Kultur
30.12.2011

Heesters: Trauerfeier "wie er es wollte"

Am Heiligen Abend starb Johannes Heesters mit 108 Jahren. Die Trauerfeier am Freitag soll "so wie er es wollte" werden.

Einen Tag vor der Beerdigung des Entertainers Johannes Heesters in München zeichnen sich am Donnerstag die Details der Trauerfeierlichkeiten ab. Bereits seit dem heutigen Tage werden Kondolenzbücher für die Fans am Münchner Nordfriedhof ausgelegt. Bei der eigentlichen Beerdigung am Freitag wird dann gleich in der Früh ein Klavier in der Aussegnungshalle aufgestellt. Die Pianisten Florian Fries und Uli Kofler, die mit Heesters aufgetreten waren, werden den Abschied musikalisch begleiten. Es werde eine Feier "so wie er es wollte", kündigt Bestatter Rudolf Zirngibl an.

Rund 200 geladene Gäste werden erwartet, außerdem Fans und Schaulustige. Auf Wunsch der Familie soll die Trauerfeier aber nicht aus der Aussegnungshalle nach draußen übertragen werden. Erst zum Grab können Besucher dann wieder mitgehen.

Der Sänger und Schauspieler war am Heiligen Abend im Starnberger Klinikum im Alter von 108 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Fast bis zuletzt stand Heesters auf der Bühne - und faszinierte damit sein Publikum. Obgleich erblindet und im Hören eingeschränkt, spielte und sang er mit voller Stimme die "Liedchen", wie er sie manchmal nannte. Noch heuer spielte Heesters als Petrus für einen Kurzfilm, der Ende November Premiere hatte.

Großer Ehrgeiz, Disziplin und Liebe zu der Sache

"Es war wirklich sehr anstrengend für ihn, den Text auswendig zu lernen", erinnerte sich Jürgen Wölffer, früherer Leiter des Theaters und der Komödie am Kurfürstendamm, der mit Heesters befreundet war. Geschafft habe er das "mit großem Ehrgeiz und großer Disziplin - und Liebe zu der Sache". Jeden Morgen habe er Gymnastik gemacht und Gesangsübungen - "und zwar nicht leichte Gesangsübungen, sondern Opernarien", sagte Wölffer im ZDF. Für eine Inszenierung habe er - als er schon sehr schlecht sah - ein Gerät zum Lesen gekauft, den Text Buchstabe für Buchstabe gelesen und auswendig gelernt.

Wölffer und der Düsseldorfer Theaterdirektor Rene Heinersdorff werden bei der Beerdigung sprechen. Leiten wird die Trauerfeier der frühere Starnberger Pfarrer Konrad Schreiegg. Laut Bild-Zeitung spendete er "Jopie" im Krankenhaus die letzte Salbung. "Er war ein guter Katholik. Wir hatten eine gute Verbindung zueinander", sagte Schreiegg der Zeitung.

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