Laura Mvula , 26, gewann den Kritiker-Preis der Brit-Awards.

© APA/SIGI TISCHLER

Laura Mvula
09/17/2013

Spätes Debüt einer erstaunlichen Neuentdeckung

Laura Mvula aus England mischt auf ihrem selbstbetitelten ersten Album Jazz, Blues, Klassik und Pop.

von Brigitte Schokarth

Ich hatte kein Selbstvertrauen. Nur deshalb hat das so lange gedauert.“ Laura Mvula ist 26. Seit 18 Jahren macht sie Musik. Aber erst jetzt hat sie ihr Debüt-Album „Laura Mvula“ veröffentlicht.

Die Britin mischt dabei Klassik, Jazz, Blues und Soul zu einem Sound, der Mitte August die erstaunlichste Neuentdeckung beim Frequency-Festival war. Allerdings sagt sie, dahin zu kommen, derart große Shows durchzuziehen, war mühsam. „Ich habe immer gesagt, ich singe in einem Chor, ich spiele in einer Band, ich schreibe Songs, aber ich gehe nicht als Solo-Künstlerin auf die Bühne. Ich wollte meine Stimme nicht solo hören“, erklärt sie im Interview mit dem KURIER. „Aber eine meiner Tanten leitet den Chor Black Voices, bei dem ich mitgesungen habe. Wir hatten Stings ,Fragile‘ im Programm, das wir mit Klage-Lauten begannen. Nicht einmal die traute ich mich alleine singen. Aber meine Tante ermutigte mich, und irgendwann gelang es mir.“

Dazu kam ein Lehrer, der sie durch das Studium der Komposition am Konservatorium von Birmingham begleitet hatte. „Ich spielte ihm meine ersten Songs vor und er sagte sofort:,Die musst du selbst präsentieren!’“ Doch da haderte Mvula noch mit ihren Berufsplänen.

Sie jobbte als Rezeptionistin beim Symphonie-Orchester von Birmingham und wusste nur, dass sie am liebsten Songs schreiben würde. Denn die Musik hatte sie schon mit acht Jahren geliebt: „Wenn ich mit meiner Klavier-Lehrerin gespielt habe – ich die Melodie und sie die kompliziertere Begleitung – ich war so glücklich wie nie.“

Wahrheit

Mvula bewältigte während der Schule alle Stufen der klassischen Klavierausbildung, liebte Schubert, Haydn und Jazz, lernte später auch Violine, trat mit dem Streichertrio ihre Geschwister bei Familienfesten auf und sang auf den Tourneen der Black Voices Klassiker aus Reggae, Soul und Pop.

Doch mit den eigenen Songs aufzutreten, schien immer noch Terror zu sein. Das änderte sich erst, als sie 2012 den Song „She“ schrieb. „Da hatten sich meine Eltern gerade nach so vielen Jahren scheiden lassen. Und ich hing ohne berufliche Perspektive herum und fühlte mich wie eine Versagerin. Ich schrieb das und das erste Mal war mir egal, was jemand über meine Musik dachte. Denn das war meine ureigene Wahrheit.“

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