Actionreiche Leinwandjagd nach dem Bösen: Tom Cruise und Rebecca Ferguson in „Mission: Impossible 5“ (ab 6. August im Kino)

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Agenten-Action in Wien
08/05/2015

Den Bundeskanzler hat man gleich wieder vergessen

Der fünfte "Mission Impossible"-Streifen mit Tom Cruise ist spektakulär und teilweise "unmöglich".

Sein Name ist Hunt, Ethan Hunt", ist man versucht zu sagen, denn angesichts des fünften Teils von "Mission: Impossible" ist zu bemerken, dass der Agent viel mit seinem britischen Amtskollegen James Bond gemeinsam hat. Etwa, dass die jeweiligen Darsteller, Tom Cruise und Daniel Craig, nicht gerade zu den Spitzenkräften der Darstellenden Kunst gehören. Um trotz ihres auch in Kampfszenen gleichbleibend lapidaren Mienenspiels Emotionen zu erzeugen, müssen also die Rollen rund um Hunt und Bond mit guten Schauspielern besetzt sein. Um es vorweg zu nehmen: bei "Mission: Impossible – Rogue Nation" ist das der Fall.

Farbloser Bundeskanzler

Skurriles Detail am Rande: Während der britische Premier im Film mit einem Schauspieler besetzt ist, der entfernt David Cameron ähnlich sieht, ist der Österreichische Bundeskanzler, der bei einem Opernbesuch von Attentätern gleich in mehrere Visiere genommen wird, so unscheinbar, dass man ihn gleich wieder vergisst und sein Darsteller gar nicht in der Besetzungsliste aufscheint. Vielleicht blieb Werner Faymann unter anderem auch deswegen am Donnerstagabend der Weltpremiere in der Staatsoper fern.

Die Handlung des Films geht in den durchwegs spektakulären Actionszenen beinahe unter: Nachdem das Pentagon die "Impossible Missions Force" aufgelöst hat, macht sich Hunt allein auf die Spur eines gefährlichen "Syndikats", das mit gezielten Anschlägen durch Spezialagenten eine neue Weltordnung schaffen will.

Nachdem sein Alleingang scheitert, reaktiviert Hunt sein früheres Team: den Technikfreak Benji Dunn (Simon Pegg), Computer-Hacker Luther Stickell (Ving Rhames) und Agentenkollegen William Brandt (Jeremy Renner). Unerwartete Hilfe bekommt das Quartett von der ebenso attraktiven wie schlagkräftigen Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson).

Schurken

Der Titel nimmt übrigens auf eine "Rogue Nation" Bezug, was die Vermutung nahelegt, dass einer der in der Bush-Ära so ineffektiv bekämpften "Schurkenstaaten", oder gar der selbst ernannte "Islamische Staat" gemeint sein könnte. Obwohl unter anderem in Marokko spielend, vermeidet der Film, weiteres Öl in die Brandherde des Nahen Ostens zu gießen. Auch in dieser Hinsicht hat Hunt offenbar von Bond gelernt: Das Böse ist hier ein Einzeltäter, der nicht – wie in Zeiten des Kalten Krieges – für konkrete politische Konstellationen steht, sondern dem es um individuelle Macht- und Geldvermehrung geht.

Höchst unglaubwürdig – um nicht zu sagen "impossible" – wirken die Sequenzen, in denen der immerhin schon 53-Jährige an der Außentür eines fliegenden Flugzeugs hängt, oder in denen er sich minutenlang ohne Sauerstoff durch die Kühlwasser-Anlage einer Wüstenfestung wirbeln lässt. Sehenswert ist das aber allemal und speziell fürs österreichische Premierenpublikum bot die Verfolgungsjagd auf Hinterbühne und Schnürboden der Wiener Staatsoper – noch dazu während einer "Turandot"-Aufführung – eine der aufregendsten Actionszenen der jüngeren Filmgeschichte.

(Gabriele Flossmann)

Tom Cruise im Porträt

Seine 53 Jahre merkt man Tom Cruise kaum an. Dennoch: Der in ärmlichen Verhältnissen groß gewordene Tom hatte schon einige Höhen - in den letzten Jahren aber auch Tiefen - in seiner Karriere.

Am 3. Juli 2012, als er fünfzig wurde, dürfte ihm nach der Scheidung von Katie Holmes wohl nicht gut zumute gewesen sein.

