Kronehit: "Digitalradio ist eine Sackgasse"

Kronehit-Chef Swoboda: "Wir machen, was die Hörer wollen"
Foto: Kronehit, Screenshot: kronehit.at

Der Sender Kronehit gehört zu den Siegern des jüngsten Radiotests. Warum das so ist, erklärt Geschäftsführer Ernst Swoboda.

Normal ist, dass Konsumenten Radio hören. Besser funktioniert das Medium allerdings, wenn auch der umgekehrte Weg eingeschlagen wird - wenn also Radio(-macher) aufs Publikum hört.

Zu diesem Aha-Erlebnis trägt der jüngste Radiotest bei, zu dessen Gewinnern das österreichweite Privatradio Kronehit zählt, an dem auch der KURIER beteiligt ist.

Geschäftsführer Ernst Swoboda: "Wir machen, was die Hörer wollen. Wir befragen sie laufend und versuchen, das Programm nach ihren Wünschen ständig weiterzuentwickeln." In jedem Fall geht es immer um "die meiste Musik", wie auch im Werbeslogan des Radios.

Das kommt beim Publikum sehr gut an: Kronehit hat in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen aber auch bei allen Hörern an Reichweite und Marktanteilen - zum Teil signifikant - zugelegt. "Wir erreichen inzwischen wochentags 738.000 Hörer, deren Zahl hat sich damit in den letzten acht Jahren verdoppelt", erläutert Swoboda. Ö3 sieht er trotzdem "nur in der Ferne." Wobei er nicht glaubt, dass Ö3 die im Radiotest ausgewiesenen Hörerzahlen tatsächlich erreicht.

Damit die Entwicklung bei Kronehit positiv weitergeht, ist man auch jenseits der UKW-Frequenzen aktiv. Eine relevante Spielwiese ist für Kronehit mittlerweile Social Media geworden. "Wir haben 170.000 Fans auf Facebook, was für eine Medienunternehmen sehr ordentlich ist. Außer Ö3 kommt da niemand auch nur in unsere Nähe."

Streams, Podcasts, Webradio-Kanäle aber kein digitales Radio

Forciert werden zudem Streams, Podcasts sowie der Ausbau von Webradio-Kanälen. Wenn dann auch noch, wie derzeit, die Compilation "Krone Hit Vol. 8" ausgerechnet in den Ö3-Charts top ist, ist man im digitalen Himmel.

Umso erstaunlicher ist, dass Swoboda nichts davon hält, nach dem Fernsehen auch beim Radio den Umstieg auf digital anzugehen. Was gerade in Deutschland mit DAB+ versucht wird. "Ein digitales Paralleluniversum bringt Hörern keinen Mehrwert, sondern nur die Kosten für neue Geräte", so Swoboda. Er ist auch dagegen, den Radios den Umstieg aus Steuermitteln zu subventionieren. "Weil das Digitalradio ein Sackgasse ist. Wer das unbedingt machen will, soll selbst zahlen und nicht der Steuerzahler."

Die so eingesparten Millionen würde Swoboda gern gegen die novellierte Glücksspielabgabe tauschen. Wegen der müssen jetzt selbst bei kleinsten Preisausschreiben Abgaben bezahlt werden. "Wir haben kleine Kulturinitiativen und Konzertveranstalter mit Karten-Verlosungen unterstützt. Nun wurde das per Gesetz erschwert - das ist skurril."

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(KURIER / Christoph Silber, Anna Gasteiger) Erstellt am
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