Harald Schmidt macht Witze über Show-Aus

mann in tvstudio
Foto: Sat.1 BerndJaworek Sarkasmus: Harald Schmidt freut sich schon auf sein Finale bei Sat.1

In seiner Show machte sich Schmidt über sein erneutes Ende bei Sat.1 lustig. Unterdessen schimpft der frühere Sat.1-Chef auf den Entertainer.

Harald Schmidt und die Trennung von Sat.1 - über dieses Thema witzelte der Late-Night-Entertainer auch am Mittwochabend in seiner "Harald Schmidt Show". Gegen 23.30 Uhr begrüßte er nach dem 2:0-Sieg des FC Bayern München bei Olympique Marseille sein Publikum mit den Worten: "War das ein Spiel!" Doch er konnte den Verlauf und das Ergebnis gar nicht kennen, weil seine Show eine Aufzeichnung war.

   "Nach diesem Spiel freue ich mich richtig auf das Finale am 3. Mai, äh Verzeihung, am 19. Mai." Am 3. Mai ist Schmidts letzte Sat.1-Show, das Championsleague-Endspiel ist am 19. Mai. Es ist auch das letzte Championsleague-Spiel auf Sat.1, weil die Rechte für die kommende Saison an das ZDF gewandert sind.

 "Oh, das ist eine wichtige Information für sie", fuhr der 54-jährige Entertainer fort, der nach einer TV-Saison (mit Start am 13. September 2011) bei Sat.1 aufhört. "Meine Show am 3. Mai ist bereits ausverkauft. Das schaffen nicht mal die Bayern: Zwei Finale innerhalb von einem Jahr. Das zweite Finale für mich, nachdem ich das im letzten Jahr bei der ARD schon gewonnen hatte. Zwei Sender-Finale in einer Spielzeit schaffen nur ganz, ganz wenige."

"Ich habe meinen Sender rausgeschmissen"

Später wurde er noch konkreter in der Sendung: "Ich weiß nicht, ob es heute zu ihnen durchgedrungen ist in einem der zahlreichen Mediendienste oder im Internet: Aber, ich habe mich heute von meinem Sender getrennt. Ich habe meinen Sender rausgeschmissen." Im "Großen und Ganzen" sei er zufrieden mit Sat.1 gewesen. "Aber die Quoten in meinem Umfeld waren derart mies, dass ich gesagt habe: `Das kann ich mir nicht länger antun, ich schmeiß Euch raus.`"

   Sat.1 und Schmidts Produktionsfirma Kogel & Schmidt hatten am Mittwoch das Ende der "Harald Schmidt Show" wegen zu geringer Einschaltquoten bekanntgegeben. Wegen der guten Vorgabe durch König Fußball erreichte der Entertainer am Mittwochabend  920.000 Zuschauer (8,4 Prozent Marktanteil). Im Jahr 2012 betrug der Marktanteil im Schnitt bisher 5,0 Prozent.

Früherer Sat.1-Chef beschimpft Schmidt

porträtfoto Foto: AP Roger Schawinski: Sat.1-Chef von 2003 bis 2006

Der frühere Sat.1-Chef Roger Schawinski hat in einem Interview mit dem Schweizer Tages-Anzeiger das Aus der "Harald Schmidt Show" bei Sat.1 kommentiert. Schawinskis fällte ein vernichtendes Urteil über Harald Schmidt. Der Entertainer sei "der übelste Zyniker, den ich jemals getroffen habe", so Schawinski. Schmidt sei "geldgeil", "parasitär" und "unverfroren", er habe die Sender, bei denen er gearbeitet hat, "ausgenommen".

Der Grund für Schawinskis Verbalinjurien gegen Schmidt dürfte darin zu suchen sein, dass die beiden noch eine Rechnung offen haben. Als der Milliardär Haim Saban die ProSiebenSat.1-Gruppe 2003 übernahm und den Schweizer Schawinski als Senderchef bei Sat.1 einsetzte, gab Schmidt völlig überraschend seine erfolgreiche Show auf. Dem Tages-Anzeiger sagte er dazu: "Schmidt hat vor zehn Jahren mit seiner Sendung Kultstatus erreicht und dann unter einem Vorwand in letzter Minute den Vertrag gekündigt. Der Vorwand war bekanntlich ich - obwohl er mich nicht kannte." In den Medien wurde Schawinski der Abgang Schmidts angekreidet. Sein Versuch, mit Anke Engelke eine Late Night-Nachfolgerin aufzubauen, scheiterte kläglich.

Dass Schmidt vergangenes Jahr zu Sat.1 zurückkehrt ist habe Schwainski überrascht, denn immerhin habe Schmidt den Sender als "Unterschichtenfernsehen" bezeichnet: "Da braucht es schon eine gehörige Portion Unverfrorenheit, zurückzukehren und nochmals im großen Stil abzukassieren."

Für Schmidts Zukunft sieht Schawinski schwarz: "Ich wüsste nicht, wo der noch hin kann – oder wer ihm noch eine Sendung gibt."

 

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(apa/dpa, red. / tem) Erstellt am
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