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Rücktritt
06/12/2014

Lorin Maazel tritt als Chef der Münchner Philharmoniker zurück

Aus gesundheitlichen Gründen wird der 84-Jährige sein Amt niederlegen.

Es war nur ein kurzes Gastspiel: Lorin Maazel gibt sein Amt als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker nach nur zwei Jahren auf. Der 84-Jährige lege sein Amt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig nieder, teilte das Orchester am Donnerstag mit.

Eigentlich sollte Maazel noch bis 2015 Chef des renommierten Orchesters bleiben und dann von dem umstrittenen russischen Dirigenten Waleri Gergijew abgelöst werden. Jetzt ist schon früher Schluss. Die Genesung des Star-Dirigenten, der wegen Krankheit jüngst bereits einige Konzerte ausfallen lassen musste, zögere sich noch weiter hinaus.

"Wir bedauern es sehr, dass es ihm nicht möglich sein wird, die fordernde Aufgabe als Chefdirigent weiter auszuüben", sagte Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers, der Maazel für sein bisheriges Wirken dankte. "Wir wünschen ihm eine baldige Genesung, damit er rasch wieder die Energie hat, die ihn als Künstler und Persönlichkeit besonders auszeichnet."

Glücksfall

Orchester-Vorstand Stephan Haack bezeichnete Maazel als Glücksfall für die Philharmoniker. "Von seinem musikalischen Verständnis, seiner schlagtechnischen Präzision und seinem Umgang mit dem Orchester werden wir noch lange profitieren."

Der Intendant des Orchesters, Peter Müller, zeigte sich bestürzt: "Die Nachricht, dass Lorin Maazel in der nächsten Spielzeit nicht wie geplant mit uns weiterarbeiten kann, hat uns sehr getroffen", sagte er. "Wir haben jedoch großes Verständnis für diese Entscheidung und wünschen ihm das Beste." Die Konzertsaison 2014/15 ohne einen Chefdirigenten zu planen, sei eine große Herausforderung.

Maazel war seit 2012 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, er hatte einen Drei-Jahres-Vertrag. Zuvor hatte die Stadt sich mit seinem Vorgänger Christian Thielemann bei Vertragsverhandlungen überworfen. Thielemann verließ München daraufhin und ging zur Sächsischen Staatskapelle nach Dresden.

München war nur eine Station unter vielen in der herausragenden, über 50-jährigen Karriere des weltberühmten Dirigenten, Komponisten und Geigers: Maazel war künstlerischer Direktor der Deutschen Oper Berlin (1965-1971), Wiener Staatsoperndirektor (1982-1984) und Musikdirektor der New Yorker Philharmoniker (2002-2009). Maazel war ein Wunderkind. Schon mit fünf Jahren bekam er Geigenunterricht, im zarten Alter von neun Jahren dirigierte er bei der New Yorker Weltausstellung zum ersten Mal ein großes Orchester. Mit zwölf Jahren ging er auf US-Tournee, als 15-Jähriger gab er sein Debüt als Violinist.

Als Dirigent schrieb der heute 84-Jährige Musikgeschichte: 1960 war er der erste Amerikaner, der auf dem Grünen Hügel in Bayreuth ans Pult treten durfte. 2008 trat er mit den New Yorker Philharmonikern - als erstem Spitzenorchester aus dem Westen - im abgeschotteten Nordkorea auf. Maazels Vertrag bei den Münchner Philharmonikern sollte eigentlich drei Jahre laufen - bis ins Jahr 2015 und bis zum 85. Geburtstag des Maestros.

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