Kultur
27.02.2015

Katy Perry live: Viel Spaß zwischen Torte und goldenem Pferd

Katy Perry zeigte, dass sie ihre Musik nicht nur als Soundtrack für eine Materialschlacht sieht.

Donnerstagabend in der Wiener Stadthalle: Man fühlt sich wie im Kino. Charlie XCX hat gerade einen routinierten, aber nicht nachhaltig beeindruckenden Auftritt hingelegt. Jetzt warten alle auf Katy Perry, den Haupt-Act des Abends. Und als Countdown gibt es auf den Seiten-Bildschirmen Werbe-Clips.

Eigentlich ist dieses Kino-Feeling gar nicht unpassend. Denn Perry startet ihre Show, als wäre die ein Film, als ginge es nur um das Visuelle. "Prismatic" hat sie diese Tour genannt, steigt deshalb zu Beginn aus einer Pyramide, die sich aus hochklappenden Dreiecken bildet. Kein Musiker steht auf der Bühne, der Hit "Roar" plärrt von der Konserve aus den Boxen , während Perry zwischen Lanzen schwingenden Tänzern mit bunt leuchtenden Irokesen herumturnt.

Ähnlich geht es weiter. Die Amerikanerin hat die Show in sechs Abschnitte geteilt, und der erste bleibt ganz beim Material-Schlacht-Konzept. Dem Gros der Fans ist das egal. Die aufgeregten Noch-Nicht-Teenager kreischen, dass sie bald keine Luft mehr kriegen.

Bilder der Show

Katy Perry in Wien: Bilder der Show

1/18

AUSTRIA MUSIC

KONZERT: KATY PERRY

KONZERT: KATY PERRY

KONZERT: KATY PERRY

KONZERT: KATY PERRY

KONZERT: KATY PERRY

KONZERT: KATY PERRY

AUSTRIA MUSIC

Fatsuits & Springschnüre

Aber immerhin: Perry sing live. Und nachdem die 30-Jährige die 13.500 Besucher auf einer Hebebühne zehn Meter über den Köpfen der Fans begrüßt hat, kommen auch Musiker auf die Bühne. Dadurch wird der Sound besser, dadurch verblasst das Kino-Feeling. Eine Material-Schlacht ist die Show aber noch ein bisschen länger: Bei "Dark Horse" reitet Perry in ägyptischer Kulisse auf einem goldenen Pferd, bei "E.T." wickeln sich ihre Tänzer um ein unter der Decke hängendes Stahlgerüst, als wären sie Cirque-du-Soleil-Artisten. Es gibt Tänzerinnen in Fatsuits, neonbunt leuchtende Springschnüre und einen aufblasbaren Cadillac.

Aber Perry wirkt nicht – wie US-Medien bei den dortigen Auftritten kritisierten – wie eine teilnahmslose Pop-Arbeiterin. Sie zeigt Spaß an der zuckerlbunten Party, bückt sich immer wieder, um die Hände der Fans zu schütteln und holt dann Fabian auf die Bühne, damit der ein Selfie mit ihr machen kann.

Dazu hat sie jede Menge Hits, die sich mit ihren markanten Melodien auch in die Gehörgänge der Mamas und Papas ihrer Fans gegraben haben. "I Kissed A Girl" und "Hot N Cold" – da wippen auch sie schon fröhlich mit. Vielleicht auch, weil sich der Fokus jetzt mehr und mehr von Material-Schlacht auf Konzert verschiebt.

Torten-Thron

Ein Highlight ist der Akustik-Teil. Okay, ein bisschen Glamour muss auch da sein. Aber auch zwischen Plastik-Sonnenblumen ist Perry bei der Piano-Ballade "By The Grace Of God" oder als Solistin mit Gitarre und Stimme durchaus überzeugend.

Und das bleibt sie bis zum Schluss, auch wenn es da wieder mehr Show-Gags gibt. Bei "Walking On Air" schwebt Perry durch die Halle. Für "Birthday" holt sie sich Tanja auf die Bühne, die den ganzen Song lang wie eine Königin auf einer monströsen Torte thront. "California Gurls" und "Firework" reißen dann auch die älteren Semester von den Sesseln.

Fazit: Zu Beginn war "Prismatic" nur das, was eine Charts-Pop-Show heute zumeist ist. Am Ende das, was sie im besten Fall sein kann – eine spaßige Kombination aus Kindergeburtstag und Konzert.

KURIER-Wertung:

Arnold Schwarzenegger traf Katy Perry Backstage

Zwei Kalifornier in Wien: Arnold Schwarzenegger und Popstar Katy Perry haben sich, gestern Donnerstag im Backstage-Bereich der Wiener Stadthalle nach dem Konzert der US-Sängerin getroffen. Die 30-Jährige outete sich bereits zuvor bei ihrem Auftritt mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Arnold is Numero Uno" als Fan des 67-jährigen "Terminators", berichtete die Wiener Stadthalle am Freitag.

Das "California Girl" aus Santa Barbara ließ auch auf Twitter wissen, dass sie Kaliforniens Ex-Gouverneur schätzt. Die Show von Perry sah Schwarzenegger gemeinsam mit 13.500 Fans. Beim anschließenden Backstagetreffen waren unter anderem auch Arnolds Agent Michael Knives und Alexa Wesner, die US-Botschafterin in Wien anwesend.