kiss 3 - Nova Rock 2013 - florian wieser

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Festivalsommer
06/16/2013

Nova Rock: Kiss lieferten Bombastshow

Bei lauwarmen Abendtemperaturen sorgten die Headliner Kiss für den erwartet actionreichen Höhepunkt.

von Peter Temel

Mit Rammstein gab es bereits am ersten Tag des Nova Rock Festivals eine effektreiche Pyrotechnik-Show zu sehen. Aber was die US-Hardocker von Kiss Samstagnacht aufboten, stellte dies noch einmal in den Schatten. Es wirkte, als wollte die Band um Paul Stanley und Gene Simmons die halbe pannonische Tiefebene abfackeln. Die war eh schon Knochentrocken, wie man am Sonntag, dem dritten Tag sah (hier finden Sie die laufend aktualisierte Bildergalerie).

Mehrere Hebebühnen waren installiert worden, um die infantilen Rockposen von Kiss ins Übermenschliche zu steigern. Gitarrist und Sänger Paul Stanley schwebte über das Publikum die rund sechzig Meter bis zum Mischpult und Bassist Gene Simmons ließ sich hinauf unters Bühnendach hieven und intonierte mit tiefer Stimme "God of Thunder". Natürlich fingen die Kameras auch formatfüllend Simmons' in Kunstblut getränkte Zunge ein, mit der er sich übers Gesicht leckte. Etwas seltsam mutete dabei an, dass er dabei mehrmals Frank Stronach namentlich erwähnte.

Es wummerte, knallte, brannte und blitzte fast durchgehend. Minutenlanger Konfetti-Regen begleitete die Party-Hymne "I Wanna Rock and Roll All Nite".

Ach ja, Musik wurde auch noch geboten: Kiss zeigten eine klassische Rockshow mit vielen Gassenhauern aus vier Jahrzehnten Bandgeschichte: "Lick It Up" und „Deuce“ etwa, und als Zugaben spielten die vier Maskenmänner "Detroit Rock City" und den Kiss-Über-Hit "I Was Made For Lovin' You". Zu Ende ging die mehr als neunzig Minuten dauernde Show mit "Black Diamond" - und freilich mit einem zünftigen Feuerwerk.

Tag 2: Kiss und ihre "Monstershow"

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NOVA ROCK 2013: KISS

NOVA ROCK 2013: KISS

NOVA ROCK 2013: KISS

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NOVA ROCK 2013: KISS

NOVA ROCK 2013: KISS

NOVA ROCK 2013: KISS

NOVA ROCK 2013: KISS

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NOVA ROCK 2013: HIM

NOVA ROCK 2013: HIM

NOVA ROCK 2013: HIM

NOVA ROCK 2013: HIM

gentleman - Nova Rock 2013 - florian wieser…

gentleman - Nova Rock 2013 - florian wieser…

NOVA ROCK 2013: AMON AMARTH

NOVA ROCK 2013: AMON AMARTH

stereophonics - Nova Rock 2013 - florian wieser…

stereophonics - Nova Rock 2013 - florian wieser…

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alkbottle - Nova Rock 2013 - florian wieser…

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NOVA ROCK 2013: LUFTAUFNAHME

NOVA ROCK 2013: THE 69 EYES

AUSTRIA MUSIC

NOVA ROCK 2013: CRADLE OF FILTH

iamx - Nova Rock 2013 - florian wieser…

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iamx - Nova Rock 2013 - florian wieser…

NOVA ROCK 2013: PARKWAY DRIVE / CROWD SURFER

NOVA ROCK 2013: PARKWAY DRIVE / CROWD SURFER

NOVA ROCK 2013: PARKWAY DRIVE /

NOVA ROCK 2013: PARKWAY DRIVE / CROWD SURFER

bauchklang - Nova Rock 2013 - florian wieser…

bauchklang - Nova Rock 2013 - florian wieser…

bauchklang - Nova Rock 2013 - florian wieser…

saint lu - Nova Rock 2013 - florian wieser…

saint lu - Nova Rock 2013 - florian wieser…

NOVA ROCK 2013: PARKWAY DRIVE / CROWD SURFER

Große Hitze am Nachmittag

Cradle Of Filth, die britischen Black-Metal-Gothic-Rocker, optisch eine Mischung aus Vampire und Orcs aus "Herr der Ringe", haben beim Nova Rock ausgerechnet am Samstagnachmittag gespielt, als die Temperaturen außerhalb des Schattens auf 35 Grad kletterte. Man würde in der Sonne ja eigentlich zu Staub zerfallen, meinte Sänger Dani Filth alias Daniel Lloyd Davey. "Aber wir tragen darum spezielles Make-up", betonte der Schreihals. Weniger an Getöse interessiertes Publikum verzog sich während des Auftritts in einen kleinen Swimmingpool in die Nova-Rock-Oase zwischen der "Red Stage" und der "Blue Stage" zurück.

Es war heiß am zweiten Tag des Festivals, als The 69 Eyes das Programm eröffneten. Die Finnen bedienten zwar jede Menge Rock-Klischees, passten mit stampfenden Sleaze- und Garagenhymnen wie "D'You Wanna Rock" aber recht gut zu einem Open Air dieser Ausprägung. Die Fans schienen zufrieden. Die nachfolgende Band Amaranthe kam gleich mit zwei Sängern und einer Sängerin, musste zeitweise aber trotzdem ohne Gesang auskommen - weil die Mikros wiederholt ausfielen. Die gebotene Mischung aus Songcontest tauglichem Euro-Dance und Death Metal der schwedisch-dänischen Formation scheuchte sensible Ohren in die Zelte zurück.

