Der Bariton Artur Rucinski, Einspringer für Plácido Domingo

© /Salzburger Festspiele / Marco Borrelli / Lelli

Wenn Luna wieder ein originaler Bariton ist
08/19/2014

Wenn Luna wieder ein originaler Bariton ist

Kritik.Verdis "Il Trovatore" im Großen Festspielhaus mit Artur Rucinski anstelle von Domingo.

von Gert Korentschnig

Plácido Domingo ist ein verdienstvoller Sänger, der allen Respekt von Musikliebhabern verdient. 146 Partien hat er sich mittlerweile ersungen, darunter die Rolle des Grafen Luna in der Verdi-Oper "Il Trovatore". Dass Letztere nicht zu seinen besten zählt, davon konnten sich die Premierengäste der Neuproduktion bei den Salzburger Festspielen überzeugen. Es war geradezu rührend, wie Domingo, ein Weltstar, danach in Interviews betonte, er könne es besser.

Bei der vierten "Trovatore"-Aufführung im Großen Festspielhaus sang nun ein originaler Bariton den Luna und nicht einer, der zwar als Bariton begonnen hatte, dann aber zu Recht jahrzehntelang im Tenorfach verweilt war. Aufgrund einer Erkrankung Domingos kam der polnische Sänger Artur Rucinski zu Ehren. Und man liegt sicher nicht falsch, wenn man behauptet, der Wechsel hätte der allgemeinen sängerischen Qualität nicht geschadet.

Die Rückkehr der Logik

Rucinski hat einen gesunden, kernigen, schön timbrierten, durchaus kraftvollen Bariton. Und er brachte die musikalische Logik zurück. Der Luna muss dunklere Stimmfarben haben als der Tenor Manrico, die klangliche Differenzierung klarer sein. Er sollte auch nicht Jahrzehnte älter sein als sein Bruder. Und im Idealfall strahlt er, wie Rucinski, eine gewisse Gefährlichkeit aus und ist nicht primär Sympathieträger.

Der Einspringer wurde vom Publikum auch mit viel Applaus bedacht – ebenso wie seine Kolleginnen und Kollegen. Anna Netrebko brilliert weiterhin als Leonora mit enormer Ausstrahlung, prachtvollem Timbre und traumhaften Kantilenen. Francesco Meli singt den Manrico famos, präzise, in manchen Momenten auch heldisch genug – dass er nach dem Spitzenton am Ende der Stretta gleich davonläuft, ist nicht zwingend nötig. Marie-Nicole Lemieux ist eine exzellente, dramatische Azucena.

Daniele Gatti am Pult der Wiener Philharmoniker agiert äußerst sensibel, geradezu delikat und kammermusikalisch orientiert, dann wieder höchst expressiv. Einziger Einwand: einige schleppende Tempi.

Und die Inszenierung von Alvis Hermanis ist in ihrem Ansatz – Museumswärter träumen sich in die Bilder, Realität und Fiktion verschwimmen – überwältigend klug, jedoch nicht durchgängig logisch und beim Finale zu statisch.

KURIER-Wertung:

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