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Nikolaus Harnoncourt
12/07/2014

Vollendete "Schöpfung" zum 85. Geburtstag

Harnoncourt beging seinen Geburtstag zum Nikolausfest mit Haydns "Schöpfung" im Musikverein.

Ein Riesenstrauß langstieliger Rosen. Was er wohl damit machen wird? Vielleicht gibt er sie an seine Orchestermusikerinnen weiter. Tausend Rosen würden nicht ausreichen, um dem Dank für die Verdienste an der Musikwelt im Allgemeinen und für die Aufführung am Samstag im Speziellen Ausdruck zu verleihen.

An seinem 85. Geburtstag, musizierte Nikolaus Harnoncourt Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ im Musikverein. Musik als Geschenk – für den Jubilar und die Gratulanten gleichermaßen.

Von Beginn an war eine besondere Stimmung im Saal. Ein aufgeregtes Prickeln, das bis zum Schluss anhielt, sich sogar steigerte. Bis schließlich Intendant Thomas Angyan als Rosenkavalier in Erscheinung trat. Eine schöne Geste, gewichtig und dezent zugleich. Das unvermeidliche Geburtstagsständchen sangen dann so gut wie alle im Saal. Hoch soll er leben, dick soll er werden, gesund soll er bleiben.

Wie ein Traum

Rede hat der Adressat keine gehalten. Auch nicht zu Beginn des Konzerts. Harnoncourt durchbrach also einmal mehr die – wenn auch von ihm selbst etablierte - Tradition. Die Musik war Information genug. Es schien fast wie ein Traum. Unvergleichlich, wie der Concentus Musicus Wien die von Haydn so meisterhaft komponierte Vorstellung des Chaos in Klang umsetzte. Die Orchesterleistung war an diesem Abend durch alle Instrumentengruppen hindurch auf allerhöchstem Niveau.

Nikolaus Harnoncourt zählt Joseph Haydn zu den witzigsten Komponisten. Im Sinne von „geistsprühend“. Der Dirigent und Musikforscher streicht stets die Erfindungsgabe und Inspiration Haydns, bisher nie Gehörtes oder für möglich Gehaltenes zum ersten Mal zu erleben, hervor. Haydn und Harnoncourt sind also per se eine Traumkombination. Schließlich ist beiden das Phänomen des „Neuerlebens“ ein Anliegen.

Und so wie am Samstag wird diese „Schöpfung“ auch so schnell nicht auf die Bühne kommen. In dieser perfekten Zusammenstellung von Concentus Musicus Wien, Arnold Schoenberg Chor und drei grandiosen Solisten. Florian Boesch als phänomenaler Gestalter mit einem in allen Lagen sicher geführten Bariton, Genia Kühmeier mit hell glitzernder Zauberstimme und Michael Schade mit jugendlich frischem Tenor. Unter Harnoncourts Vorarbeit und Leitung fügte sich alles zu einem erhebenden Ganzen.

(Marion Eigl)

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