Thomas Hässler + Nikotin-Mangel + Brief aus der Heimat = Tränen

© RTL / Stefan Menne

Scheiß vor die Kamera!
01/25/2017

Scheiß vor die Kamera!

12. Tag: Ohne Zigaretten muss man streiten. Oder Straußenanus essen.

von Guido Tartarotti

Es ist ja ganz einfach: Wenn eine Gruppe nicht und nicht ordentlich streiten will und daher zu langweilig ist, dann nehme man ihnen die Zigaretten weg. Dann geht es sofort zu wie im Kindergarten. Wie gut das klappt, zeigte der 12. Tag im Dschungelcamp.

Einen Blog zu jeder Sendung und alle weiteren Infos zum Dschungelcamp finden Sie hier.

Der strafbedingte Entzug von Nikotin und Luxusartikeln - die Kandidaten hatten sich nicht an die Regeln gehalten (immer zu zweit zum Klo, immer Feuerwache halten, keine Absprachen beim Nominieren) - führt sofort zu einem so reichhaltigen Streitgeschehen, dass es kaum noch möglich ist, den Überblick zu bewahren.

Sehr schön ist auch das Geschehen rund um den Abgang der abgewählten Gina-Lisa. Zuerst ernennt sie in einem Anfall von Naivität und/oder Umnachtung ausgerechnet den campintern umstrittensten Kandidaten, also Honey, zum Teamchef, was im Camp Entsetzen auslöst. Dann begründet sie ihre Wahl: Honey sei nie falsch zu ihr gewesen, sie schätze seine Aufrichtigkeit usw. usf. Dann trifft sie draußen als erstes auf ihren Manager Helmut Werner, der ihr erklärt, er halte Honey für einen Lügner, worauf sie innerhalb von zwei Sekunden total umschwenkt und erklärt, sie habe Honey NIE vertraut. Eine Wetterfahne ist dagegen ein Ausbund von Haltung und Stabilität.

Die große Flut

Es ist noch einmal ganz einfach: Wenn eine Gruppe nicht und nicht ordentlich weinen will und daher zu langweilig ist - dann schicke man ihnen Briefe aus der Heimat. Die obligate Lesung all der Grüße und Liebesbeteuerungen führt zu soviel Tränen, dass das Camp von Überflutung bedroht ist.

Am Ende wird Honey abgewählt, und Hanka kann sich nur mit äußerster Mühe selbst daran hindern, den großen Freudentanz zu tanzen.

Die Dschungelprüfung

Das, worauf die Dschungelcamp-Feinschmecker warten: eine Essensprüfung. Und zwar mit dem vollen Luxusprogramm: Straußen-Anus, Krokodil- und Hirsch-Penis, Ziegen-Vagina, gebackene Tarantel, Motte, Heuschrecke, lebende Kakerlaken. Die Kandidaten - Marc und Hanka - müssen Roulette, Black Jack und Slot Machine spielen, das Ergebnis bestimmt die Menge des zu Essenden.

Marc reagiert so, wie ein vernünftiger Mensch eben reagiert, und verweigert das meiste, schafft es aber tatsächlich, Fischaugen zu zerbeißen, die dabei austretende Flüssigkeit in einem Glas zu sammeln und dieses leer zu trinken. So erspielt er den einzigen Stern dieser Prüfung. Hanka versucht alles, scheitert aber an der Menge und an der retrograden Peristaltik ihrer Speiseröhre.

Und ehrlich: Bei diesem Spiel hört sich der Spaß tatsächlich auf, oder anders ausgedrückt: Es ist nicht leicht, nicht allein vom Zuschauen schon mit Hanka solidarisch zu speien und zu brechen.

Tag 3 im Schnellcheck

Haupt- & Nebenrolle

Hauptrolle: Hanka findet, die von RTL aufgestellten Campregeln seien nur Vorschläge, sie will sie daher nur dann befolgen, wenn sie Lust dazu hat.

Sie will aber auch keineswegs strafweise auf ihren Luxusartikel (eine sterile Plastikschale) verzichten. Diesen unlösbaren Widerstreit der Emotionen löst sie kreativ: Schuld ist auf jeden Fall Marc, der ihr mit seinem wiederholten Hinweis "The Regels sind the Regels" auf die Nerven geht. Auch Thomas wird verhaltensoriginell, seine Nikotin-Entzugserscheinungen bekämpft er damit, dass er Hanka ihr morgendliches Aussehen vorwirft und sie als "Elend" bezeichnet.

Nebenrolle: Kader. Sie erklärt "wir sind nur Frauen" und fordert daher, bei den Arbeiten begünstigt zu werden. Sie möchte daher weder Holz holen noch das Klo reinigen, dann das sei zu schwer.

Sie will aber auch nicht abwaschen, denn das sei eine typische Frauenarbeit und daher diskriminierend.

Konflikte des Tages

Hanka gegen Marc (sie zanken sogar auf dem Weg zur Prüfung). Männer gegen Frauen. Raucher gegen Nichtraucher. Gina-Lisa gegen sich selbst.

So gesagt

"Das Mittelstück geht, aber das Endstück ist schlimm." (Hanka findet Krokodilpenis-Aroma im Abgang unerfreulich)

"Marci, auf'n Ton achten, Kleiner! Nicht oberlehrerhaft sein!" (Hanka glaubt tatsächlich, dieser Satz sei nicht oberlehrerinnenhaft)

"Wenn wir keine mehr kriegen, dann scheiß ich denen vor die Kamera." (Auf Zigarettenentzug neigt sogar Thomas zu drastischen Maßnahmen)

"Ich würde am liebsten einen Hammer nehmen oder eine Kettensäge, und die Person zerlegen!" (Auch Kader verliert ein klein wenig die Contenance)

"Das toupierte Erdmännchen." (Moderator Daniel Hartwich über Gina-Lisas österreichischen Manager Helmut Werner)

"Jens? Wer ist Jens?" (Kader, ein wenig verwirrt, vergisst, wer mit ihr seit Tagen im Camp sitzt. Andererseits: Wer Jens ist, fragen sich vielleicht auch viele Zuschauer)

Ekelfaktor

Tag 1: Die (diagnostiziert) Verrückten sind da

Tag 2: Das Dschungelcamp als epische Tragödie

Kein Gesicht zu den Namen? Hier gibt's den Überblick

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