Als taffe Ermittlerin quält sich Katharina Straßer im Gebirge

© ORF/Andreas Fischer

ORF
12/08/2016

Landkrimi Tirol: Typen, die sich nicht mehr ausgehen

Katharina Straßer hat als Kommissarin im "Sommernachtsmord" nicht nur einen Mörder zu suchen.

von Christoph Silber

Auf einer Tiroler Alm liegt eine junge, schöne Frau aufgebahrt. Sie trägt einen Blumenkranz und rund um sie herum brennen Grablichter, als die Innsbrucker Kommissarin Claudia Wegscheider (Katharina Straßer) mit dem Hubschrauber eingeflogen kommt. Nach der Landung aber fehlt ihr nicht nur der Mörder, sondern plötzlich auch die Leiche …

"Unser Landkrimi ist wirklich schräg geworden", sagt Regisseur Harald Sicheritz über "Sommernachtsmord" (20.15, ORFeins). Ein Gutteil dessen geht aufs Konto von Autor Felix Mitterer, der sein Drehbuch "eine Hommage an das alte Tirol" nennt . "Ich habe dieses Buch von Anfang an geliebt", sagt Sicheritz. "Nichts, was man sieht, musste ich mir ausdenken. Ich habe nur mit meinen Mitteln sein Werk umgesetzt." Dabei ließ ihm Mitterer völlig freie Hand.

Es gibt viel von der schönen Gegend zu sehen in "Sommernachtsmord", aber vor allem wimmelt es von sehr eigenen Charakteren.

Da wäre einmal die Kommissarin selbst. Straßer: "Die Wegscheider ist scharf, taff und hat selbst Dreck am Steck’n." Ihre Vergangenheit holt sie langsam, aber sicher ein. Und die "Scheiß Berg!" tun ihr Übriges für den Gemütszustand der Polizistin.

Sie hat den Organisten Florian Falkner (Gregor Bloéb) im Visier, für den Mitterer ein Vorbild im Kaunertal gefunden hat. Wie der reale Organist träumt auch Falkner von einem Turm mit 5000 Orgelpfeifen. Falkner macht viel dafür, damit Urlauberinnen für sein Herzensprojekt spenden. Das gefällt der Verlobten (Gerti Drassl) nicht.

Skurril

Und schon gar nicht mag das Falkners skurrile wie verdächtige, in der Einschicht lebende Familie, bestehend aus Mutter (Julia Gschnitzer) und Onkeln (Peter Mitterrutzner, Martin Leutgeb). Bloéb: Das Stück "ist eine Verbeugung vor Typen, die sich heute nicht mehr ausgehen. Man kann der Zeit nicht davonlaufen." Der Film habe jedenfalls einen ganz eigenen Charakter: Durch die Sprache, die Alm und die Figuren, die überhaupt nicht mehr zeitgemäß seien.

Das Ermitteln bei der Familie macht Wegscheider keinen Spaß. Straßer: "Wenn man da als Fremder reinkommt in die Stuben, stört man. Die sind ganz anders drauf am Berg".

Genau das schätzt Sicheritz an der ORF-Reihe. "Ich mag die Mentalitätsunterschiede, sprachlichen Eigenständigkeiten und kulturellen Unterschiede. Das macht den Reiz Österreichs aus und auch bestimmt den Erfolg der Landkrimis. Eine einfache wie geniale Sendungsidee."

Info
Die weiteren Landkrimis: Salzburg – "Drachenjungfrau" (15. 12.) mit Manuel Rubey, Harald Krassnitzer; Südtirol – "Endabrechnung " (22. 12) mit Robert Palfrader, Tobias Moretti; Wien – "Höhenstraße" (29. 12.) mit Nicholas Ofczarek, Raimund Wallisch. Vorpremieren gibt es auf www.flimmit.com. Ab 7. 12. DVD-Sammelbox (Hoanzl) mit 10 Landkrimis (69,90€).

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