Kultur 01.01.2013

Wenn der Chef persönlich kocht

APA10815460 - 01012013 - WIEN - ÖSTERREICH: Dirigent Franz Welser-Möst (l.) und die Wiener Philharmoniker am Dienstag, 01. Jänne… © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

Kritik: Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2013 hat sich viele Hauben verdient.

Er werde sein zweites Neujahrskonzert noch mehr genießen als sein erstes, erklärte Franz Welser-Möst vor kurzem im KURIER-Interview. Und ja, der Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper ist wirklich unter die Genießer gegangen. Denn Welser-Möst kostet inzwischen den unvergleichlichen Klang der Wiener Philharmoniker noch viel mehr aus, betätigte sich als idealer Küchenchef eines Konzerts, das kulinarische Leckerbissen servierte.

Eindrücke vom Neujahrskonzert

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©APA/GEORG HOCHMUTH

GENERALPROBE NEUJAHRSKONZERT 2013

©APA/ALI SCHAFLER

Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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Honeymoon

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Honeymoon

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Honeymoon

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Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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Neujahrskonzert 2013

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Neujahrskonzert 2013

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Neujahrskonzert 2013

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Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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GENERALPROBE NEUJAHRSKONZERT 2013

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GENERALPROBE NEUJAHRSKONZERT 2013: WELSER-MÖST

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Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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GENERALPROBE NEUJAHRSKONZERT 2013

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Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

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GENERALPROBE NEUJAHRSKONZERT 2013: WELSER-MÖST

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GENERALPROBE NEUJAHRSKONZERT 2013

Vollgas

Sicher: Verdi und Wagner galt (und gilt) es zu feiern – beide Komponisten wurden 1813 geboren; aber auch die Sträuße kamen naturgemäß zu ihrem Recht. Mit einem Dirigenten, der richtig Vollgas gab und mit einem Orchester, das bei allen Werken schönste, philharmonische Klänge aufbot. Und mit einem klugen Programm, das die Jahresregenten perfekt in die Walzerseligkeit einbezog.

Fulminant bereits der Auftakt: Mit „Die Soubrette“ (einer Polka schnell von Josef Strauß, der mehrfach vertreten war), danach der „Kuss-Walzer“ von Johann Strauß Sohn (den Welser-Möst seiner Gattin widmete) über die „Theater-Quadrille“ von Josef Strauß und Johann Strauß’ „Aus den Bergen“ – Welser-Möst steuerte zielstrebig auf den Höhepunkt des ersten Teils hin: Franz von Suppés „Leichte Cavallerie“, die auch wirklich wunderbar leicht und dennoch in all ihren Feinheiten hörbar war.

Dass die Wiener Philharmoniker immer wieder für „Sphärenklänge“ (hier von Josef Strauß) gut sind, bewies das Orchester im zweiten Teil. Anklänge an Wagner waren bei der „Spinnerin“ (J. Strauß) zu erleben; beim Vorspiel zur Oper „ Lohengrin“ wurde der Meister aus Bayreuth zusätzlich und mitunter etwas lautstark geehrt.

Zwischenspiel

Das Tempo, das der Dirigent bis dahin vorgab, wurde jedoch danach ein wenig abgebremst: Welser-Möst nahm sich Zeit, viel Zeit für die Polka mazur „Unter vier Augen“ von Josef Hellmesberger d. J., noch mehr für die „Hesperusbahnen“ von Josef Strauß. Doch das war nur ein Zwischenspiel für den „italienischen Teil“ des Konzerts. Denn nach der „Galoppin-Polka“ (J. Strauß) und den zu kapellmeisterisch buchstabierten „Steyrischen Tänzen“ aus der Feder Josef Lanners spielten die Wiener Philharmoniker wieder auf.

Auf die „Melodien-Quadrille“ von Strauß Sohn folgte Verdis Prestissimo aus der Ballettmusik zur Oper „Don Carlo“; italienisches Flair gab nun den Ton an. Und ein Dirigent, der sich erfolgreich als Küchenchef betätigte. Ein Kochlöffel für den famosen ersten Geiger Rainer Küchl, ein Schwan für den ersten Cellisten, ein Elefant für die Kontrabässe usw. – Welser-Möst verteilte Stofftiere und Präsente. Strauß’ „Citronen“ durften kräftig blühen; der Vater war mit dem „Carneval in Venedig“ stofftiertechnisch vertreten.

Danach „An der schönen blauen Donau"– wie hinreißend und vollendet kann dieses Orchester eigentlich noch klingen? – und der obligate „Radetzkymarsch“: Fertig war das musikalische Luxusgericht, das nicht nur die Gourmets dieser Welt zu großem Jubel veranlasste. Die Wiener Philharmoniker – sie haben sich alle Hauben dieser Welt verdient.

Haute Cuisine

Werke
Erstmals gab es bei einem Neujahrskonzert Stücke der Jahresregenten (geboren 1813) Verdi und Wagner. Sie waren in ein klug zusammengestelltes Programm eingebettet.

Konzert
Dirigent Franz Welser-Möst und die Wiener Philharmoniker baten zu einem musikalischen Luxus-Schmaus. Das Orchester ist einfach fantastisch.

KURIER-Wertung: **** von *****

Das Neujahrskonzert 2013

Josef Strauß: Die Soubrette, Polka schnell, op. 109
Johann Strauß Sohn: Kuß-Walzer, op. 400
Josef Strauß: Theater-Quadrille, op. 213
Johann Strauß Sohn: Aus den Bergen, Walzer, op. 292
Franz von Suppé: Ouvertüre zu der Operette „Leichte Kavallerie"

- Pause -

Josef Strauß: Sphären-Klänge, Walzer, op. 235
Josef Strauß: Die Spinnerin, Polka française, op. 192
Richard Wagner: Vorspiel zum 3. Akt der romantischen Oper „ Lohengrin", WWV 75
Joseph Hellmesberger d.J.: Unter vier Augen, Polka mazur, op. 15
Josef Strauß: Hesperusbahnen, Walzer, op. 279
Josef Strauß: Galoppin, Polka schnell, op. 237
Joseph Lanner: Steyrische Tänze, op. 165
Johann Strauß Sohn: Melodien-Quadrille, op.112
Giuseppe Verdi: Prestissimo aus der Ballettmusik im dritten Akt der Oper „Don Carlo"
Johann Strauß Sohn: Wo die Citronen blüh'n, Walzer, op. 364
Johann Strauß Vater: Erinnerung an Ernst oder: Der Carneval in Venedig, Fantasie, op. 126

Erstellt am 01.01.2013