Eingefleischte Fans von dem kleinen Mann mit dem netten Lacher sind nicht leicht auszumachen. Dafür ist er zu exzessiv auf Oprah Winfreys Couch herumgehüpft und hat einmal zu oft von Scientology geschwärmt.

Dennoch machte sich Cruise mit 2011 seinem vierten "Mission: Impossible" Teil wieder zu einem der mächtigsten und bestverdienenden Schauspielern der Welt. Er schien wieder so gefragt wie in seiner früheren Glanzzeit in den 80er und 90er Jahren, als er Schlag auf Schlag Hits lieferte: 

"Die Farbe des Geldes", "Cocktail", "Rain Man" (Bild), "Geboren am 4. Juli", "Tage des Donners", ...

"Eine Frage der Ehre", "Die Firma" (Bild) ...

... und 1996 die erste "Mission: Impossible": Sein Drahtseilakt beim Einbruch in das CIA-Hauptquartier in Langley ist längst legendär.

Vor wenigen Jahren war sein Stern dann aber auf einen Tiefpunkt gesunken. Durch seine offensive Scientology-Mission und die übereifrigen Liebesbeweise für Kollegin Katie Holmes geriet er in schlechtes Licht. 

Die entflammte Liebe zu der 17 Jahre jüngeren Schauspielerin hatte Cruise 2005 mit gekünstelten Freudenhopsern auf dem Sofa von Talkmasterin Oprah Winfrey enthüllt. Heute ist die in den Medien zelebrierte Beziehung Geschichte. Katie Holmes reichte die Scheidung ein.

So offenherzig hatte sich der als eher distanziert geltende Cruise bei seiner Ex-Ehefrau Nicole Kidman nicht gegeben.

Als sich Cruise und Holmes in einer streng abgeschirmten Trutzburg bei Rom im November 2006 das Ja-Wort gaben, war Töchterchen Suri schon ein halbes Jahr alt. Für die Klatschpresse war die Ehe stets ein gefundenes Fressen. 

Mal war die Luxus-Garderobe der sechsjährigen Suri auf dem Prüfstand, mal der Gefühlszustand ihrer Mutter.

Sein strahlendes Lächeln musste sich Cruise 2008 verkneifen, als er in Berlin den Stauffenberg-Film "Operation Walküre" vorstellte. Dass ein Hollywood-Star und bekennender Scientologe den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielt, war in Deutschland umstritten. 

Es gab Unfälle und Pannen am Set, Querelen um die Genehmigung für Aufnahmen im historischen Berliner Bendlerblock. Der Starttermin wurde dreimal verschoben. Ein Jahr zuvor war sein Polit-Thriller "Von Löwen und Lämmern" kläglich gescheitert.

2008 schaffte Cruise mit seiner Rolle als Studioboss Les Grossman in der Komödie "Tropic Thunder" einen Achtungserfolg, was Coolness betrifft. 2010 tanzte er sogar als Grossman verkleidet bei den MTV Movie Awards - an der Seite von Jennifer Lopez.

Mit gefährlichen Stunts in "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" gelang Cruise 2011 das glanzvolle Comeback. Bei den Dreharbeiten kletterte er in Dubai am höchsten Gebäude der Welt herum. Sein Co-Star Jeremy Renner ("The Hurt Locker") bescheinigte Cruise Endlos-Energie: "Der Kerl schläft nie."

Mit dem vierten "Mission: Impossible"-Abenteuer landete Cruise seinen bislang größten Kassenknüller. Im Mai schaffte er es prompt unter die Top Ten auf der Forbes-Liste der "einflussreichsten Prominenten". 

Der Workaholic dreht einen Film nach den anderen, ist fast immer unterwegs und arbeitet Non-Stop. Vielleicht war auch das ein Grund für das sich-auseinander-Leben.

Durch Akkord-Arbeit hat er das Karriere-Tief überwunden - Tom ist wieder gut im Geschäft, jetzt fehlt nur noch der Oscar. In seiner Karriere wurde Cruise bisher dreimal für Hollywoods höchsten Preis nominiert, ...

... für "Geboren am 4. Juli", "Jerry Maguire - Spiel des Lebens" (Bild) und "Magnolia". 

