Eine Ausgrabung, die sich gelohnt hat: Schrekers "Schatzgräber"

© Dietmar Tollerian

Eine innovative und sinnliche Schatzsuche
09/19/2013

Eine innovative und sinnliche Schatzsuche

Franz Schrekers Oper "Die Schatzgräber" als lohnende Wiederentdeckung beim Linzer Brucknerfest.

Überall wird gegraben. Denn man sucht ja nach Schätzen. In den Sandhäufen am Rande und in einem großen Haufen in der Mitte der Bühne, der so zum zentralen Aufführungsort wird: So lässt Philipp Harnoncourt die Opernrarität „Der Schatzgräber“ von Franz Schreker beginnen.

Der österreichische Regisseur lässt in seiner Sichtweise die Welt der Kunst und des brutalen Lebens in intensiver Dichte aufeinanderprallen. Gewählt hat man dafür eine Halle der ehemaligen Linzer Tabakfabrik, die von der Ausstatterin Susanne Thomasberger mit sparsamen Versatzstücken und Requisiten kongenial in das Geschehen einbezogen wird.

Es ist richtig und wichtig, dass Franz Schreker wieder vermehrt den Weg zurück auf die Bühnen findet. In den 20ern des 20. Jahrhunderts wurde er häufig aufgeführt. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde er jedoch von den Nazis als „entartet“ gebrandmarkt, verboten und zum Verstummen gebracht.

Soghafte Sinnlichkeit

Der Kompagnie „EntArteOpera“, gemeinsam mit dem Brucknerfest Linz, ist zu verdanken, dass Schrekers Werk wieder hervorgeholt wurde. Und es lohnt sich: Denn diese Musik ist von einer spätromantischen, soghaften Sinnlichkeit, der man sich kaum entziehen kann.

Vor allem dann, wenn sie so transparent, so fein aufgefächert zu hören ist, wie vom Israel Chamber Orchestra unter Martin Sieghart. Schade nur, dass man offenbar aus Sparsamkeitsgründen nicht die Originalversion, sondern eine eigens von Werner Steinmetz geschaffene, durchaus gelungene Bearbeitung für Kammerorchester verwendet hat, die jedoch viel vom ursprünglichen, raffinierten Klangreichtum vorenthält.

Mit vollem Einsatz agieren die Sänger. Herausragend erlebt man dabei allen voran Alexander Kaimbacher als szenisch und sängerisch ausdrucksstarken Narren, Roman Sadnik als tenoral sehr geforderten Sänger Elis, Ingeborg Greiner als intensive Els. Weiters sei noch Sebastian Soulès als markiger Vogt zu erwähnen.

KURIER-Wertung:

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.