Über seine frühere Kokainsucht: "Schuppen des Teufels"

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1951 - 2014
08/12/2014

Robin Williams hinterlässt fünf unveröffentlichte Filme

Der Oscar-Preisträger und Publikumsliebling wurde tot in seinem Haus gefunden. Er wurde 63 Jahre alt.

Er galt als der "lustigste Mensch der Welt": Hollywoodstar und Komiker Robin Williams ist tot. Der Oscar-Preisträger wurde am Montag leblos in seinem Haus in Tiburon bei San Francisco gefunden. Williams wurde 63 Jahre alt.

"Heute Früh habe ich meinen Ehemann und meinen besten Freund verloren und die Welt einen ihrer beliebtesten Schauspieler und liebenswürdigsten Menschen", schrieb Williams Frau Susan Schneider in einer Erklärung. "Mein Herz ist völlig gebrochen." Im Namen der Familie bat sie um Zurückhaltung während der Trauerzeit.

"Ich hoffe, in den Erinnerungen wird nicht sein Tod vorherrschen, sondern die unzähligen Momente des Spaßes und des Lachens, das er Millionen gab." Williams war mit der Grafikdesignerin seit Oktober 2011 verheiratet. Es war seine dritte Ehe. Aus zwei vorherigen Ehen hatte er drei Kinder, die bereits erwachsen sind.

Robin Williams: Seine wichtigsten Rollen

Robin Williams als Alan Parrish in dramatischen Sp…

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Good Morning, Vietnam

Der Club der Toten Dichter

Zeit des Erwachens

Szene mit Robin Williams. Date: Wed, 12 Nov 2003 …

Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen

Jumanji

good will hunting…

Patch Adams

AL PACINO AND ROBIN WILLIAMS IN SCENE FROM INSOMNI

Die Polizei von Marin County in Kalifornien ging von einem Selbstmord durch Ersticken aus. Offenbar habe Williams sich das Leben genommen, erklärten die Ermittler. Die Untersuchungen zu den Umständen von Williams' Tod seien aber noch im Gange. Seine Sprecherin bestätigte unterdessen Medienberichte wonach Williams unter Depressionen litt. "Robin Williams ist heute in der Früh gestorben. Er kämpfte in letzter Zeit gegen Depressionen", sagte Mara Buxbaum. Details wollte sie nicht nennen. "Das ist ein tragischer und plötzlicher Verlust", sagte Buxbaum. "Die Familie bittet mit allem Respekt um Privatsphäre, während sie in dieser sehr schwierigen Zeit trauert."

Erst im Juni hatte sich Williams in eine Therapieklinik begeben, die Suchtprobleme behandelt. Der Schauspieler sei "sehr stolz" auf sein anhaltendes Bekenntnis zu einer Suchtbekämpfung, teilte sein Management damals mit. Nach etlichen Arbeitsprojekten wolle er sich einem "Feinschliff" unterziehen, hieß es.

Nach langer Abstinenz war er 2006 rückfällig geworden. Der Schauspieler legte eine Drehpause ein und ging erneut in Behandlung.

Rückfall

Der 63-Jährige hatte immer wieder Höhen und Tiefen in seiner Karriere. Nach seinem plötzlichen Erfolg als Fernsehkomiker Ende der 70er Jahre hatte Williams nach eigenen Angaben reichlich Kokain und Alkohol konsumiert. Im Jahr 2006 ist er nach 20 Jahren Abstinenz rückfällig geworden, legte eine Drehpause ein und begab sich in eine Entziehungskur.

Williams war durch das Fernsehen bekannt geworden, das Kino machte ihn zu einem der beliebtesten Stars weltweit. Als "Mork vom Ork" hielt er sich nie an das Drehbuch und improvisierte immer neue Lacher, so dass ihm letztlich leere Zeilen im Drehbuch gelassen wurden. Als "Mrs. Doubtfire" brachte er Millionen zum Lachen, im "Club der toten Dichter" ebenso viele zum Nachdenken. Und manchmal, etwa in "Good Morning, Vietnam", gelang ihm beides gleichzeitig. Für seine Rolle in "Good Will Hunting" hatte er 1998 den Oscar bekommen. Sein letztes Projekt war die Fernsehserie "The Crazy Ones" von David E. Kelley ("Ally McBeal"). Im Mai wurde sie in den USA nach nur einer Staffel abgesetzt.

