Kultur
28.11.2017

Hurts in Wien: Wuchtige Bässe für spaßigen Tanz-Sound

Theo Hutchcraft und Adam Anderson live im Wiener Gasometer.

Sie hat schon etwas sehr Süßes an sich, diese wunderschöne Stimme von Hurts-Sänger Theo Hutchcraft, die sich in höchste Höhen schrauben kann, ohne an Klarheit zu verlieren. Genau deshalb gibt das Duo den Arrangements seiner Synthie-Pop-Songs als Ausgleich eine Spur mehr Ecken und Kanten, als man es von anderen Chartsproduktionen gewohnt ist.

Auf dem jüngsten Album "Desire" waren das funkige, tanzbare Untertöne. Die dominieren zu Beginn das Konzert Montag im Wiener Gasometer. Sie zeigen, dass Hutchcraft und sein Partner Adam Anderson, der wahlweise ein E-Piano oder Gitarre spielt, nicht nur melancholische Sounds wie in ihrem Hit "Wonderful Life" drauf haben, sondern fröhlich nach vorne drängen und super Stimmung machen können.

Überhaupt steht der tanzbare Sound, den Hurts schon mit dem vorigen Album "Surrender" anstimmten, bei dieser Tour im Fokus. Ein Dutzend der rund 20 Songs stammen von diesen Alben, wodurch das Debüt "Happiness" zu kurz kommt.

Von dem von sachten Industrial-Klängen beeinflussten zweiten Album "Exile" spielen sie "Miracle" und "Sandman". Dabei zeigt sich, was schon beim Hurts-Konzert hier im Gasometer Anfang 2016 auffiel: Um den Songs Schärfe zu verleihen, blasen Subwoofer Druckwellen in den Gasometer, die zwar nicht Hutchcrafts Stimme, aber zumindest die anderen Instrumente zudröhnen, wenn Bass und Drums gleichzeitig loswummern.

Schwächen

Das bleibt auch so, als es zu den Songs der tanzbaren Alben zurückgeht. Die haben auch noch den Nachteil, weniger gut zu sein, als viele der älteren Hits. Deshalb hat die Show bei all dem aufbauenden, spaßigen Getriebe in der Mitte ein paar Schwächen in den zu beliebigen Melodien.

Am Ende war es trotzdem ein unterhaltsamer Abend. Aber das wäre er mit etwas weniger wuchtigen Bässen und ruhigeren Fanfavoriten wie "Evelyn" und "Illuminated" genauso (und vielleicht noch mehr) gewesen.

KURIER-Wertung: