichen von Kunst und Kultur, Mittwoch widmet sich verstärkt Themen aus Religion und Wissenschaft, der Donnerstag beschäftigt sich mit Europa und der Freitag ist Österreich-Tag (beispielsweise mit heimischen Filmen). Der Samstag dreht sich um Zeitgeschichte und der Sonntag wird mit Oper, Theater und Konzert abgerundet.

Das Programm werde "nicht unbedingt mehrheitsfähig sein", sagte Schöber, der"viel Freiheit und Experimentierfreude" in Aussicht stellte. Die thematischen Säulen zielen laut dem Senderchef "insbesondere darauf ab, eine Bühne für Österreich als Kunst- und Kulturnation zu bieten."

Zusätzliche TV-Informationen wird ORF III über die Vollübertragungen der Sitzungen von Nationalrat und Bundesrat bringen. Außerdem gibt es einen Europa-Schwerpunkt mit der Talksendung "Inside Brüssel", die Brüssel-Korrespondent Raimund Löw allwöchentlich leiten wird.

Über die Auflagen für den Sendestart muss zunächst noch der Bundeskommunikationssenat (BKS) entscheiden, der über die Einsprüche von BWB und ORF zu befinden hat. Im ORF peilt man derzeit einen Sendestart im Oktober an.

( APA ) Erstellt am 05.12.2011