Kunsthalle: Neue Leitung noch vor Sommer

explosionsskulptur
Foto: Daniel Knorr, Foto: Kunsthalle Wien 2012 Die Skulptur "Explosion" am Karlsplatz public space (mehr dazu in der Bildergalerie unten).

Gerald Matts Nachfolge wird von 14. April bis 20. Mai international ausgeschrieben. Die Schau "Mysterium Leib" wurde kurz vor der Eröffnung abgesagt.

Die Kunsthalle Wien soll nach dem Abgang von Gerald Matt noch vor dem Sommer eine neue künstlerische Leitung erhalten. Die zweite Hälfte des künftigen Geschäftsführungs-Duos werde von 14. April bis 20. Mai international ausgeschrieben, teilte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) am Donnerstag in einer Aussendung mit. Die Entscheidung werde er noch vor dem Sommer treffen. Die neue kaufmännische Geschäftsführung soll schon Ende April feststehen, die Bewerbungsfrist läuft noch bis Dienstag.

   Der Aussendung zufolge soll nach dem 20. Mai eine Personalberatungsfirma eine Vorauswahl treffen, bevor eine Jury Hearings durchführt und eine Shortlist erstellt. Die Mitglieder dieser Jury sollen unabhängig sein und noch vor der Ausschreibung bekanntgegeben werden. "Damit kann die Kunsthalle gestärkt in die Zukunft gehen und sich wieder ihren Kernaufgaben widmen", so Mailath am Tag nach der Aufsichtsratssitzung.

   Bei dieser war noch keine Übernahme der Geschäfte des bisherigen Trägervereins durch die neue Kunsthalle Wien GmbH beschlossen worden, da der endgültige Prüfbericht noch nicht vorgelegen war. Am 10. April gibt es die nächste Aufsichtsratssitzung.

Ausstellung abgesagt

Auch in Zeiten, in denen in Zusammenhang mit der Kunsthalle Wien mehr über Verein und GmbH, Untersuchungen und Vertragsauflösungen geschrieben wird, setzt die Kunsthalle ihr Ausstellungsprogramm fort - nicht ganz plangemäß allerdings: Eine der drei in und um den project space am Karlsplatz geplanten Ausstellungen musste kurz vor der für heute Abend geplanten Eröffnung abgesagt werden. Zu sehen sind nun zwei Kunst-Installationen, die statt von der "Kunst im Öffentlichen Raum" (KÖR) künftig von der Kunsthalle selbst programmiert werden: Daniel Knorr zeigt, umtost vom innerstädtischen Verkehr, eine materialisierte "Explosion", Ulrike Lienbacher hat vis-a-vis des project space eine Fotoleiste aus ganz speziellen Kartenhäusern affichiert.

   Abgesagt werden musste "Mysterium Leib. Berlinde De Bruyckere im Dialog mit Cranach und Pasolini". Als Kontrast zu den Skulpturen der belgischen Künstlerin hätte ein Originalgemälde von Lucas Cranach d. Ä. ausgestellt werden sollen. Die vorab vorgenommenen Luftfeuchtigkeits-Messungen hätten jedoch plötzlich gravierende Abweichungen von den Idealwerten ergeben, erklärte Kunsthallen-Kurator Lucas Gehrmann. Als Verursacher seien Schäden an Fenstern und am Dach festgestellt worden, die nicht kurzfristig zu beheben seien. Mit einer Cranach-Kopie sei aber De Bruyckere nicht einverstanden gewesen.

   Vom angestrebten Dialog ist nur eine Video-Installation übriggeblieben: Für "Pasolinicode02112011" zeigt Ludwig Wüst eine 16-minütige Arbeit, die sich mit der Ermordung Pier Paolo Pasolinis in Ostia beschäftigt, die seit 2. November, dem Todestag Pasolinis, im Internet abrufbar ist und vor wenigen Tagen bei der "Diagonale" als Film uraufgeführt wurde, nun im Kunst-Kontext als "Raumerlebnis" mit Erde aus Ostia. Man werde versuchen, den restlichen "Mysterium Leib" im nächsten Jahr im Museumsquartier nachzuholen, sagte Gehrmann.

   Zu sehen ist dagegen die graue Skulptur "Explosion" von Daniel Knorr und die Kartenhäuser von Ulrike Lienbacher (siehe Bilderstrecke oben).

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(apa / tem) Erstellt am
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