Kultur 15.02.2018

Jonas Kaufmanns #MeToo-Moment: "Hatte wirklich Angst"

Jonas Kaufmann © Bild: AP/Sebastian Widmann

Der Startenor wurde als Student in Zusammenhang mit einem Konzert bedrängt.

Startenor Jonas Kaufmann wurde, noch als Student, von einem Veranstalter ein Konzert angeboten - aber nur, sollte Kaufmann ihm eine Ganzkörpermassage verabreichen. "Ich hatte wirklich, wirklich Angst", sagte Kaufmann im Interview mit dem britischen Spectator. Das Konzert singen zu können wäre "fantastisch" gewesen, sagt Kaufmann. "Ich war 20 oder 22, und ich verstehe, dass wenn man glaubt, dass es deine Chance ist, dass man dann mitmacht", sagt Kaufmann. "Aber das habe ich nicht."

Auch angesichts dieser eigenen Übergriffserfahrung findet der Sänger, dass das Pendel im Zuge der #MeToo-Debatte zu weit in die andere Richtung ausgeschlagen habe. Es gebe viel im musikalischen Repertoire, dass man nach diesen Maßstäben hinterfragen müsste: "Wenn selbst die kleinen erotischen Anspielungen, die die Komponisten der 20er eingebaut haben, nicht mehr angebracht sind, dann kann man das halbe Opernrepertoire nicht mehr spielen." Und es gebe viele Menschen, die "allein leben, weil sie keinen Weg finden, jemanden anzusprechen".

( kurier.at ) Erstellt am 15.02.2018