Als langmähniger Hardrocker Stacee Jaxx in "Rock of Ages" beweist er zwar Mut zur Lächerlichkeit, doch eine Oscar-Nominierung kann er sich für seine aktuelle Rolle nicht erwarten.

dapdThis film image released by Warner Bros. Pictures shows Alec Baldwin as Dennis Dupree, left, and Tom Cruise as Stacee Jaxx in New Line Cinemaís musical &cal ìRf Ages,#2s,î a r. Pic uPic uresase. (Foto:Warnerarner Bros. Pictures, Davi David James/

Der Thriller "Jack Reacher" kam 2012 zum besten Starttermin - kurz vor Weihnachten - auf die US-Leinwände. Cruise spielt einen früheren Militärpolizisten, der einem fünffachen Mord auf die Spur kommt. 

2013 zeigte sich Cruise bei der Premiere von "Oblivion" als Wien-Liebhaber. Im Bild: Die Schauspieler Tom Cruise (l.), Olga Kurylenko (M.) und Regisseur Joseph Kosinski

Im Sommer 2014 kehrte der Hollywoodstar nach Wien zurück, um für den fünften Teil von "MIssion Impossible", "Rogue Nation", zu drehen. Hier hing er mit Rebecca Ferguson von der Staatsoper.

Ebendort, in der Staatsoper, findet nun auch die Weltpremiere von "Rogue Nation" statt.

Ein Tom kennt kaum Pausen.

Sogar der Fliegerfilm "Top Gun" soll rund dreißig Jahre nach seinem Kinostart eine Fortsetzung bekommen. Gerade 24 Jahre alt, hatte Cruise damals als schneidiger Pilot Gas gegeben.

Mit dem Neuaufguss des 80er-Jahre Hits könnte sich Cruise, nach der Scheidung von Katie Holmes, vielleicht endgültig wieder in die Herzen der Zuseher spielen.

Diese Stadt ist so schön, dass ich sie unbedingt auf Film bannen wollte

"Das ist der eleganteste Abend meines Lebens", sagt Tom Cruise und strahlt. Nach den Dreharbeiten zu "Mission: Impossible - Rogue Nation" in der Wiener Staatsoper vergangenen Sommer hatte sich der Hollywoodstar gewünscht, die Weltpremiere des Films hier zu veranstalten. "Diese Stadt ist so schön, dass ich sie unbedingt auf Film bannen wollte", so der 53-Jährige im APA-Interview am roten Teppich.

Knapp 1.000 geladene Gäste waren zu Wiens erster Hollywood-Weltpremiere in die Oper geladen. Weitere rund 4.000 Menschen haben sich laut Veranstalter "Livenation" vor dem Haus am Ring versammelt, um Cruise in der Fanzone und an den umliegenden Absperrgittern nahe zu sein. Und sie wurden belohnt: Knapp zwei Stunden widmete der bestens gelaunte US-Schauspieler ab 16.30 Uhr seinen Fans. Geduldig und der Hitze trotzend, signierte er leger in schwarzem Shirt, Jeans und mit charakteristischer Pilotenbrille selbstgemalte Porträts und Filmposter, beruhigte weinende Fans und ließ sich - der steigenden Nervosität seiner Entourage ob des Zeitplans zum Trotz - sogar auf die eine oder andere Plauderei ein.

Bilder von der Weltpremiere in Wien

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Die Heideggers…

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

'Mission: Impossible - Rogue Nation' World Premier

'Mission: Impossible - Rogue Nation' World Premier

U.S. actor Cruise arrives for the world premiere o

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Tom Cruise

Weltpremiere Mission Impossible Rouge Nation in Wi

Jubelnde Menge

Während die jubelnde Menge zwischendurch von Moderator Steven Gätjen mit Filmausschnitten auf zwei großen LED-Wänden und Interviews mit dem Cast bei Laune gehalten wurde, wechselten Cruise und Co-Star Simon Pegg für die Interviews mit rund 50 internationalen und heimischen Kamerateams und Journalisten, die auf dem über eine Treppe führenden roten Teppich auf Höhe der Galerie postiert waren, in Smokings. Vor allem Cruise freute sich sichtlich über Komplimente, "normalerweise werden ja nur Frauen umschmeichelt", lachte der Schauspieler, der zum bereits dritten Mal innerhalb von zwei Jahren in Wien gastierte.

