Kultur
16.11.2017

"Happy Death Day": Und täglich grüßt der Serien-Killer

Horror mit Wiederholungstäter.

Der Thriller beginnt mit dem Universal-Logo, das stoppt und neu startet – so als würde der Name des Hollywoodstudios immer wieder den Globus umkreisen. Ein – zugegeben – witziges Opening für einen Film, bei dem das Publikum wieder und wieder dasselbe vorgesetzt bekommt: Eine Art von "Und täglich grüßt das Murmeltier" im Horrormilieu. Einen Film also, in dem sich die Ereignisse immer wiederholen. Offenbar eine augenzwinkernde Einsicht, dass das Publikum bereitwillig Geld für Action-Spektakel ausgibt, von denen eines aussieht wie das andre.

Um diese Erkenntnis in Verkaufszahlen zu gießen: " Blade Runner 2049" wurde von diesem in mehrfacher Hinsicht billigen Horror-Thriller vom Spitzenplatz der Charts verdrängt. Produziert wurde er mit bescheidenem Budget von rund vier Millionen Euro. Die Story dreht sich um eine junge Frau, die an ihrem Geburtstag immer wieder denselben Albtraum durchlebt. Das Schlimme daran: Er endet jedes Mal mit ihrer Ermordung durch einen maskierten Killer. Immer wieder erwacht sie am Morgen desselben Tages und denkt zunächst an einen alkoholbedingten Hangover – bis sie am Abend wieder von einem unkenntlichen Angreifer erstochen wird. Die Spannung für den Zuschauer ergibt sich aus den Fragen: Wie kommt sie aus dieser Zeitschleife wieder heraus?

Aber im Grunde genommen ist die Wiederholung des Ewiggleichen ohnehin die Meta-Idee der meisten Horrorfilme, in denen immer wieder möglichst blutrünstig getötet wird. Dagegen ist "Happy Death Day" ein fast schon origineller Subgenre-Beitrag. "Happy Birthday!" kann man da nur sagen.

Text: Gabriele Flossmann

INFO: USA 2017. 96 Min. Von Scott Lobdell. Mit Jessica Rothe, Israel Broussard.

KURIER-Wertung: