Kultur 12.02.2017

Josef Hader: "Bin Kabarettist, mich kann man nicht entlassen"

Pia Hierzegger und Josef Hader © Bild: REUTERS/FABRIZIO BENSCH

Josef Hader plaudert in der Pressekonferenz in Berlin über Grubenarbeiter und Kritiker.

Manchmal ist es ganz gut, wenn man abgelehnt wird. Dann hat man nämlich plötzlich viel freie Zeit zur Hand.

So erging es Josef Hader: Nachdem ein Filmprojekt mit "Knochenmann"-Regisseur Wolfgang Murnberger von österreichischen Förderstellen abgeschmettert worden war, hatte er "einen Sommer frei". Und in dem entstand sein Drehbuch zu "Wilde Maus", erzählt der Debütregisseur anlässlich der Pressekonferenz zu der Premiere von "Wilde Maus" in Berlin.

Warum er sich selber die Hauptrolle gegeben habe, will jemand wissen: "Weil ich in Österreich, aber nur in Österreich jemand bin, für den man ins Kino geht", so Haders bescheidene Antwort.

Gemeinsam mit seinen Hauptdarstellern Georg Friedrich, Pia Hierzegger und Jörg Hartmann ("der einzige Piefke auf der Bühne") steht Josef Hader Rede und Antwort. Die Frage nach dem gefeuerten Kritiker und die prekäre Lage des Journalismus drängt sich gleich als erstes auf: "Die Printjournalisten sind heute das, was die Grubenarbeiter im England der 80er Jahre waren", pointiert Josef Hader zu beifälligem Gelächter, und: "Ich bin Kabarettist, mich kann man nicht entlassen."

Auch sei sein Verhältnis zu Kritikern bislang immer sehr entspannt gewesen, zumindest in seiner Arbeit als Kabarettist: "Zuerst ist man jung, dann fällt einem kurz nix ein – und dann ist man eine Ikone."

( kurier.at ) Erstellt am 12.02.2017