Tanz aus „Tausendundeiner Nacht“: Die Tänzer machen gute Figur, die Erzählstruktur aber nimmt jegliche Spannung

© APA/BARBARA PÁLFFY /WR.STAATSBAL

Das Entlein und der Geist
10/20/2013

Das Entlein und der Geist

Das Staatsballett widmet sich in der Volksoper mit zwei Uraufführungen der Märchenwelt.

In eine „Märchenwelt Ballett“ entführt der neue Abend des Wiener Staatsballetts mit zwei Uraufführungen in der Volksoper Kinder und Erwachsene: erfrischend, fantasievoll und mit zeitgenössischen Bezügen Andrey Kaydanovskiys „Das hässliche Entlein“, stilistisch dem klassischen Ballett verbunden Vesna Orlics „Tausendundeine Nacht“. Guido Mancusi sorgt für die umsichtige Leitung des Orchesters der Volksoper Wien.

Talent

Der junge, aus Moskau stammende Tänzer und Choreograf Andrey Kaydanovskiy beweist sein Talent in mehrfacher Hinsicht: im Aufbau eines Stils, der auf klassischem Ballett basiert, ergänzt mit zeitgenössischen Bewegungen und Pantomime. Weiters in seiner fundierten Umsetzung von Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ in der Orchestrierung Maurice Ravels. Und nicht zuletzt durch eine schlüssige Erzählung des bekannten Andersen-Märchens im Tanz.

In Karoline Hogls origineller Ausstattung ohne Ballett-Klischees nützt Kaydanovskiy auch die räumlichen Möglichkeiten der Drehbühne. Episoden aus dem Märchen werden in Szenen mit Themen verwandelt, die Kinder beschäftigen. Das hässliche Entlein (ausgezeichnet: László Benedek) trägt Elemente des Schwans, in den er sich märchengemäß am Ende verwandelt, von Anfang an in sich. Nicht so sehr das äußere Erscheinungsbild, sondern sein Charakter und seine Begabungen machen in zunächst zum Außenseiter. Die Mutter ( Rebecca Horner) liebt ihr außergewöhnliches Kind, unterliegt jedoch dem Druck ihrer Umgebung (insbesondere des köstlichen Macho-Truthahns Patrik Hullmans) und schickt es fort. Das Entlein findet seine Identität in Begegnungen mit arbeitenden Tieren auf einem Bauernhof und in einem Zusammentreffen mit Gefahren – selbst der Tod bleibt nicht ausgespart.

KURIER-Wertung:

"Tausendundeine Nacht"

Vesna Orlic beschwört in „ Tausendundeine Nacht“ zu Nikolai Rimski-Korsakows „Scheherazade“ nicht nur den alten Flaschengeist herauf, sondern auch den Ballettästhetizismus des 19. Jahrhunderts mit einer Vorliebe von Orientalismen.

Der Schauspieler Boris Eder führt als quirliger Flaschengeist durch den Abend, erscheint sogar in seiner Wunderlampe im Zuschauerraum, tanzt mit, nimmt aber durch die Vorweg-Erzählung des Inhalts dem Tanz jegliche Spannung.

In Alexandra Burgstallers ansprechender Ausstattung machen die Tänzerinnen und Tänzer der Volksoper um Rebecca Horner (Prinzessin Budur), Felipe Vieira (Aladin) und Samuel Colombet (Wesir) gute Figur.

KURIER-Wertung:

Eindrücke aus der Volksoper

VOLKSOPER: MÄRCHENWELT BALLETT / TAUSENDUNDEINE NA

VOLKSOPER: MÄRCHENWELT BALLETT / TAUSENDUNDEINE NA

VOLKSOPER: MÄRCHENWELT BALLETT / TAUSENDUNDEINE NA

VOLKSOPER: MÄRCHENWELT BALLETT / TAUSENDUNDEINE NA

VOLKSOPER: MÄRCHENWELT BALLETT / DAS HÄSSLICHE ENT

VOLKSOPER: MÄRCHENWELT BALLETT / DAS HÄSSLICHE ENT

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