Der Musiker und Kinderbuchautor Oliver Steger hat sein Romandebüt veröffentlicht.

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Romandebüt
06/01/2016

Oliver Steger mit "Jazz und Frieden"

Der Musiker Oliver Steger erzählt in seinem Romandebüt seine persönliche Geschichte.

von Marco Weise

Der Musiker Oliver Steger zupfte in den Nullerjahren erfolgreich bei der Wiener Jazz-Combo Cafe Drechsler den Kontrabass. Seit einiger Zeit unterrichtet er am Vienna Music Institut, komponiert, spielt in Bands wie S.O.D.A. und hat bereits Kinderbücher mit Schwerpunkt Jazz veröffentlicht.

Nun legt er mit "Jazz und Frieden" (Wortreich) sein Romandebüt vor. Darin geht es um den Musiker Max, den man durch die kleinen oder großen Schwierigkeiten des Lebens begleitet. Unterhaltsam schreibt sich Oliver Steger darin die Seele vom Leib.

KURIER: Wie einfach ist Ihnen der Roman von der Hand gegangen?
Oliver Steger:
Sich jeden Tag bewusst hinsetzen und eineinhalb Stunden schreiben, war eine große Herausforderung, die aber auch sehr viel Spaß gemacht hat. Denn endlich konnte ich schreiben, was mir auf der Seele lag und Humor in die Geschichte bringen. Bei Kinderbüchern muss man textlich einige Abstriche machen. Jetzt möchte ich diesen Roman auch noch vertonen.

Haben Sie die Musik beim Schreiben bereits im Ohr?
Ja, ich habe schon sehr viel während des Schreibens komponiert, mir Notizen dazu gemacht. Was noch fehlt, sind die Arrangements.

Wie kam es zum Titel "Jazz und Frieden"?
Ursprünglich wollte ich den Roman "Jazz from Hell" nennen – das ist ein Albumtitel von Frank Zappa. Da hatte aber das Management etwas dagegen.

Wie viel Oliver Steger steckt in der Hauptfigur Max?
Es sind wahnsinnig viele persönliche Geschichten von meinem Leben in der Geschichte verpackt. Einiges ändert man dann natürlich, schmückt es aus, findet Neues hinzu und ändert Namen.

Das Buch führt zurück in die Wiener Jazzszene der Nullerjahre. Wie hat sich der Bereich über die Jahre entwickelt?
Es gab Mitte der Nullerjahre mit der Gründung der Wiener Jazzwerkstatt einen kräftigen Impuls. Daraus haben sich kreative Zellen gebildet, die auch heute noch aktiv sind. Es gibt tolle Projekte und gut ausgebildete Musiker. Aber es ist in den letzten Jahren schwieriger geworden, aufzutreten. Da fehlt es an Möglichkeiten. Auch im heimischen Radio spielt Jazz kaum noch eine Rolle.

Cafe Drechsler wurde 2006 aufgelöst und in einer anderen Konstellation 2013 wieder kurzfristig ins Leben gerufen? Wie sieht die Zukunft aus?
Wir haben erst kürzlich nach unseren Streitigkeiten und Differenzen wieder zusammengefunden. Das war für mich ein berührender Moment. Jetzt wollen wir noch mal ein paar Konzerte zusammen spielen. Ein neues Album werden wir aber nicht machen, denke ich.

INFO: Oliver Steger: "Jazz und Frieden" Hardcover – Euro 19,90 ISBN 978-3-903091-09-2 280 Seiten, Wortreich Verlag.