Cradle Of Filth gaben sich dann zwar düster, probierten sich allerdings auch als Scherzkekse: Es sei kein Wunder, dass es so heiß sei, rief Dani Filth, "wir sind ja in Australien". Und: "Wo sind die Kängurus?" So mancher lachte über die musikalische Darbietung, eine Death-Metal-Oper mit Brüll-und-Kreisch-Stimme, Keyboards und geschredderten Gitarrensoli, mehr als über solche Witze. Andere würdigten das Gebotene mit Headbangen. Platz vor der Bühne war ja noch genug für körperliche Betätigungen.

Buntere Acts auf der zweiten Bühne

Das Line-Up auf der "Blue Stage" war mit weiteren Acts wie Dragonforce, Parkway Drife, Amon Amarth, HIM und dem Headliner Kiss hart gehalten. "Wir wundern uns schon ein bisschen, warum wir hier sind", lachte Kelly Jones, Sänger der Waliser Brit-Rock-Band Stereophonics, im Interview mit der APA. "Hier laufen so viele schwarz gekleidete Menschen herum, dass wir unsere Setlist geändert und härtere Songs ausgepackt haben. Und wenn alles nicht hilft, spielen wir Kiss-Lieder. Wir können zum Beispiel 'Detroit Rock City' spielen." Jones' Sorgen dürften jedoch unbegründet sein, standen auf "seiner" Bühne, der "Red Stage", buntere Acts wie Bauchklang, Reggae-Sänger Gentleman und Headliner Deichkind. Und um ein Uhr nachts liefert das deutsche Reggae-Urgestein Hans Söllner ein "Late Night Special" mit Bayman Sissdem.

Die Red Bull Brandwagen Stage bot Platz für Musik aus Österreich: Als Hauptact spielten Alkbottle, zuvor spielte die Sängerin Saint Lu.

Polizei lobt Disziplin der Festivalbesucher

Sonnenbrand-Opfer, und diese waren zahlreich vertreten, statteten derweilen aber lieber einem der Sanitäter-Zelte einen Besuch ab. "Bisher haben wir 1.460 Behandlungen durchgeführt und 55 Personen ins Krankenhaus gebracht", so Thomas Horvath, Sprecher des Roten Kreuzes zur APA. "Wir haben sehr viele Patienten mit Hitze-Erschöpfung. Die Leute sollen unbedingt mehr Wasser trinken", appellierte er an die Besucher. Generell liege man bisher mit den Versorgungen im "Nova-Rock-Durchschnitt", die Verletzungen würden alle in die Kategorie "Klassiker" fallen, "es war nichts Tragisches dabei", so Horvath.

Äußerst zufrieden zeigte sich am zweiten Festivaltag die Exekutive: "Es ist nach wie vor sehr ruhig, die Besucher sind sehr diszipliniert", sagte Michael Takacs, Pressesprecher der Landespolizeidirektion Burgenland.

Hitzebekämpfung am Nova Rock

König der Nacht, Filmstar und Rammstein

Typisch für die Musik, die heuer auf dem Nova-Rock-Festival dominiert, sind Sabaton: Die uniformierten Schweden – Kampf-Hoserln und schwarze Krieger-Leiberln – begannen ihren Set allen Ernstes mit der Einspielung von „The Final Countdown“. Ihre Richtung Hymne komponierten, dreistimmig gesungenen Metal-Schlager lockten nicht allzu viele vor die Hauptbühne, sorgten aber für Stimmung.

Ihren im Vorjahr dem Sturm zum Opfer gefallenen Auftritt holten Within Temptation nach –und hatten wieder Pech, wegen eines Verkehrsstaus kamen sie mit Verspätung aufs Gelände. Ihr Stil ist nach wie vor sehr beliebt: Melodiöser Metal mit Stich ins Opernhafte, dazu Königin-der-Nacht-Gesang.

Besonders beliebt am ersten Tag: Die frechen AC/DC-Kopisten von Airborne. Die Headliner-Shows kamen von Thirty Seconds To Mars, der Band um den Hollywood-Star Jared Leto. Und von den unvermeidlichen, aber stets unterhaltsamen Rammstein.

Line-up

Auch heuer wieder: Das Line-up des Nova Rock wird der Papierform nach nicht unbedingt lange in Erinnerung bleiben. Mit einer Ausnahme (KISS) sind kaum headlinertaugliche Gruppen unterwegs, die nicht schon vielfach in Nickelsdorf zu hören gewesen sind.

Der erste wirkliche Höhepunkt folgt am abwechslungsreicheren Samstag: KISS, von Beruf Rockgötter knapp vor der Pensionierung, schauen vorbei, und das wird wohl so bald nicht wiederholt werden. Schade, dass zeitgleich die so intelligenten wie witzigen Deichkind auf der zweiten Bühne stehen. Dann geht es zurück in die Zeitmaschine: Am Sonntag gibt es Sportfreunde Stiller, Korn, Kings Of Leon und Volbeat.

Tag 1 am Nova Rock im Rückblick

Die Bands am Nova Rock im direkten Duell

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