Nikolaus Harnoncourt: Musik muss nahe am Abgrund sein

© APA/BARBARA GINDL

Die Suche nach der "zügellosen Explosion"
12/08/2013

Die Suche nach der "zügellosen Explosion"

Kritik. Concentus Musicus mit Beethoven.

Wer ein Konzert des Concentus Musicus Wien besucht, hat meist zwei gute Gründe dafür: Die gebotene Musik und – vor allem – die einführenden Worte von Nikolaus Harnoncourt. Denn man muss wissen, um zu hören.

Am Samstag standen im Wiener Musikverein zwei Symphonien von Ludwig van Beethoven auf dem Programm, die erste und die dritte. Hoffentlich wird die dazugehörige Brandrede Harnoncourts verschriftlicht. Die Darstellung dessen, was in den letzten 200 Jahren mit Beethovens Musik passiert ist. Wie aus „zügelloser Explosion“ etwas Erhabenes wurde, das laut Harnoncourt nichtssagend, weil retuschiert, sei. Es geht um das verloren gegangene Tonartengefühl, weiters um die Missachtung der extremen Dynamik und um die nicht kompatiblen Begriffe Schönheit und Sicherheit. Wer das Äußerste sucht, müsse vor bis zum Abgrund gehen.

Dementsprechend risikobereit agierten Harnoncourts Musiker an diesem Abend. Mit Erfolg! Wobei in Anbetracht der Vorrede des Dirigenten das klingende Ergebnis weniger extrem ausfiel, als vielleicht erwartet.

In erster Linie stach die Dynamik ins Ohr. Wie Kanonenkugeln jagten die Schlussakkorde des ersten Satzes in der Ersten Symphonie durch den Saal.

Umso zarter klang der Beginn des Andante cantabile con molto. Herrlich plastisch dann das Menuett. Der Charakter der Musik ließ sich zudem anhand der Mimik des großartigen Konzertmeisters Erich Höbarth gut mitverfolgen.

KURIER-Wertung:

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