Kultur 20.01.2012

Johnny Otis starb im Alter von 90 Jahren

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Er hat als "Godfather des R&B" den Blues geprägt: Der US-Musiker Johnny Otis ist tot.

Johnny Otis. Dieser Name steht für Hits wie "Ma, He`s Making Eyes At Me" und "Willie and the Hand Jive" - ein Song, der zum Klassiker wurde und 1974 als Cover von Eric Clapton ein Revival feierte. Otis bewies auch als Talentsucher ein gutes Händchen: Er entdeckte unter anderem spätere Größen wie Etta James, Little Richard und Hank Ballard. Geboren als John Veliotes wuchs der Sohn griechischer Immigranten in einer vorwiegend afroamerikanischen Nachbarschaft in der Nähe von San Francisco auf. Er übernahm diese Kultur als die eigene, änderte seinen Namen und erklärte 1979 in einem Interview mit der "LA Times", dass er lieber Afroamerikaner wäre. "In der schwarzen Kultur liegt eine wundervolle Reichhaltigkeit, die ich bevorzuge", meinte er damals.

Otis spielte auch in Jazz-Gruppen mit und hatte bereits im Jahr 1946 mit dem Lied "Harlem Nocturne" seinen ersten Hit. 1947 gründete Otis die R&B-Band California Rhythm And Blues Caravan, mit der er durch die USA zog und jungen Talenten wie Etta James oder Esther Phillips eine Chance auf der Bühne gab. Für James schrieb er 1955 ihren ersten Chartbreaker "The Wallflower". R&B-Songs wie "So Fine", "Double Crossing Blues" und "All Nite Long" stammen aus seiner Feder. Mit der Johnny Otis Show feierte der Musiker selbst Erfolge und wurde 1994 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Dort wird er auch für immer seinen Platz haben. Otis starb am Dienstag in Los Angeles im Alter von 90 Jahren.

Erstellt am 20.01.2012