Kultur 07.05.2018

ORF-Channelmanager: Das wird die neue Führungsebene

© Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

ORFeins und ORF2 bekommen ihr eigenes Management. Am Dienstag starten die Hearings - im Lichte politischer Abmachungen.

Es gibt sie also wirklich . ORFeins und ORF2 bekommen eigene Channelmanager und jeweils eine eigene (und neue) journalistische Führung. Morgen Dienstag, stellen sich die Kandidaten für das Channelmanagements den Hearings, am Mittwoch folgt das gleiche Prozedere für die künftigen Chefredakteure.

Die Bewerbungsrunde mit jeweils fünf Beisitzern hat allerdings reinen Formalcharakter, denn die Fixstarter für die Jobs stehen schon lange fest: Lisa Totzauer, derzeit Infochefin von ORFeins, verantwortet künftig den ganzen Kanal, Alexander Hofer, der derzeit die „Seitenblicke“ leitet, übernimmt ORF2. Beide Funktionen wurden neu geschaffen und nach einer langen Hängepartie, die Generaldirektor Alexander Wrabetz zuzuschreiben ist, werden sie nun tatsächlich zeitnah besetzt werden. Zieldatum ist der 16. Mai, ein Tag vor der konstituierenden Sitzung des neuen Stiftungsrates, mit der auch im obersten ORF-Gremium endgültig neue politische Realitäten Einzug halten. Türkis-Blau hat künftig auch den ORF im Griff.

Als blau verkauft

Die FPÖ, die traditionell wenige weltanschauliche Partner im Journalismus findet, sucht jedoch mit der Lupe nach tauglichen Kandidaten, die man intern als „blaue“ Besetzung verkaufen kann. Im Falle von Matthias Schrom hat man zumindest einen Mann gefunden, der sich gegen die Zuschreibung, einen Job auf Wunsch der FPÖ zu bekommen, nicht offensiv wehrt. Er übernimmt die heikelste Führungsaufgabe: Als neuer ORF2-Chefredakteur wird er Fritz Dittlbacher beerben und sich bemühen müssen, die Wünsche und Anweisungen der Tagespolitik an sich abprallen zu lassen oder geschickt zu kanalisieren. Was schwierig wird: Die Personalhoheit in dem Bereich hat weiterhin der Generaldirektor – Chefredakteur hin oder her.

ORFeins soll Wolfgang Geier übernehmen. Er ist stellvertretender Leiter der Innenpolitikredaktion in der „Zeit im Bild“.

Konkurrenz im Haus

Andere Kandidaten sind ebenfalls ins Rennen gegangen: Patricia Pawlicki („Hohes Haus“) etwa ist die einzige Frau unter den Bewerbern für die ORF2-Chefredaktion. Auch Christoph Varga kandidiert. Fürs Channel Management würde sich auch Stefan Ströbitzer interessieren, ebenfalls ein erfahrener ORF-Manager, der derzeit in der Programmdirektion arbeitet. Für sie alle gilt: Die Politik will leider andere.

( kurier.at , pwi ) Erstellt am 07.05.2018