Kanye West performs at the 2012 BET Awards in Los Angeles on July 1, 2012. REUTERS/Phil McCarten (UNITED STATES - Tags:ENTERTAINMENT) (BET-SHOW)
Kanye West performs at the 2012 BET Awards in Los Angeles on July 1, 2012. REUTERS/Phil McCarten (UNITED STATES - Tags:ENTERTAINMENT) (BET-SHOW)

© Reuters/PHIL MCCARTEN

CD-Kritik

Kanye West: Gute Idee - aber keine Songs

CDs der Woche in der Kurzkritik: "Yeezus" + "Trouble Will Find Me" von The National + "Mehr Glanz" von Ringswandl.

von Brigitte Schokarth

06/26/2013, 04:28 AM

Gleich der erste Song auf Kanye Wests ganz ohne Cover, Booklet oder sonstigem Papier ausgelieferte CD „Yeezus“ zeigt, wo es dabei krankt: Ein verzerrter Bass wummert und pumpt und schafft sofort Atmosphäre. Doch „On Sight“ entwickelt sich nicht weiter. Stattdessen rappt West drüber, bis die Atmosphäre weg ist. Genauso geht es weiter. Musikalisch findet man einige unter die Haut gehende Ansätze, die wirken aber wie Schnipsel und Bruchstücke, die zufällig nebeneinander liegen. Selten erwachsen daraus Songs, West macht sich keine Mühe, seinen egozentrischen Erzählungen eine zusammenhängende Unterlage zu basteln.

KURIER-Wertung: *** von *****

Bewertung: Nur wenige Tracks funktionieren wie Songs, denen man von A bis Z folgen will. Sonst wirkt „Yeezus“ wie ein Haufen Ideen-Splitter, die nur durch die Raps verbunden sind.

schoki

So schön war Schwermut selten

Matt Berninger, Sänger der amerikanischen Indie-Band The National, hat mit dem Rauchen aufgehört und Roy Orbison gehört. Beides beeinflusst „Trouble Will Find Me“ positiv. Erstens hat seine Stimme mehr Facetten bekommen, zweitens hat er viele sofort einnehmende Melodien geschrieben. Sonst sind The National aber dem Erfolgssound des Vorgängers „High Violet“ treu geblieben. Sie packen die gewohnt düstere Grundstimmung in getriebene, an U2 erinnernde Songs wie „Sea Of Love“, in das mit Leonard-Cohen-Flair getränkte „Demons“, oder in die simple, aber unendlich traurige Piano-Ballade „Hard To Find“. Einfach schön.

KURIER-Wertung: ***** von *****

Bewertung: Einmal mehr ein unwiderstehliches Album von der Band aus Brooklyn, die Melancholie und Schwermut schon so oft in makellose Schönheit verpackt hat.

schoki

Neues vom Valentin des Rock ’n’ Roll

"Mehr Glanz!“ ist der Titel des neues Albums von Ringsgwandl. Und „Mehr Glanz“ fordert der bayerische Kabarettist und Rocksänger, der meint: „Nur Irre haben mein Zeug im Plattenschrank.“ Mit selbstironischem Understatement erklärt der promovierte Mediziner: Für die wirklich hohe Kunst sei er zu primitiv, für die Popmusik zu kompliziert.

Angenehm unangestrengt, musikalisch wie auch textlich, kommt die neue Scheibe daher. Lieder wie „So geht’s net“ haben Witz und verraten einen wachen Blick auf die tragikomischen Details der menschlichen Existenz, entlarven Skurrilitäten des Alltags.

KURIER-Wertung: ***** von *****

Bewertung: Die 13 neuen Lieder zeigen, dass Wahnsinn und Genie, GlĂĽck und Leiden in Ringsgwandls Welt, die unsere Welt ist, sehr nahe beisammenliegen.

ROS

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