Sebastian Szary, Gernot Bronsert und Sascha Ring (re.) sind Moderat.

© /Flavien Prioreau

III
06/14/2016

Moderat: Soundtrack zum nicht existierenden Film

Die aktuell erfolgreichste Elektro-Band aus Deutschland stellt am Mittwoch in der Arena Wien ihr neues, herausragendes Album "III" vor.

von Marco Weise

Die Columbiahalle in Berlin mit einem Fassungsvermögen von 3500 Menschen war in weniger als 24 Stunden ausverkauft. Auch für das Konzert im Grazer Orpheum (26. April) gab es lange vor der Show keine Karten mehr. Und in Wien wird die Arena am Mittwoch bis zum letzten Platz gefüllt sein. Egal, wo Moderat im Rahmen ihrer aktuellen Tour die Synthesizer aufstellen, heißt es: "sold out". Dieser enorme Fan-Zuspruch hat die "Techno-Supergroup aus Berlin", die sich aus Apparat (Sascha Ring) und dem Duo Modeselektor (Gernot Bronsert und Sebastian Szary) zusammensetzt, selbst überrascht.

Mit dem Aufstieg vom Underground-Act zur Konsensband hat sich auch das Umfeld des Trios geändert: "Wir sind permanent äußeren Einflüssen ausgesetzt. Der ganze Business-Aspekt zieht viel Energie ab und kostet Zeit, die man eigentlich in die Musik investieren möchte. Man muss vorsichtig mit dem Erfolg umgehen, dafür sorgen, dass sich das Projekt nachhaltig und nicht sprunghaft weiterentwickelt", sagt Sascha Ring im KURIER-Interview. Der 37-Jährige, der bei Moderat vor allem für den Gesang und die Texte zuständig ist, erinnert sich gerne an Zeiten zurück, wo man noch in kleinen Clubs vor ein paar Hundert Leuten gespielt habe. "Ich bin kein Freund von Menschenmassen und hadere mit Konzerten in großen Hallen."

Stimmig

Diese Sehnsucht nach kleineren Bühnen hört man dem neuen Album mit dem Titel "III" an. Intimer, feingliedriger klingen die Songs, in denen Rings Stimme eine Symbiose mit den Beats eingeht. Moderat wollen auf ihrem dritten Longplayer eine zusammenhängende Geschichte erzählen. Damit der gern zitierte rote Faden auch erkennbar ist, haben es einige fertige Nummern nicht auf das Album geschafft. Übrig geblieben sind neun Stücke, die miteinander harmonieren müssen. Es ist der Soundtrack zu einem nicht existierenden Kinofilm, den wir vertonen", betont Ring im Gespräch.

Mit "III" entfernen sich Moderat weiter von der Club-Szene, die sie mit ihrem ersten, titellosen Album noch hervorragend bedient haben. Anstatt wuchtigen Bassläufen reagieren nun organische Sounds, dubbige Strukturen und flächiges Ambientgeknister das Geschehen. Die Grundstimmung schwankt zwischen melancholisch-verträumt und vorsichtig optimistisch. Es ist keine Feel-Good-Platte, "weil sich in den letzten Jahren sehr viel in meinem Leben geändert hat. Ich hatte eine schweren Motorradunfall, habe mir das Bein mehrfach gebrochen. Das hat mein Leben verändert. Meine eigene Befindlichkeiten habe ich aber nicht eins zu eins vertont, sondern abstrahiert und einiges offengelassen, damit jeder die Texte auf sein Leben umlegen kann", sagt Ring.

Info: Moderat – am 15. Juni live in der Wiener Arena. Das Konzert ist bereits ausverkauft. Einlass: 19 Uhr.

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