Kultur
07.02.2018

Kritik zu "Fifty Shades Of Grey": Boing. Bumm. Tschak.

Der letzte Teil der Soft-SM-Saga tut ein bisschen weh.

Wie praktisch! Als millionenschweres, aber den Autschi-Seiten des Sexlebens zugetanes Paar hat man einen Vorteil: Man hat, wenn das fiese Schicksal einem den bösen Stalker aus der Vergangenheit ins Haus schickt, gleich Handschellen bei der Hand, um diesen zu fesseln.

Und wenn er weiter schlimm ist, gibt es einen Klaps auf den Po. Mit der Reitgerte. Boing. Bumm. Tschak.

Nur ein bisschen

Das tut ein bisschen weh, und ist deshalb ein schönes Sinnbild für den dritten Teil der aus dem Amazon-Selbstverlagssumpf zur supererfolgreichen Bestseller-und-Filmtrilogie emporgestiegenen Ein-bisschen-Sado-ein-bisschen-Maso-Geschichte.

Denn der neuen Verfilmung geht es wie uns im Leben: Man muss die Zeit ja irgendwie füllen, egal womit, vor allem, wenn man damit ganz leicht ganz viele Millionen verdienen kann. Handlung gibt es so gut wie keine, jedenfalls keine nennenswerte: Anastasia ( Dakota Johnson) und Christian (Jamie Dornan) sind jetzt ein Ehepaar, haben es sex- und emotionsmäßig immer noch nicht ganz leicht, und weil das gar ein bisschen dünn ist, kommt noch ein wenig Vergangenheitsdrama dazu.

Das wäre in 15 Minuten erzählt, was nicht reicht: Man muss ja doch irgendwie zwei Stunden rumbringen, bevor man sich dann beim Mädelsabend die Erinnerung an diesen Film gemeinsam wegtrinken kann. Also hauen (hihi) die Macher Versatzstücke aus allen möglichen Filmklischees zusammen, und behaupten dann, dass das ein Film ist.

Es gibt, Viertel-Fast und Achtel-Furious, eine Autoverfolgungsjagd, es gibt Schöne-Dinge-Porno – Privatjet! Ferienhaus in Aspen! Six-Pack! – und regelmäßige Sexszenen, es gibt, äh, sonst sicher auch noch etwas, das jetzt nicht in Erinnerung blieb.

Das Schönste daran sind die gesponserten Autos, und für den Humorbegabten auch, dass ausgerechnet Audi für die Soft-SM-Saga die Karossen beisteuert.

Sie verstehen, AU-di, hihi.

Entschuldigung.

Safeword!

Man will währenddessen immer wieder das Safeword rufen, jenen Begriff, den die, die auf Schmerzen beim Sex stehen, ausmachen, um die Sache zu beenden, wenn sie zu weit geht. Stop! Nein! Aua! Hilfe! Nützt nichts.

Nichts gegen "Fifty Shades"! Die Saga hat vielen ermöglicht, ein bisschen Pfeffer ins Sexleben zu bringen, zwar Ersatzpfeffer, aber egal. Und es ist, á propos, wirklich auch schon egal; wenn Sie die zwei vorigen Folgen gesehen haben, dann schauen Sie halt auch die letzte. Wenn Sie dabei wegnicken, ist das schon okay. Denn künftig gibt es, dank Grey-Nachwuchs, ohnehin nur noch Fifty Shades of Schlaflosigkeit.