Kultur
22.11.2017

Kurt Kocherscheidt: Gemalt, um zu bleiben

Im Palais Schönborn-Batthyány stehen die letzten Jahre des Malers (1943 – 1992) im Fokus.

Es sind wuchtige Bilder, nicht nur vom Format her: Die Gemälde von Kurt Kocherscheidt, die im barocken Palais Schönborn-Batthyány hängen, vermitteln auch in ihren Farben – oft Braun, Ocker und Schwarz – und in ihren Formen massive Präsenz. Dennoch kommen sie ohne das erdige Pathos aus, das etwa ein Anselm Kiefer in seine Gemälde legt.

Es sind "späte" Werke von einem, der früh – mit 49 Jahren – verstarb: 1968 hatte Kocherscheidt als Teil der Gruppe "Wirklichkeiten" die Kunstbühne betreten. Der Weg von den oft bunten Werken dieser Zeit bis zu den Arbeiten der 1980er und frühen ’90er Jahre ist weit: Der Gegenstand – wenngleich nie ganz fallen gelassen – erscheint ferner als je zuvor, die Malerei ist ganz auf ihre Möglichkeiten, aus der Farbe heraus Raum und Form zu schaffen, konzentriert.

"Das Autonome in den Vordergrund zu stellen, war seine Absicht", sagt die Fotografin Elfie Semotan, die mit Kocherscheidt von 1973 bis zu seinem Tod 1992 verheiratet war. Diese Autonomie "begreift sich auch als Distanz von der Befindlichkeit des Künstlers", sagte der Maler: Bei aller Wucht war seine Kunst nie bloß dem expressiven Pinselschwingen geschuldet, dieses war in den 90er Jahren auch hoch suspekt geworden. An der Malerei hielt Kocherscheidt dennoch fest.

Ausgerichtet wird die Schau von den Händlern Wienerroither & Kohlbacher (W & K), doch sind nur fünf Werke verkäuflich (30.000 – 40.000 €). W & K wollen primär Aufmerksamkeit erzeugen: Angesichts der Tatsache, dass die einstige "Wirklichkeiten"-Künstlerin Martha Jungwirth heuer den Kokoschka-Preis erhält und auch Franz Ringel in einer Schau geehrt wird (bis 28.11., Galerie Suppan im Palais Coburg), ist das Ansinnen mehr als gerechtfertigt.

INFO

Bis 26.1., Renngasse 4, Di – Fr 11-17 Uhr, Do 11 – 20 Uhr, Eintritt frei.