Der traurige Clown: Das Leben von Robin Williams

FILE ITALY CINEMA ROBIN WILLIAMS

Robin Williams, Susan Schneider

FILE USA ROBIN WILLIAMS OBIT

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Robin Williams, Marsha Garces Williams

File photo of Robin Williams and his wife Marsha,

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WILLIAMS

Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen

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Robin Williams

Robin Williams, Zelda Williams

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USA PRIMETIME CREATIVE ARTS EMMY AWARDS

Flowers left by well-wishers are seen outside the

Flowers are placed in memory of Robin Williams on …

Große Trauer

US-Präsident Barack Obama würdigte den verstorbenen Schauspieler als "einmalig". Williams sei in seiner Karriere "ein Flieger, ein Arzt, ein Genie, ein Kindermädchen, ein Präsident, ein Professor, ein Peter Pan und alles dazwischen" gewesen, erklärte Obama. "Aber er war einmalig."

Auch Hollywood reagiert schockiert: "Er war ein Freund und ich kann es nicht fassen, dass er von uns gegangen ist", teilte Star-Regisseur Steven Spielberg (67) mit. Er hatte Williams 1991 für den Film "Hook" vor die Kamera geholt. Auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood legten Fans Blumen und Botschaften zum Gedenken an den Komiker nieder.

Oscar-Preisträger Morgan Freeman (77) bekundete seine Trauer auf Twitter: "Er ist weggegangen, aber er wird nie vergessen sein". Der Komödiant Steve Martin (68) würdigte Williams in einem Tweet als "Mensch, großartiges Talent, Schauspielkollege und eine aufrichtige Seele". Er sei "untröstlich", twitterte Danny DeVito (69).

"Robin Williams hat die Welt ein kleines bisschen besser gemacht", schrieb Hollywood-Komiker Steve Carell (51) bei dem Kurznachrichtendienst. Oscar-Preisträger Jared Leto (42) würdigte seinen Kollegen als "mutigen Künstler". "Du hast uns beigebracht, auf der Kante zu stehen, ohne Angst zu leuchten", schrieb Leto auf Twitter.

Nur ein kleiner Funken Wahnsinn

Fünf Filme mit Williams kommen erst ins Kino

Der bis zuletzt höchst aktive Schauspieler Robin Williams hinterlässt mit seinem überraschenden Tod eine Reihe an Filmen. So stehen derzeit fünf Produktionen mit seiner Beteiligung vor ihrer Veröffentlichung. Geplant war zudem eine Fortsetzung des Kultfilms "Mrs. Doubtfire" (1993), für die sich Williams bereits mit Regisseur Christopher Columbus sowie Drehbuchautor David Berenbaum getroffen hatte.

Anders als bei Philip Seymour Hoffman, der im Februar während der Produktion der "Hunger Games"-Fortsetzung "Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 1" starb, kam Williams' plötzlicher Tod nicht inmitten von Dreharbeiten. Zuletzt gab der Schauspieler, der bereits 1992 dem Dschinni in Disneys "Aladdin" die Stimme lieh, erneut den Synchronsprecher: Für die Animations- und Realfilmsequenzen vermischende britische Produktion "Absolutely anything" (noch ohne Kinostart) ist Williams neben u.a. Terry Gilliam und John Cleese als "Dennis the Dog" zu hören.

In den österreichischen Kinos ist Williams ab 19. Dezember im bereits dritten Teil der Komödie "Nachts im Museum" - mit dem Zusatztitel "Das geheimnisvolle Grabmal" - als früherer US-Präsident Theodore Roosevelt zu sehen. Ein zweiter Weihnachtsfilm steht mit "Merry Friggin' Christmas" an, in dem sich Williams als Mitch Michler mit seinem Sohn (gespielt von Joel McHale) auf eine achtstündige Autofahrt aufmacht, um rechtzeitig vor Sonnenaufgang vergessene Weihnachtsgeschenke nach Hause zu bringen. Für "Merry Friggin' Christmas" gibt es bisher ebenso wenig einen österreichischen Starttermin wie für die melancholische Komödie "The Angriest Man in Brooklyn", in der Williams' Figur erfährt, dass er nur noch 90 Minuten zu leben hat und sich in dieser Zeit mit sämtlichen Nahestehenden versöhnen will.

Ernstere Töne schlug der wandlungsfähige Williams im Drama "Boulevard" an, das im April beim Tribeca Filmfestival Premiere feierte und noch ohne Kinostart ist. An der Seite von "Breaking Bad"-Star Bob Odenkirk mimt Williams als Nolan Mack einen fürsorglichen Ehemann mittleren Alters, der sich eines Nachts mit der Einladung eines jungen Mannes in sein Auto seiner versteckten Homosexualität stellt.

