© Geschenk von Max Janlet, Musée d‘Ixelles, Brussels © VBK, Vienna 2012

LEOPOLD MUSEUM
03/22/2013

Die Entdeckung des Himmels in der Kunst

"Wolken. Welt des Flüchtigen" – Das Leopold Museum wirft einen Blick auf ein kaum beachtetes Naturphänomen.

von Werner Rosenberger

Nach dem großen Rummel um die „nackten männer“, die im Herbst im Pariser Musée d’Orsay gezeigt werden, „ein genauso sinnliches Thema“, sagt Tobias G. Natter vom Leopold Museum.

„Die Wolke: wie Watte, wie Gips, wie Blumenkohl, wie Schaum mit Seifenblasenfarben“, ist Max Frisch im 3. Obergeschoß zitiert. „Wir fliegen hinein.“

Zu viele Wolken, zu wenig Landschaft: So lautete noch die Kritik der Zeitgenossen an John Constables Wolkenbildern. Heute wird der Maler gerade deshalb geschätzt.

Und natürlich ist er neben William Turner, Claude Monet, Vincent van Gogh, Paul Cézanne, René Magritte, Ferdinand Hodler, Gustav Klimt u. a. in der Schau „Wolken. Welt des Flüchtigen“ im Leopold Museum vertreten.

Impressionen der Ausstellung

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Von 1800 bis heute

Seit Leonardo da Vinci blicken Künstler fasziniert in den mehr oder weniger umwölkten Himmel. Im MuseumsQuartier sind 200 Jahre Wolken-Werke unterschiedlichster Epochen und Medien in allen Sujet-Variationen quer durch die Kunstgeschichte versammelt. Und kein Exponat gleicht dem anderen. So wie nach Robert Musil „die Wolken am Morgen und die Wolken am Abend verschieden sind“.

Gerhard Richter kreierte Allover-Wolkenflächen. Zu den Lieblingsbildern von Elisabeth Leopold zählt u. a. Anselm Kiefers „Sternenkonstellation“ (2004) mit ihrer „pathetischen Transzendenz“. Und Andy WarholsSilver Clouds“ gibt’s als begehbare Mitmach-Installation. Die zwölf Kapitel wie „Erfindung“ der Wolken, „Himmel des Impressionismus“ oder „Wolken als Ornament“ mit vielen Fotos und Video-Beiträgen sind im Detail-Arrangement nicht immer leicht nachvollziehbar.

„,Wolke‘ klingt poetisch, ist aber mehr als das“, so Natter. Schließlich gesellen sich zum Naturphänomen mit dem immer wieder faszinierenden Reiz der Lichtbrechung Rauch und Dampf des Industrie- und Atompilz des Kernzeitalters. Je nach Gusto akustisch auf Wolke 7 schweben mag, wer sich via Kopfhörer die Vitrinen mit hunderten Plattenhüllen von Richard Wagner über The Who und Weather Report bis zu Pink Floyd entlangarbeitet. Natter: „Dabei ging es darum, die Erscheinung eines Wolkenbandes mit der Idee einer Klangwolke zu verschränken.“

Info: Bis 1. Juli, tägl. außer Di. 10 bis 18 Uhr, Do. 10 bis 21 Uhr. Katalog, Hatje Cantz Verlag: 39,90/29,90 €
www.leopoldmuseum.org

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