Bei der Premiere von "Oblivion" im Gartenbaukino 2013 sei er gefragt worden, ob er einmal in Wien drehen möchte. "Glücklicherweise hatte Chris (McQuarrie, Regisseur, Anm.) dann die Idee einer Szene im Opernhaus und die Wiener Staatsoper war so großzügig, uns hier drehen zu lassen", erzählte Cruise der APA am roten Teppich. "Ich hätte nie gedacht, dass das möglich sein wird. Als uns dann auch noch angeboten wurde, die Premiere hier auszurichten, konnten wir das gar nicht ausschlagen. Ich war noch nie auf einer Premiere in einer Stadt, in der wir zuvor auch gedreht haben."

Städtereisen

Die Städtereisen seien der Kern der "Mission: Impossible"-Reihe, in der Cruise als Ethan Hunt, Agent der "Impossible Missions Force", seit 1996 scheinbar unmögliche Auftrage erfüllt. "Ich habe so viel Zeit in meinem Leben damit verbracht, verschiedene Orte zu bereisen und all diese Kulturen kennenzulernen. Einer der Gründe, warum ich begonnen habe, diese Filmreihe zu produzieren, ist der, mittels Reisen diese wunderschöne Welt und ihre Menschen zu zeigen."

Auch beim US-amerikanisch-australischen Regisseur Christopher McQuarrie hat Wien einen sichtlich guten Eindruck hinterlassen. "Wir haben den Dreh hier in vollen Zügen genossen", sagte der 47-Jährige zur APA. "Alle waren so wundervoll und haben uns mit offenen Armen empfangen." "Rogue Nation" ist nach "Operation Walküre" und "Edge of Tomorrow", für die er als Drehbuchautor bzw. Produzent tätig war, sowie "Jack Reacher" seine bereits vierte Kollaboration mit Tom Cruise. "Das Besondere an ihm ist, dass er ein guter Filmemacher ist", schwärmte McQuarrie. "Man erwartet von ihm, ein guter Schauspieler, ein großer Star zu sein, aber wenn er am Set auftaucht, versteht er genau, was wir tun. Auch als Schauspieler ist er außergewöhnlich: Was er denen gibt, mit denen er dreht, ist unglaublich."

Kein Green Screen

Rebecca Ferguson kann das vermutlich bestätigen, ist die gebürtige Schwedin als mysteriöse Ilsa Faust in "Rogue Nation" doch an der Seite von Cruise in ihrer ersten Kinohauptrolle zu sehen. "Das Unglaubliche an diesem Film ist, dass wir kaum etwas vor Green Screen, sondern fast alles vor Ort gedreht haben", erzählte die 31-Jährige. "Wenn wir also vom Dach springen, dann von jenem der Wiener Staatsoper. Und wenn wir uns auf Motorrädern verfolgen, dann auf der Autobahn durch Marokko."

Bereits zum dritten Mal als Ethan Hunts Sidekick Benji Dunn vor der Kamera stand indes Simon Pegg. "Die Erinnerungen an Wien sind noch so frisch, es ist gerade mal elf Monate her, seitdem ich unweit von hier aus dem Hotel Bristol gekommen bin und mich durch die Innenstadt bewegt habe, ohne angesprochen zu werden", so der 45-Jährige in Bezug auf den Trubel der vergangenen Tage. Bei seinem dritten "Mission: Impossible"-Einsatz kommt dem Briten eine wesentlich wichtigere Rolle zu. "Das nächste Mal hänge ich auch wie Tom am Flugzeug, aber nackt - das können Sie zitieren!" Neben der Agentenreihe ist Pegg, bekannt aus Komödien wie "Shaun of the Dead" an der Seite von Nick Frost, demnächst auch in "Star Trek 3" sowie in der "Star Wars"-Fortsetzung zu sehen. "Das sind Filme, auf die viele Leute schon so lange warten, und wir werden sie nicht enttäuschen!"

Für Enttäuschung und manch Ärger hatte hingegen die großflächige Ringsperre für die Weltpremiere im Vorfeld u.a. bei Wirtschaftskammer und Autofahrern gesorgt. "Ich verstehe einerseits die Menschen, wenn sie in ihrem Alltag beeinträchtigt sind", zeigte sich Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) am roten Teppich verständnisvoll. "Auf der anderen Seite muss man auch sagen: Das ist so eine tolle Werbung für Wien, dass man da auch ein bisschen tolerant sein muss."

(APA)

Wien im Film

Die Wiener Staatsoper diente vergangenen August als Drehort für den fünften "Mission: Impossible"-Film. Wobei nicht alle im Film ersichtlichen Szenen aus der Oper tatsächlich hier gedreht wurden, wie Staatsopernsprecher Andre Comploi vor Journalisten betonte. So wurde nach rund drei Wochen Vorbereitung in der Oper zwar umfangreich auf der Feststiege, im Auditorium, auf dem Dach und vor dem Eingang gedreht. Die Actionszenen mit Hauptdarsteller Tom Cruise auf der Hinterbühne sowie die dabei laufende Operninszenierung von Puccinis "Turandot" wurden jedoch in einem Londoner Studio inszeniert.

Bei der fiktiven Bühnengestaltung war die Oper ebenso eingebunden wie bei der Musik: So begutachtete man Skizzen, schickte Requisiten nach London und nahm "Turandot" im April extra für die Großproduktion samt Sängern, Staatsopernorchester bzw. Wiener Philharmoniker und Staatsopernchor im Musikverein auf. Die Sopranistin, die der im Film mitwirkenden Schauspielerin dafür ihre Stimme lieh, ist mit Lise Lindstrom auch jene, die in der Neuinszenierung von Marco Arturo Marelli kommendes Frühjahr (Premiere: 28. April) tatsächlich die Titelpartie an der Staatsoper singt.

Für die Weltpremiere in Wien, die auf Einladung von Staatsoperndirektor Dominique Meyer und Wunsch von Tom Cruise zurückgeht, wurde über dem Orchestergraben in den vergangenen Tagen extra eine 17 Meter breite und 9,5 Meter hohe IMAX-Leinwand installiert. Und auch sonst erscheint das Auditorium verändert, sind doch die Stühle in der Mittelloge dem Filmprojektor gewichen und wurde der Stehbereich im Parkett bestuhlt. Fasst die Oper sonst rund 1.700 Sitzplätze, nehmen aufgrund der eingeschränkten Sicht auf die Leinwand heute "nur" 1.000 geladene Gäste hier Platz.

Diese konnten sich bereits am Donnerstagabend, zwei Wochen vor dem heimischen Kinostart am 6. August, in der Staatsoper ein Bild von Wien im Film machen: Schon nach rund 15 Minuten erscheint die Stadt bei Nacht, mit einer Luftaufnahme über dem Stephansdom eingefangen. Gleich darauf geht es erstmal in den Untergrund, wo Simon Pegg als Agent Benji Dunn, gerade aus einer U-Bahn der Linie U2 steigend, ein mysteriöses Paket erhält. Der kuriose Schnittfehler im Trailer, der im Gegenschuss aus der alten eine moderne U-Bahn-Garnitur machte, ist im Endprodukt zwar verschwunden - dafür, und das wird Wienern sofort auffallen, führt die Rolltreppe der Station Schottenring im "Mission: Impossible"-Universum kurioserweise direkt vor die Staatsoper.

Action zu "Nessun dorma"

Die ist dann in weiterer Folge eindrucksvoll und umfassend in Szene gesetzt: Während das Publikum Puccinis Oper "Turandot" lauscht, macht sich Tom Cruise als Agent Ethan Hunt hinter den Kulissen auf die Jagd auf einen möglichen Terroristen. Dafür durchläuft er sämtliche Winkel des Opernhauses, von der Feststiege über die Technik- und Kostümräume bis hin zur Hinterbühne, auf der er sich in schwindeliger Höhe einen erbitterten Zweikampf liefert - zu den Klängen der weltberühmten Arie "Nessun Dorma".

Wie Ethan Hunt der Situation entkommt, ist Wienern noch von den Dreharbeiten vergangenen Sommer in Erinnerung: Da seilte sich Cruise, mit Co-Star Rebecca Ferguson bzw. ihrem Stunt-Double um den Oberkörper geschnallt, spektakulär vom Dach der Oper ab. Bombastischer als die Aktion selbst sind zuvor die Luftaufnahmen, die Cruise und Ferguson auf der Flucht am Operndach zeigen. Und während sich die beiden kurz darauf in einem Auto in Sicherheit wiegen, fliegt ein anderes vor der Oper in die Luft.
(APA, red.)

Bilder vom Wien-Dreh im August 2014

DREHARBEITEN ZU ZU "MISSION: IMPOSSIBLE 5" VOR DER

DREHARBEITEN ZU ZU "MISSION: IMPOSSIBLE 5" VOR DER

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AUSTRIA CINEMA

STUNTPROBEN ZU "MISSION IMPOSSIBLE V": CRUISE / FE

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