© Julia Karzel

Riverjump! 2014
07/11/2014

Von Schafen, Flaschen und Zirkusakrobatik

Ein Erfahrungsbericht vom Riverjump! 2014 - einem Festival abseits der Massen.

von Julia Karzel

Einer der ersten Menschen, die ich hinter der tschechischen Grenze in Breclav treffe, ist ein tschechischer Bauarbeiter mit Zahnlückengrinsen, der mir eine PET-Flasche schenkt. Der Mann ist freundlich, aber sichtlich verwirrt von der Gruppe junger Leute, die Plastikflaschen sammelt und in einem klapprigen Campingbus zwischen Schlafsäcken und Gitarren hortet.

Etwa dreißig Plastikflaschen später rumpelt der Campingbus von Breclav nach Lanžhot. Dort, auf einer Wiese rund um einen im Sonnenuntergang glitzernden See, findet für fünf Tage das Riverjump! 2014 statt. Klein und fein, ist dieses Festival die Antithese zu Massenveranstaltungen wie dem Frequency oder dem Nova Rock. Statt Konservenfutter und Bierdosen gibt es frisch gekochte, vegetarische Mahlzeiten und selbstgemachten Hollersaft. Statt hedonistischer Horden einen überschaubaren, wild zusammengewürfelten Haufen an jungen Menschen aus Tschechien, Österreich und der Slowakei. Für die Musik sind nicht international renommierte Bands zuständig, sondern die Festivalbesucher selbst.

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So klingt bei der Ankunft bereits Getrommel und Ukulelegeschrammel vom Lagerfeuer entgegen, im Kessel köchelt Curry, am Seeufer jonglieren einige Gestalten mit Bällen und Keulen. Das Besondere am Riverjump ist vor allem der Fokus auf Umweltbewusstsein: in mehreren Exkursionen und Workshops soll nachhaltiges sowie politisches Denken gefördert und die Natur rund um die March erforscht werden.

Mit der Natur machen wir auch in der Nacht innige Erfahrungen: Es raschelt, trippelt - und blökt. Eine Herde Schafe gönnt sich einen Mitternachtsspaziergang auf dem Campingplatz.

Am Tagesprogramm stehen dann unter anderem Kajak- und Rad-Exkursionen, ein Impro-Theater-Schnupperkurs, Slackline-Experimente. Und ein Workshop des von Studenten organisierten Zirkus Giovanni. Hier dürfen bei den Akrobatikübungen nicht nur talentierte Turner mitmachen, sondern ebenso schreibende Stadtpflanzen, die über das Koordinationsgefühl eines betrunkenen Nilpferds verfügen.

Da wundert es kaum, dass auch die Zirkusutensilien unkonventionell akquiriert werden: Während ein Grüppchen Bälle aus buntem Garn häkelt, kramen andere Bohrmaschine und Radschlauch aus dem Zirkusbus hervor. So finden auch unsere Plastikflaschen ihre Bestimmung: Recycelt als Jonglierkeule.

Kleine, feine Festivals in Österreich

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