Machen sich für den Erhalt des Fabric stark: "The Chemical Brothers".

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Kultur
09/07/2016

Legendärer Londoner Technoclub Fabric muss schließen

Behörden entzogen Lokalbetreibern wegen "Drogenproblemen" die Lizenz.

Man kann von einem schwarzen Tag für die Clubkultur sprechen. Nachdem am Vormittag bekannt wurde, dass das Wiener Café Leopold im MuseumsQuartier Ende des Jahres seine Pforten schließt und damit auch der Club (unten) zu Grabe getragen wird, erreicht einen am Nachmittag eine weitere Meldung zu einer Schließung: Londons legendärer Technoclub Fabric muss wegen "Drogenproblemen" zusperren. Der Gemeinderat entzog dem Club die Lizenz, nachdem am Dienstagabend ein letztes Treffen der örtlichen Behörden zu dem Thema stattfand. "Die Polizei hat gewonnen. Fabric wird geschlossen", schrieb das Magazin Time Out.

Club mit Geschichte

Die Club-Lizenz war auf Bitten der Polizei im August ausgesetzt worden, nachdem zwei Teenager nach mutmaßlichen Drogenexzessen in dem Club gestorben waren. Der Gemeinderat entschied nun, dass das Fabric eine "Kultur des Drogenkonsums" habe, die das Personal "nicht kontrollieren" könne. Die Polizei erklärte dazu, sie habe sich wegen Bedenken der Sicherheit zum Handeln gezwungen gesehen, denn in dem Club würden harte Drogen verkauft und zwei junge Männer seien gestorben. Das Fabric hatte 1999 im nördlichen London eröffnet, seitdem feierten dort sechs Millionen Besucher die Nächte durch.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan, der den Club aus früheren Jahren selbst noch kennt, zeigte sich "enttäuscht", dass es dem Fabric, dem Gemeinderat und der Polizei nicht gelungen sei, eine gemeinsame Lösung zu finden. Londons Clubs seien "ein wesentlicher Teil" der städtischen Kultur. Eine Online-Petition zum Erhalt des Clubs unterzeichneten bis Mittwochnachmittag fast 151.000 Menschen - darunter bekannte DJs und Bands wie Carl Cox, Fatboy Slim und die Chemical Brothers

Ausblick

In beiden Fällen ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen. Das Leopold Café wird in einer anderen Form wieder aufsperren. Und das Fabric wird nach der Sommerpause und weiteren Gesprächen wieder den Club-Betrieb fortsetzen.