Kultur 29.01.2013

Possen und Posen der Liebe

Viel Lärm um nichts im Landestheater Niederösterreich St. Pölten © Bild: Landestheater St. Pölten

Bunt, witzig und schräg: Shakespeares "Viel Lärm um nichts" am Landestheater Niederösterreich in St. Pölten.

Liebe, Lüge, Leidenschaft und eine herrlich hinterhältige Intrige: „Viel Lärm um nichts“ in der klugen, schlüssigen und modernen Regie von Burgtheater-Ensemblemitglied Roland Koch mit der auf die Bühne zurückgekehrten als Beatrice brillanten Anne Bennent, ist eine Reise wert nach St. Pölten ins Landestheater NÖ.

Um die Liebe, die endlich einziehen kann, dreht sich alles, als der Krieg vorbei ist. Und um das kratzbürstige, streit- und flirtlustige Paar Beatrice und Benedikt (herrlich patschert, leicht verhuscht und selbstverliebt als scheinbarer Frauenverächter: Tobias Voight), die beide zunächst gar keinen Partner wollen. Die sich als beziehungsunwillige Heiratsfähige mit flapsigen Sprüchen den Ernst des Lebens vom Leib zu halten versuchen.

Verliebt in die Liebe

Sie werden durch eine gut inszenierte Täuschung davon überzeugt, dass der jeweils andere sie liebt. Das schmeichelt natürlich und macht die beiden schließlich verliebt in die Liebe.

Aber Shakespeares vielleicht spritzigste Komödie um Liebe und Hinterlist thematisiert auch die Irrtümer des Herzens, die dunkle Seite im Geschlechterkampf, zeigt, wie schnell Liebe in Eifersucht, Hass und Gewalt umschlagen kann.

Szenenfotos

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©Sepp Gallauer / Landestheater Niederösterreich

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Infame Intrige

Denn Gefühle sind manipulierbar: Während sich die überzeugten Singles Benedikt und Beatrice von anderen einreden lassen, ineinander verliebt zu sein – so lange, bis sie es zuletzt selbst glauben – lässt sich Claudio von einer Intrige täuschen.

Mitten im bunten Spiel um Lieben und Zurücklieben sorgt plötzlich der hinterlistige Don John (Moritz Vierboom, zuletzt am Burgtheater) für Aufruhr, als er Hero (Swintha Gersthofer) in der Nacht vor der Hochzeit mit Claudio (Pascal Gross) der Untreue überführen will.

Der Bösewicht hat die Intrige aus purer Lust an der Zerstörung angezettelt, und Claudio fällt emotional von einem Extrem ins andere: Aus seiner Liebe zu Hero wird Hass.

Turbulent geht’s zu auf diesem Schlachtfeld der Liebe. Bis zum Happy End. Blendend neben Anne Bennent als der schließlich gezähmten „Lady der Verachtung“: Benno Ifland als Heros ehrversessener und glaubhaft verzweifelter Vater Leonato. Die Akteure stolpern und purzeln mit überschäumendem Spielspaß durch die Sperrholz-Ausstattung (Hugo Gretler).

Die satirische Farce über die Possen und Posen des Daseins – vor der Pause mit Längen – wird mit Folk bis Pop musikalisch untermalt.

Fazit: Die Inszenierung, der es nicht an Witz und schon gar nicht an schauspielerischer Qualität fehlt, berührt Kopf, Herz und die Lachmuskeln.

KURIER-Wertung: **** von *****

Info: Nächste Vorstellung von „Viel Lärm um nichts“ am 15. Februar; Karten: 02742/ 90 80 60 600 www.landestheater.net

Erstellt am 29.01.2013