Kultur
02.02.2018

Kärntner Landesorden in Gold für Peter Handke

LH Kaiser bezeichnete Handke als einen der größten Literaten Europas, wenn nicht der Welt.

In Stift Griffen (Bezirk Völkermarkt) ist am Freitagabend der Schriftsteller Peter Handke mit dem Kärntner Landesorden in Gold ausgezeichnet worden. Die Verleihung nahm Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) im ehemaligen Refektorium des Stiftes vor. Handke war mit seiner Frau Sophie und Tochter Amina in seinen Heimatort gekommen.

Zahlreiche Gäste aus Politik und Kultur nahmen an der Verleihung im ehemaligen Prämonstratenser-Chorherrenstift teil, unter ihnen der Büchner-Preis-Träger Josef Winkler, der Verleger Jochen Jung, der Literaturwissenschaftler Klaus Amman und die Autorin Maja Haderlap, aber auch der Diplomat Valentin Inzko mit seiner Frau, der Mezzosopranistin Bernarda Fink. Der gemischte Chor Griffen sang, Bürgermeister Josef Müller ( ÖVP) und "Hausherr" Pfarrer Johann Dersula besorgten die Begrüßung, letzterer auch in slowenischer Sprache.

Kuratorin Katharina Pektor nahm anschließend eine Einführung in die Handke-Dauerausstellung, die im ersten Stock des Stiftes untergebracht ist, vor. Die Ausstellung gibt es seit nunmehr 21 Jahren, sie wurde nun neu gestaltet und, so Pektor, "um die letzten 20 Jahre ergänzt", am Samstag findet die offizielle Eröffnung statt. Ausstellung und Katalog seien ein Geschenk der Gemeinde Griffen und des Landes Kärnten an Peter Handke, sagte die Kuratorin.

Kulturlandesrat Christian Benger (ÖVP), der in Griffen wohnt, meinte, ihm würden die Worte fehlen, wenn er hier stehe, um einen Griffener zu ehren. Benger zitierte aus Handkes jüngstem Werk "Die Obstdiebin". Handke habe die Welt mit einer Literatur beschenkt, die bereichert, die beflügelt, die aufmerksam mache auf Dinge und Erscheinungen, die vielleicht nicht auf den ersten Blick ins Auge stechen würden. Handkes Werk sei eine Bereicherung der Weltliteratur. Benger überreichte Handke als Geschenk ein Sortiment an Stickgarn und ein Buch mit Stickmotiven, was Handke, der selbst gerne stickt, sichtlich Freude machte.

Kaiser bezeichnete Handke als einen der größten Literaten Europas, wenn nicht der Welt. Die höchste Auszeichnung, die Kärnten zu vergeben hat, werde ihm mit Verzögerung überreicht, da man dafür ein Gesetz habe ändern müssen. Er sei nun auch ein wenig froh, dass die Auszeichnung nicht unmittelbar zum Geburtstag des Autors überreicht worden sei, sondern mit einer zeitlichen Distanz, "die Auszeichnung weist damit schon ins neue Jahr". Handke habe eine "seltene Bindung" zu seinem Heimatort, zu Details wie Marterln, Bildstöcke. Die Verortung dieses Gefühls könne man als Heimat bezeichnen, Handke sei Literat, Weltbürger, aber immer Kärntner.

Der Autor bedankte sich und ging auf Kaisers Worte ein. "Ich habe mich ja selber im Lauf meines Lebens nie als Schriftsteller in der Rolle gespürt." Aber während er dem Landeshauptmann zugehört habe bei dessen Passage mit der Verortung meinte er "wenn man mich als Ortschriftsteller bezeichnet, dann trifft das zu". Er habe ja das Hauptwort Schriftsteller immer übertragen in das Zeitwort schreiben, denn: "Das Schreiben ist ja nicht das Natürliche, es ist nicht normal, zu schreiben. Aber mit der Zeit wird es deine Mit-Natur, etwas Mit-Natürliches." Abschließend meinte Handke mit einem verschmitzten Lächeln: "Ich habe diese Auszeichnung ja überhaupt nicht verdient." Er erntete dafür Gelächter und Applaus, anschließend ging es zur Besichtigung der Ausstellung.