Dass das Filmstudio Fox die Planung an "Mrs. Doubtfire 2" ohne Beteiligung von Williams als "stacheligem Kindermädchen" vorantreibt, ist indes zu bezweifeln. In einem Statement zeigte sich Columbus, Regisseur des Originals und seitdem enger Freund des Schauspielers, zutiefst betroffen. "Robin bei der Arbeit zuzusehen war ein magisches und ganz besonderes Privileg. Seine Performances waren anders, als wir alle jemals gesehen hatten, als wären sie nicht von dieser Welt. Er war einer der wenigen, die den Titel 'Genie' verdient haben", so Columbus, der Williams "wie einen Bruder geliebt" habe, laut Entertainment Weekly.

Ich liebe Dich, ich vermisse Dich.

Der plötzliche Tod von Robin Williams hat nicht nur in der Filmszene Trauer und Bestürzung hervorgerufen. Kollegen, Weggefährten und Politiker zeigen sich betroffen von der Nachricht über den Tod des 63-jährigen Stars. Bevor die Polizei am Abend (MESZ 20.00 Uhr) in einer Pressekonferenz Details zum Tod bekannt geben wollte, hier einige Reaktionen auf die Nachricht vom Tod des Schauspielers:

Susan Schneider, Witwe von Robin Williams: "Heute Morgen habe ich meinen Ehemann und besten Freund verloren, während die Welt einen ihrer beliebtesten Künstler und liebenswertesten menschlichen Wesen verloren hat. Wenn man sich an ihn erinnert, so hoffen wir, dass es nicht die Erinnerung an Robins Tod sein wird, sondern an die zahllosen Momente der Freude und des Lachens, die er Millionen Menschen schenkte."

Williams' Tochter Zelda: "Ich liebe Dich, ich vermisse Dich. Ich versuche nach vorne zu schauen."

US-Präsident Barack Obama: "Er trat in unser Leben als Außerirdischer - aber schließlich hat er jedes Element des menschlichen Geistes berührt. Robin Williams war ein Flieger, ein Arzt, ein Flaschengeist, ein Kindermädchen, ein Präsident, ein Professor, ein Peter Pan und alles dazwischen. Er war einmalig. Er brachte uns zum Lachen. Er brachte uns zum Weinen. Er gab sein unermessliches Talent reichlich und großzügig an alle weiter, die es am meisten brauchten."

Star-Regisseur Steven Spielberg: "Robin war ein Gewitter an komischem Genie und unser Lachen war der Donner, der ihn gehalten hat. Er war ein Freund und ich kann nicht glauben, dass er nicht mehr da ist."

Schauspieler und Komiker Steve Martin: "Ich könnte nicht erschütterter sein über den Verlust von Robin Williams - Mensch, großes Talent, Schauspiel-Partner, Seele von Mensch."

Schauspieler Steve Carell: "Robin Williams hat die Welt ein bisschen besser gemacht. Ruhe in Frieden."

Moderatorin Ellen DeGeneres: "Ich kann die Nachricht über Robin Williams nicht glauben. Er hat so vielen Menschen so viel gegeben. Ich bin untröstlich."

Schauspieler Kevin Spacey: "Robin Williams hat die Welt zum Lachen und zum Nachdenken gebracht. Ich werde diesen großartigen Menschen, Künstler und Freund in Erinnerung behalten. Ich werde ihn unglaublich vermissen."

Talkmaster Conan O'Brien: "Vollkommen fassungslos über die Nachricht zu Robin Williams. Es ist für mich unvorstellbar, dass wir so einen wahrhaftig lustigen und liebenswerten Menschen verloren haben."

Monty-Python-Komiker Eric Idle: "Ich kann nicht glauben, dass mein lieber Freund nicht mehr da ist. Meine Gedanken sind bei seiner Frau und seinen geliebten Kindern. Er hat uns so viel Freude und Lachen beschert."

Terry Gilliam, Drehbuchautor und Monty-Python-Komiker: "Robin Williams, das am überraschendsten lustige, brillante, tiefgründige und alberne Wunder von Seele und Geist, hat den Planeten verlassen. Er war ein wundersames Geschenk der Götter."

Schauspielerin Mia Farrow: "Nein! Robin Williams, Du wurdest so geliebt."

