Nachts im Museum sind die Bilder lebendig

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Foto: KHM/Helmut Wimmer Kunsthistorisches Museum: János Kulka bespielt ein Goya-Werk

Auch die zweite Auflage des "Ganymed"-Projekts funktioniert glänzend.

Der Kopf des Holofernes im Plastiksackerl. Eine Familiengeschichte aus der NS-Zeit. Ein Geiger, der im Dialog mit einem Plattenspieler die schönsten Töne durch das Museum schickt: Im Kunsthistorischen Museum in Wien gibt es derzeit vieles, das man dort nicht erwarten würde. Möglich macht dies die Wiederauflage des vor drei Jahren höchst erfolgreichen "Ganymed"-Projektes: Namhafte Autoren von Peter Esterhazy bis Franz Schuh, von Josef Winkler bis Martin Pollack haben über, zu oder auch gegen Bilder des Museums Texte geschrieben. Schauspieler führen diese Dramolette bei "Ganymed goes Europe" bei den jeweiligen Bildern auf. Den Besuchern bleibt es dabei überlassen, welches Stück sie wann anschauen.

Die Auswahl ist großartig: Von der Hölle des Altseins (toll: Sona MacDonald) schlendert man zu Judiths Magd Abra (Katharina Stemberger), die ihre Rolle in der Enthauptung von Holofernes beschreibt. Bert Oberdorfer berührt mit Martin Pollacks "Im Wald".

Und die Strottern besingen die Zwänge des Lebens: "Du sollst, du sollst nicht, du sollst, du sollst nicht."

Eines aber soll man unbedingt: "Ganymed" im KHM anschauen.

KURIER-Wertung:

(kurier) Erstellt am
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