Kultur 28.01.2015

Zwischen Feuerstelle und Luxusküche

So entsteht eine Badewanne: Schaukasten zum EOOS-Designprozess © Bild: /Paul Prader

Es geht um Reduktion aufs Wesentliche: Das Design-Büro EOOS blickt auf 20 Jahre zurück.

Sie gestalteten Shops für Armani und Adidas, Edelstahl-Trinkbecher für Red Bull – und eine mobile Plastik-Toilette für afrikanische Slums. Das Design-Büro EOOS, international gefragt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, hat in den 20 Jahren seines Bestehens auch seinen Begriff von "Design" des öfteren hinterfragt.

Im Wiener MAK, wo Direktor Christoph Thun-Hohenstein Design regelmäßig auf seine Beiträge zum "positiven Wandel" abklopfen lässt, sind EOOS seit einiger Zeit stark präsent: Sie konzipierten das MAK Design Labor mit, jenen immer wieder sehenswerten Parcours im Untergeschoß, in dem Museumsbestände auf Fragen des täglichen Lebens treffen.

Eben dort, sozusagen als "Ausstellung in der Ausstellung", ist nun anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Büros eine Werkschau von EOOS zu sehen (bis 17. 5.). Immer wieder geht es dabei um Reduktion, um die Befriedigung zentraler Bedürfnisse und um Veränderbarkeit.

Neu gedacht

Standardisierten Einbauküchen setzten EOOS ein variables System gegenüber, das die Küche als Werkstatt definiert. Koch- und Arbeitsplatten werden als "Werkbank" nach Bedarf aneinandergeschraubt, die Utensilien finden sich in einem Schrank, der alles auf einen Blick verfügbar hält.

Ein schickes Lichtobjekt, das zugleich auch als Dunstabzug fungiert, ist im Museum über einem Kochkessel aus dem 15 Jahrhundert postiert; eine Badewanne, die sich mittels einer Auflage rasch zum Ruhebett umfunktionieren lässt, wurde wiederum von den abgedeckten Brunnen in italienischen Dörfern inspiriert. Im Spannungsfeld von archaischen und modernen Ideen fühlen sich EOOS wohl, sagt Co-Gründer Martin Bergmann dazu. "Wir nennen es ,Ancient Hightech‘".

Im MAK Design Labor sind die EOOS-Exponate durch knallgelbe Hinweistafeln hervorgehoben. Im zentralen Saal tanzt dazu ein robotergesteuertes Ballett aus Dusch-Türen, beweglichen Sofas und Hockern: Sie sollen demonstrieren, dass die EOOS-Objekte in der Benützung variiert werden können und sollen. Manchen Besuchern wird die "Sonderausstellung" vielleicht gar nicht als solche auffallen – doch das ist nicht unbedingt von Nachteil: Durch die Arbeiten des Büros wird das grundsätzliche Anliegen, Design in allen Facetten darzustellen, nur noch etwas plastischer und konkreter.

Erstellt am 28.01.2015