Ex-Radprofi Lance Armstrong: "Ruhe in Frieden, Robin. Ich werde Dich immer als einen verdammt guten Freund in Erinnerung behalten. Ich liebe Dich und werde Dich schrecklich vermissen."

Schauspieler und Regisseur Ben Stiller: "Ein Tweet kann die ungeheure Größe von Robin Williams' Herz und Seele und Talent nicht im Ansatz beschreiben. Es ist so traurig."

Schauspieler Danny DeVito: "Untröstlich."

Alfonso Cuaron, mexikanischer Filmemacher: "Ich kann den Tod von Robin Williams nicht glauben. Ich bin wie vor den Kopf gestoßen. Er war ein talentierter Schauspieler, von der Filmwelt geliebt. So viel Schmerz!"

Moderator Jimmy Kimmel: "Robin war ein liebenswerter Mensch und er war lustig."

Sängerin Taylor Swift: "Ich bin untröstlich für Robin Williams und seine Familie."

Programmänderungen im TV in Erinnerung an Robin Williams

In memoriam Robin Williams ändert der ORF sein Programm: ORF eins zeigt den mehrfach ausgezeichneten Publikumsliebling am Donnerstag, dem 14. August, um 21.55 Uhr in der Komödie "Old Dogs - Daddy oder Deal" und am Freitag, dem 15. August, um 12.40 Uhr in Steven Spielbergs Fantasyfilm "Hook". Am Sonntag, dem 17. August, ist Robin Williams um 22.00 Uhr als unkonventioneller Radiomoderator in "Good Morning, Vietnam" zu sehen - eine Paraderolle, für die er mit einer Golden-Globe-Auszeichnung und einer Oscar-Nominierung bedacht worden ist. Auch ATV2 ändert aus dem traurigen Anlass sein Programm und sendet am Donnerstag (14. August) die Tragikkomödie "Good Will Hunting" mit Williams. Es war der einzige Film, für den er mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

"Old Dogs - Daddy oder Deal" (Donnerstag, 14. August, 21.55 Uhr, ORF eins)
Komödie mit u. a. Robin Williams, John Travolta und Kelly Preston; Regie: Walt Becker (2009)

Die Mittfünfziger Dan (Robin Williams) und Charlie (John Travolta) sind seit Kindheitstagen beste Freunde. Gemeinsam leiten sie eine erfolgreiche Marketingagentur und stehen kurz vor dem Abschluss eines wichtigen Mega-Deals mit einem japanischen Unternehmen. Da platzen die siebenjährigen Zwillinge Emily (Ella Bleu Travolta) und Zach (Conner Rayburn) plötzlich in ihr Leben. Bisher wusste Dan nichts von deren Existenz. Jetzt soll er zwei Wochen auf seine Kinder aufpassen. Für die Kids genug Zeit, um Daddy Dan und Charlies Leben völlig auf den Kopf zu stellen.

"Hook" (Freitag, 15. August, 12.40 Uhr, ORF eins) Fantasykomödie mit u. a. Robin Williams, Dustin Hoffman und Julia Roberts; Regie: Steven Spielberg (1991)

Der gestresste und erfolgreiche Anwalt Peter Banning (Robin Williams) vernachlässigt seine Familie viel zu sehr. Längst hat er vergessen, dass er eigentlich der erwachsene Peter Pan ist. Kapitän Hook - im Nimmerland einst vom jungen Peter Pan besiegt - entführt nun in später Rache Peters Kinder ins Piratenreich. Glöckchen (Julia Roberts), ein Wesen der Fantasie, führt ihn zurück ins Nimmerland. Dort bringt ihn die Bande der "Lost Boys" für den entscheidenden Kampf mit Kapitän Hook auf Vordermann.

"Good Morning, Vietnam" (Sonntag, 17. August, 22.00 Uhr, ORF eins) Spielfilm mit u. a. Robin Williams und Forest Whitaker; Regie: Barry Levinson (1987)

Saigon, 1965: Zur moralischen Aufrüstung der GIs wird Adrian Cronauer (Robin Williams) zum amerikanischen Soldatensender versetzt. Durch freche Sprüche und entsprechende Musikauswahl verbreitet er gute Laune und kann seine Zuhörer im Sturm erobern. Mit dem unzensurierten Bericht über einen Bombenanschlag zieht Adrian sich allerdings den Unmut seiner Vorgesetzten zu. Sie schicken ihn für ein Interview an die Front.