Kultur
19.04.2012

Hubertus von Hohenlohe wieder auf Reisen

Das Reisemagazin "Hubertusjagd" geht mit ungewöhnlichen Zielen in die nächste Runde. (So, 22.05, Servus TV).

Bauchtanz ist Männersache, und Skifahren geht auch am Meer: In der neuen Staffel hat sich das Magazin "Hubertusjagd" auf schwieriges Terrain gewagt. Da darf die Stadt Beirut ihre skurrilen Seiten zeigen: ihre schönsten Skipisten. Sendungsmoderator Hohenlohe hat gute Kontakte zum dortigen Skiteam, seit er bei Olympia 2010 für Mexiko an den Start ging.
In Beirut trifft Hubertus von Hohenlohe (das "von" geht in Ordnung, er ist nicht in Österreich geboren) Architekten, Maler, Designer.

Der Prinz hat eine erfrischende Herangehensweise. Zugetextet wird hier nichts. Betulich nach dem Krieg fragen muss Hohenlohe nicht: Der Krieg ist allgegenwärtig. Wenn der Betreiber einer In-Disco erzählt, wie hier die Bomben eingeschlagen haben, dann ist Realität auch im Jet-Set angekommen, und das hat einiges für sich.

Fröhlich Bilder knipsend (sein Markenzeichen sind Bilder von sich selbst in Spiegeln, Schaufenstern) reist Hohenlohe durch die Welt. Als Adeliger ist man gut vernetzt: Tante, Onkel oder Szene-Bekannte hat er überall, seine Städtereisen wirken oft wie Verwandtenbesuche.

Kein Stress

Diesen Sonntag führt Hohenlohe durch das elegante Buenos Aires: Silberschmied Juan Pallarols zeigt die Totenmaske der verehrten Evita Perón im pittoresken Viertel San Telmo. Das argentinische Modelabel "La Martina" stellt Lifestyle vor. Begleitet wird Hohenlohe stets von zwei Kameras, eine davon eine Handkamera.

Er schwärmt von der Metropole, die er zum Ziel eines eventuellen "Ausstiegs" wählen würde: Das Wort "Ausstieg" ist interessant aus dem Mund des Jet-Set-Prinzen. Und dann seine unverblümte Begründung: Hier gibt’s keinen Stress und nur schöne Leute. Sehr zwanzigstes Jahrhundert: Ein Abgesang auf die Zeit vor Umwelt-, Finanz- und Sinnkrise.
Bizarr wird’s einzig, wenn Grafiken mit Sehenswürdigkeiten über Bilder gestülpt und Adressen eingeblendet werden. Wirkt in Internetzeiten wie eine Reise in die Siebziger zur Kasperlpost. Und ist außerdem recht sinnlos: Wem sagt schon der Grundriss von Buenos Aires was?