Philipp Dausch und Clemes Rehbein machten schon mit zwölf Jahren zusammen Musik

© /Universal Music/Jeff Hahn

Comeback
03/15/2017

Milky Chance: Magischer Tag in der roten Schlucht

Nach dem Welt-Hit "Stolen Dance" veröffentlicht das Duo jetzt das zweite Album.

von Brigitte Schokarth

"Red Rocks" ist ein Amphitheater in einer Schlucht zwischen zwei 100 Meter hohen Felswänden bei Denver/Colorado. Seit 1964 die Beatles dort auftraten, waren von U2 über Bruce Springsteen bis Depeche Mode alle Größen der Rock- und Pop-Geschichte dort. 2015 auch Milky Chance aus Deutschland.

"Ein magischer Tag", erinnert sich Sänger Clemens Rehbein im Interview mit dem KURIER. "Man schaut von der Bühne aus in diesen Canyon hinein, wo fast 10.000 Leute jubeln und froh sind, dass wir da sind. Das ist schon Wahnsinn!"

Südafrika

"Wie haben wir das geschafft", fragten sich Rehbein und sein Partner Philipp Dausch öfter, während sie mit ihrem Hit "Stolen Dance" von 2013 die Welt eroberten: "Wir waren in Südafrika bei einem Festival, weil dort die Besucher jedes Jahr gefragt werden, wen sie im nächsten Jahr sehen wollen und wir in diesem Voting zwei Jahre hintereinander in den Top 5 waren. Wir waren aber auch in Australien bei riesigen Festivals. Aber das ist das andere Ende der Welt!"

Die beiden sind sich sicher, dass ihr Erfolg an dem folkigen, leicht mit Elektronik durchsetzten Sound ihres Debüts "Sadnecessary" liegt. "Damit haben wir den Nerv der Zeit getroffen", sagt Dausch. "Aber warum genau? Keine Ahnung!"

Man könnte vermuten, dass der am Freitag (17. 3.) erscheinende Nachfolger "Blossom" aus diesem Grund genauso klingt wie das Debüt. Aber Dausch erklärt, dass das Duo dabei nicht bewusst auf Nummer sicher gegangen ist. "Wir haben uns gar keine Regeln gesetzt. Wir haben einfach gemacht, worauf wir Lust hatten."

Mit "Blossom" haben Milky Chance das Album nach einem Song benannt, in dem Texter Rehbein auf die Geburt seiner Tochter vor etwas mehr als einem Jahr eingeht: "Wenn du dein Kind anschaust, denkst du dir, du brauchst gar nichts anderes mehr", sagt er. "Aber in anderen Songs der Platte geht es schon auch um meinen Konflikt, ein guter Vater und ein guter Musiker gleichzeitig sein zu wollen. Wenn du auf Tour bist, hast du immer ein schlechtes Gewissen, weil du für deine Familie nicht da bist. Aber ich habe schnell gelernt, dass es gar nicht um die Quantität der Zeit geht, die du mit ihr verbringst, sondern nur um die Qualität."

USA-Tour

So sind Milky Chance auch mit dem zweiten Album gerade wieder auf US-Tournee, treten am Veröffentlichungstag in New York auf. Und das, obwohl es gerade einmal vier Jahre her ist, dass sie ihre erste CD in die USA schickten. "Wir hatten uns Geld von Philipps Vater und Freunden geborgt, um das erste Album aufnehmen zu können. Die ersten Platten haben wir noch eigenhändig in Kartons verpackt und verschickt", sagt Rehbein. "Als ein Mädchen aus den USA eine haben wollte, haben wir dazugeschrieben: ,Vielen Dank, du bist die erste Amerikanerin, die bestellt!‘ Von ihr haben wir erst kürzlich wieder Fanpost bekommen!"

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