Miley Cyrus: "Ich will die Aufmerksamkeit!"

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Foto: bschokar/1044480-42053i33178.jpg Um für ihr erstes selbstbestimmt produziertes Album „Bangerz“ Werbung zu machen, verlässt sich Miley Cyrus auf das „Sex sells“-Motto

Miley Cyrus kämpft verbissen gegen das "Hannah Montana"-Image – und für den Erfolg

Alles, was ich für Disney gemacht habe, war kontrolliert und diktiert. Sie haben den ,Hannah Montana‘-Charakter kreiert, also habe ich getan, was sie von mir verlangt haben.“ Miley Cyrus erzählt das im KURIER-Interview nicht im Beschwerde-Ton. Sie stellt es einfach fest, trocken, ohne Reue oder Anklage, nur um zu unterstreichen: „Deshalb bin ich jetzt so, so froh, dass ich alle Freiheiten der Welt habe.“

Miley Cyrus… Foto: Sony Music/Elvina Beck Die nützt die 20-Jährige jetzt in der Kampagne für ihr am 4. Oktober erscheinendes Album „Bangerz“ – das erste außerhalb des Disney-Konzerns – in den Augen vieler Kritiker zu exzessiv. Auf jeden Fall aber bis weit über die Grenzen des guten Geschmacks. Da war zuerst das Video zum Comeback-Song „We Can’t Stop“: Cyrus rekelt sich in weißer Strumpfhose und bauchfreiem Top lasziv im Bett, reckt den wackelnden Po in die Kamera.

Latex-Bikini

Dann der Auftritt bei den MTV-Awards mit Robin Thicke: Mehr Po-Gewackel, ein hässlicher Latex-Bikini und Stripperin-Posen. Und im neuen Video zu „Wrecking Ball“ sitzt sie nackt auf einer Abrissbirne und lutscht an einem Hammer.

All das wirkt wie ein allzu verbissener Versuch, sich vom Image der süßen Hannah Montana zu lösen. Aber Cyrus wehrt ab: „Ich habe nie gesagt, dass ich wie Hannah Montana bin, und das glaubt auch keiner. Meine Fans wissen im Gegenteil sehr genau, was von mir kommt und was nicht. Sie wissen, ob ich ein Outfit selbst angezogen habe oder ob mich jemand gestylt hat, sie wissen, welche Tweets ich geschrieben habe und welche von meinem Team sind. Wenn ich etwas mache, mache ich es zu 120 Prozent. Das war auch bei Disney so. Aber jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich zu 120 Prozent ich sein kann. Und das tue ich.“

Aufmerksamkeit

Dass sie das „Ich sein“ auch im Sinne von „Ich will erfolgreich sein“ begreift, gibt sie offen zu: „306.000 Tweets pro Minute, mehr als beim Superbowl“, twitterte Cyrus nach dem MTV-Awards-Auftritt stolz. Genauso zufrieden erzählt sie im KURIER-Interview, dass sie das Video zu „We Can’t Stop“ wegen anstößiger Szene mehrfach umschneiden musste: „Das hat nur bedeutet, dass ich in den Medien dafür größere und länger Storys bekommen habe. Ich will die Aufmerksamkeit – und ich bekomme sie.“

… Foto: bschokar/1044480-42065i33190.jpg Die Provokations-Taktik funktioniert tatsächlich prächtig: „Wrecking Ball“, die zweite Single aus „Bangerz“, stieg nach dem MTV-Auftritt und mit dem Nackt-Video prompt auf Platz eins der US-Billboard-Charts.

„Ich wollte mich mit den Videos von allen anderen Künstlern unterscheiden“, sagt Cyrus. „Denn es gibt in der heutigen Szene niemanden, der sich an 20-jährige Mädchen wendet, die ausgehen und Spaß haben wollen. Ich will, dass meine Fans das Gefühl haben, dass sie mit mir auf eine Party gehen wollen, weil sie sehen, dass sie mit mir den meisten Spaß haben können. Mehr steckt nicht dahinter. Die Leute denken viel mehr darüber nach als ich.“

Sie selbst, sagt Cyrus, habe sich mehr über die musikalische Emanzipation Gedanken gemacht als über das Image. Zwei Jahre hat sie an den Songs gearbeitet – unter anderen mit Snoop Dogg und Will.i.am. Am liebsten aber mit Pharrell Williams.

