Kultur 05.12.2011

Kulman sagte auch für "Tristan" ab

© Bild: Schraml / Kurier

Mezzosopranistin Elisabeth Kulman erlitt bei Proben eine Kehlkopfverletzung. Alle Auftritte bis 20.9. wurden wegen Stimmverlusts abgesagt.

Jetzt musste Elisabeth Kulman auch ihr Rollendebüt als Brangäne in Wagners Oper "Tristan und Isolde" bei der Ruhrtriennale in Bochum (Premiere: 28. August) absagen.
Auftritte der Sängerin bis einschließlich 20. September sind nicht möglich.
Die Ärzte haben der Mezzosopranistin aus Oberpullendorf nach einem schweren Probenunfall absolute Stimmruhe verordnet.

Kulman hatte am Dienstag einen schweren Probenunfall erlitten: Bei der Vorbereitung der Produktion "Tristan und Isolde" im Rahmen der Ruhrtriennale in Bochum erlitt die 38-jährige Kulman einen heftigen Schlag auf den Kehlkopf, wie ihr Management am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte. Die Folge: Ein totaler Stimmverlust sowie starke Schwellungen und Einblutungen der Stimmlippen. Die Chancen auf Genesung stehen laut den Ärzten jedoch gut.

Die Sängerin wurde nach dem Unfall ins Bochumer St. Elisabeth-Hospital eingeliefert. Nach Einschätzung der Mediziner ist unter Einhaltung absoluter Stimmruhe mit einer langsamen Genesung innerhalb der nächsten Wochen zu rechnen, wobei die Chancen für Kulman, keine bleibenden Schäden davonzutragen, gutstünden.

"Ich bin von dem Unfall zutiefst geschockt, denn der Kehlkopf ist der empfindlichste Körperteil, quasi die Achillesferse des Sängers, der Sängerin. Die Stimme zu verlieren, ist ein Alptraum; sie ist unser Kapital, unsere Stradivari", so Kulman in ihrem Newsletter.

Kulman feierte zuletzt große Erfolge

Die geplanten Auftritte der kommenden Wochen musste die Mezzosopranistin jedenfalls absagen. Davon betroffen sind zwei Mahler-Liederabende gemeinsam mit dem Ensemble Amarcord Wien beim Festival RheinVokal (24. Juli) und beim Attergauer Kultursommer (26. Juli) sowie Gustav Mahlers "Das klagende Lied" mit den Wiener Philharmonikern unter Pierre Boulez am 28. und 31. Juli bei den Salzburger Festspielen.

Kulmann feierte nicht zuletzt an der Wiener Staatsoper große Erfolge, so als Fricka in Wagners "Rheingold" und "Walküre", als Waltraute in der "Götterdämmerung" oder als Gora in der Welturaufführung von Aribert Reimanns "Medea". Zuletzt war sie im Frühjahr in der spektakulären "Anna Bolena" mit Anna Netrebko und Elina Garanca als Smeton zu sehen. Bei den Salzburger Festspielen 2010 gab sie ihr Debüt als Orfeo in Glucks gleichnamiger Oper unter der Leitung von Riccardo Muti.

Erstellt am 05.12.2011