Top-belegtes Hotel Rock'n'Roll: Gerald Votava, Pia Hierzegger, Michael Ostrowski

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Film-Premiere
08/27/2016

"Hotel Rock’n’Roll": Peter Alexander schenkt sich einen ein

Michael Ostrowski über "Hotel Rock ’n’ Roll", das Regieführen und "Futschikato Masalani".

von Christoph Silber

Michael Ostrowski legt mit der mit prominenter österreichischer Besetzung gespickten Kino-Komödie "Hotel Rock’n’Roll" seinen Langfilm-Erstling als Regisseur vor. Und erfüllt das Vermächtnis seines Freundes, des vor zwei Jahren in Liberia verstorbenen Regisseurs Michael Glawogger. Nach "Nacktschnecken" und "Contact High" ist damit die Trilogie von Sex and Drugs and Rock ’n’ Roll vollendet – aber "es ist noch nicht vorbei", wie im Film auf einer Kranzschleife geschrieben steht.

KURIER: "Hotel Rock ’n’ Roll" hat Tempo, Witz und irre Momente. Man könnte es als Peter-Alexander-Film unter Drogen charakterisieren. Trifft es das?

Michael Ostrowski: Wenn Peter Alexander sich vor dem Servieren einen eingeschenkt hätte, dann ja, durchaus.

Das Drehbuch hatten Sie und Michael Glawogger vor dessen Tod schon fast fertig. Was hat sich dann noch verändert?

Im Grunde ist es so, wie das Glawo und ich geschrieben haben. Nachdem wir uns nach seinem Tod sehr schnell entschlossen hatten, dass wir den Film machen wollen, gab es zwei wichtige Punkte: Den Prolog, den ich unbedingt halten wollte und eine Begräbnisszene. Die war für Glawo und mich eine Baustelle gewesen. Ich habe sie dann massiv gekürzt und Pia Hierzegger als Mao kommt nun zu spät zum Begräbnis des Onkels. Das gab dem Ganzen eine etwas andere Richtung. Das heißt auch, wir haben intensiv am Buch gearbeitet, uns immer wieder gefragt, ob es auf dem Punkt ist. Aber das ist ganz normal beim Film. Und man kann sich da auch nicht ständig fragen, wie hätte das der Glawo gemacht, das geht nicht, da kannst du nur verlieren. Letztendlich hatte das Drehbuch 100 Seiten, der Film hat 100 Minuten, das passt.

Sie haben gemeinsam mit Helmut Köpping Regie geführt. Wie geht das, wie geht das gut?

Das war gar nicht so kompliziert, wie man das vielleicht vermutet. Wir kennen einander schon lange aus Zeiten bei Theater im Bahnhof und haben auch gewusst, dass wir im Grunde das Gleiche wollen.

"Hotel Rock ’n’ Roll" war Ihre erste Kino-Regie-Arbeit…

Köpping, ich und Alarich Lenz, der auch diesmal den Schnitt besorgt hat, haben vor Jahren den Kurzfilm "The Making of Futbol" gemacht. Die Erfahrungen von damals waren insofern wichtig, weil wir gewusst haben, wir können das gemeinsam.

Sie haben auch bereits bei einigen Werbespots Regie geführt. Aber hilft das beim Kino-Film?

Einiges. Man braucht für diese Art von Job Routine. Bei so einem Dreh warten 40 Leute auf Ansagen. Bei einem Werbespot ist es im Grunde nicht anders. Und was ich dort auch gelernt habe, ist, genau zu sein. Da muss ich wissen, was ich brauche, um in 20 Sekunden zu erreichen, was ich erreichen will. Improvisieren, Spaß, das haben wir sowieso intus, aber es braucht das andere auch.

Hitverdächtig ist der einzige Song, den die Hauptprotagonisten als Band spielen können: "Futschikato Masalani". Nur was soll das heißen?

Masalani heißt so viel wie fast kaputt, wackelig. Ich komme aus Rottenmann und im Ennstal kennen das die Älteren noch. Und Futschikato kommt von futsch. Also, das ist eine Reminiszenz an meine Kindheit. Ich wollte einfach etwas mit alten, nicht mehr so gebräuchlichen Worten schreiben.

Kurz zur Filmfinanzierung: Darum mussten Sie lange raufen.

Die DOR Film hat produziert und alle Förderstellen haben Geld gegeben, das war aber nicht genug. Man sieht ja dem Film an, dass er nicht billig gemacht wurde – es sind viele tolle Schauspieler dabei, die Ausstattung etc. Durch die Werbedrehs hatte ich diverse Kontakte und so haben uns dann auch MediaMarkt, Wien Energie und Murauer unterstützt. Als dann auch noch die Werbefilmproduktion PPM eingestiegen ist, ist es sich ausgegangen. Diese und andere Sponsoren haben uns den Arsch gerettet.

Das Ende des Films ist offen, lässt eine Fortsetzung zu. Aber was könnten diese Protagonisten noch machen?

Ich weiß es jetzt auch nicht. Es stimmt aber – ich denke über eine Kreuzfahrt nach. Aber jetzt brauche ich mal etwas Distanz, das war alles sehr intensiv. Sollte es weitergehen, dann muss es auf einer Super-Idee basieren, einen Abklatsch will ich nicht.

Wie ging es dem Regisseur Ostrowski mit dem Schauspieler Ostrowski?

Ich würde den Schauspieler Ostrowski gerne einmal in einer ernsten Rolle sehen.

Würde Sie das reizen?

Das ist einfach ein Satz, den ich immer wieder zu hören bekomme. Es reizt mich immer, etwas Gutes zu spielen. Ich habe auch schon ernste Rollen gespielt, es ist halt meistens langweiliger. Das heißt nicht, dass ich nur turbulente Komödien brauche. Aber wenn ich mir aussuchen kann, womit ich meine Lebenszeit verbringe, dann lieber mit Lustigem.

Und was kommt als nächstes?

Eine Woche Urlaub und dann "Vier Frauen und ein Todesfall".

Danke für das Gespräch.