Intelligent

… Foto: bschokar/1044480-42067i33192.jpg „Pharrell ist so ein intelligenter Mann – nicht nur an Musik, sondern auch an Kunst und Style interessiert. Ich hatte das Gefühl, dass er wie mein Bruder ist, dass ich mit ihm ganz ehrlich sein kann. Deshalb habe ich zuerst nur mit ihm gearbeitet, um meinen Sound zu finden. Damit konnte ich dann allen anderen sagen: Das ist es, was ich will. Denn das ist eine neue Karriere. Und das sollte mein Sound sein und keine Spielwiese für Produzenten werden, die sagen: Wir machen das und das mit dir, denn das könnte funktionieren.“

Kurzbiografie

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Foto: AP/Boris Roessler

Kindheit

Miley Cyrus wurde am 23. November 1992 als Destiny Hope Cyrus in Nashville Tennessee geboren. Ihr Vater ist der Country-Sänger und Schauspieler Billy Ray Cyrus, der 1992 mit dem Hit „Achy Breaky Heart“ bekannt wurde. Wegen ihres sonnigen Gemüts wurde sie Smiley genannt, woraus später Miley wurde.

Hannah Montana

Schon mit neun Jahren nahm Cyrus Schauspiel-Stunden. 2003 bekam sie eine erste Rolle in Tim Burtons Film „Big Fish“. Mit elf bewarb sie sich für die Disney-Produktion „Hannah Montana“ wurde aber zunächst abgewiesen, weil sie zu klein und zu jung war. Ein Jahr später riefen die Disney-Verantwortlichen sie „aufgrund ihrer Beharrlichkeit und ihres energetischen Auftretens“ zurück und gaben ihr die Rolle. Bis 2010 drehte Cyrus vier Staffeln und 101 Episoden der TV-Serie, wobei sie zum Schluss 15.000 Dollar pro Folge kassierte.

Diskussionsstoff

Miley Cyrus' Auftritt bei den VMAs

Die mediale Aufmerksamkeit war Miley Cyrus nach ihrem Auftritt bei den MTV Video Music Awards in New York sicher. Die ganze Welt machte sich nach dem als Skandalauftritt über die Sängerin lustig. Zur Erinnerung: In Unterwäsche und mit herausgestreckter Zunge fasste sie sich mit einem Finger aus Schaumstoff ständig zwischen die Beine und bearbeitete den Hosenstall ihres Kollegen Robin Thicke.

Das war mitunter so peinlich, dass sich die Zuseher bei der Gala angewidert abwendeten. Oder aus dem Staunen nicht rauskamen. Danach ging es im Internet rund: Zahlreiche Fans überschütteten Miley Cyrus mit Häme. Auch von offizieller Seite hagelte es Kritik. Über 300.000 Nachrichten wurden während ihres Auftritts auf dem Internet-Kurznachrichtendienst Twitter allein in den USA abgesetzt – und das pro Minute.

Kritische Stimmen gab es auch von Mileys Freunden: "Miley ist meine Freundin, ich liebe sie, und ich stehe hinter ihr, was immer sie auch tut. Aber als Freundin werde ich ihr auch sagen: Steck deine verdammte Zunge in den Mund“, ließ ihr etwa Kelly Osbourne ausrichten. Nur das Management sieht das anders und ließ verlauten: "Es hätte nicht besser laufen können." Auch Justin Timberlake steht hinter dem Popsternchen und verkündete gegenüber dem US Weekly-Magazin: "Das sind die VMAs, was habt ihr erwartet? Es wäre nicht so, als hätte sie das bei den Grammys gemacht."

Was bei dem weltweiten Shitstorm natürlich nicht fehlen darf, sind lustige Memes. Hier eine Auswahl:

Für ihren peinlichen Auftritt bei den MTV Video Music Awards wird Miley Cyrus noch länger verspottet werden. Leidtragender ist Robin Thicke. In dieser Bildmontage wurde ihm der Kopf des "Beetlejuice" verpasst. "Super Mario" trifft verrücktes Huhn: Auch Mario Balotelli darf mal ran. Apropos Huhn: Viele regten sich über die Unterwäsche von Miley Cyrus auf. Besonders viele Kommentare waren über ihren Popo zu lesen. Zu klein, sagen die einen. Zu unförmig, die anderen. Er wird sogar mit einem Hühner-Hinterteil verglichen... Miley Cyrus hat anscheinend ein Problem mit ihrer Zunge. Ständig streckte sie diese bei ihrem Auftritt aus dem Mund. Sexy ist was anderes. Die Fanhand aus Schaumstoff macht die Runde. Bei dem Meisterwerk „Der Schrei“ scheint der entsetzte Gesichtsausdruck nun durch das peinliche Verhalten von Miley hervorgerufen zu werden.
  "Son Of Man" von René Magritte mit der Miley Cyrus-Pose. Das letzte Abendmahl mit Miley Cyrus als Alleinunterhalterin. Auf Sandro Botticellis "Die Geburt der Venus" sucht der Ex-Hannah-Montana-Star engen Kontakt zur nackten Schönheit. Sorry, aber bei uns ist kein Platz mehr frei... Oh my god! Für Will Smith und seine Familie war der Auftritt von Miley Cyrus ein Schock fürs Leben.

Erste Single

Mit "Wrecking Ball" schwang sich Miley Cyrus vergangene Woche an die Spitze der US-Single-Charts. Das Video zur Single sehen Sie hier:

(kurier) Erstellt am
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