Caleb Followill: Auch der Frontmann von Kings Of Leon empfand das Konzert in Wiesen als eines der besten der Band

© /florian wieser

Kritik
06/12/2014

Kings Of Leon: Nach Entzug wieder mit Leidenschaft

Kings Of Leon, die Könige des Southern- Rock, kamen mit neuer Einstellung nach Wiesen.

von Brigitte Schokarth

Nur wenige, die Kings Of Leon 2010 in der Wiener Stadthalle sahen, waren damals nicht enttäuscht. Zu kurz war die Show, zu uninteressiert die Musiker, sagten die Kritiker.

Diesen Eindruck hat die Band um Sänger Caleb Followill Mittwoch beim Auftritt in Wiesen endgültig ausgebügelt. Von Anfang an zeigten sich sowohl Kings Of Leon, als auch das von Vorgruppe Madsen perfekt auf Mitsingen und Abfeiern eingestellte Publikum in Hochform.

Gleich der Einstiegs-Song "Supersoaker", die erste Single des jüngsten Albums "Mechanical Bull", wird von einem Massenchor begleitete. Was nicht nur der Anfangs-Euphorie zuzuschreiben ist, denn es geht zwei Stunden lang ähnlich weiter.

Und das, obwohl Kings Of Leon nichts grob anders machen, als vor vier Jahren in der Stadthalle. Schon damals waren sie mit dem Album "Only By The Night" zu Stadion-Rock-Größe aufgestiegen. Auch ihrem melodiösen, Blues-getränkten Rock-Stil sind sie seither weitgehend treu geblieben.

Was den Unterschied macht, ist allein die Präsenz der Musiker. Nicht länger hat man das Gefühl, dass sie im Geist in Kalifornien surfen, während allein die Routine die Instrumente bedient.

Einstellung

Nein, anno 2014 ist klar: Alle Vier wollen ganz bewusst im Hier und Jetzt mit den knapp 8000 Fans in Wiesen Hits wie "Radioactive", "Use Somebody" und "Sex On Fire" zelebrieren. Das liegt an einer ganz neuen Einstellung zur Band: 2010 war die nämlich aufgrund der Alkohol- und Medikamenten-Sucht von Caleb kurz vor der Trennung. Doch nach einer einjährigen Pause, in der Caleb seiner Sucht Herr werden konnte, kamen Kings Of Leon "so entspannt wie noch nie" wieder zusammen.

Das hört man hier. Deshalb ist das Konzert auf angenehm unspektakuläre Wiese so schön. Zwar macht ein riesiger Videoschirm dezentes Spektakel, zeigt Autos und Pferde, aber zumeist Live-Bilder der Musiker.

Denn hier zählt diese ursprüngliche Essenz von Konzerten: Die Songs und der gemeinsame Spaß, den Musiker und Fans daran haben. Einziges Manko: Der Sound ist nicht optimal. Die Stimmung passt dafür perfekt.

KURIER-Wertung:

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