Mario Garcia Torres: Installation "The Way They Looked At Each Other" im TBA 21 

© /Anders Sune Berg

Kunst
06/17/2016

Habsburgs Stiftung TBA-21 bleibt in Wien

Das Ambrosi-Museum bleibt Streitpunkt für das Kunst-Areal im Augarten.

Fortgehen, ankommen, einen Neuanfang wagen: Um diese Themen geht es in der neuen Schau „An Arrival Tale“ des mexikanischen Künstlers Mario García Torres im Raum der Kunststiftung TBA 21 im Wiener Augarten.

Die Initiatorin der Stiftung, Francesca Habsburg, hat indes beschlossen, in Wien zu bleiben: Die politische Entwicklung der jüngeren Zeit habe den Ausschlag dazu gegeben, erklärte sie. Es gelte, für die offene Gesellschaft im Land zu kämpfen: „Was immer TBA21 in Österreich tut, wir werden diesen Kampf fortsetzen.“

Für die „richtige“ Sache

Habsburg sah ihre 2002 gegründete Stiftung nie als bloßen Rahmen für eine Sammlung von (oft speziell in Auftrag gegebenen) Kunstwerken an. Der Impetus der Mäzenin, gesellschaftspolitisch Impulse zu setzen, hat sich in letzter Zeit noch intensiviert. Noch bis Ende Juli fertigen Flüchtlinge in einem Nebengebäude des Augarten-Komplexes Lampen des Künstlers Olafur Eliasson und besuchen Kurse. Auch in die Schau von Torres (bis 20.11.) sind sie eingebunden: Wandtexte sind auf Arabisch und Dari (die afghanische Amtssprache) übersetzt, Migranten sollen bei Führungen selbst ihre Geschichten erzählen.

Der Documenta-Teilnehmer Torres pflegt selbst einen erzählerischen Ansatz – zu sehen ist eine museale Präsentation über den nach Mexiko emigrierten US-Avantgarde-Komponisten Conclon Nancarrow und den italienischen Künstler Alighiero Boetti, der 1971 beschloss, ein eigenes Hotel in Kabul zu eröffnen.
Einem „Bewohner“ des Augarten-Komplexes möchte Habsburg jedoch gern das Bleiberecht entziehen: Die Werke des Monumentalbildhauers Gustino Ambrosi (1893 – 1975), der einst an dem Ort sein Atelier hatte, okkupieren ein großes Nebengebäude am Grundstück, haben nach Habsburgs Sicht aber „keinen Platz in der öffentlichen Sphäre“ mehr.

Schwieriges Erbe

Ambrosi hatte die Einrichtung seines Museums noch zu Lebzeiten verfügt, seit 2001 fällt die Erinnerungsstätte in die Zuständigkeit des Belvedere. Seit Ende 2011 ist TBA21 „Untermieter“ des Bundesmuseums; bereits für die erste Ausstellung unter Habsburgs Ägide thematisierte die Künstlergruppe Superflex das Erbe Ambrosis. Er war 1938 und 1942 von den Nationalsozialisten mit monumentalen Arbeiten für die „Neue Reichskanzlei“ in Berlin beauftragt worden.

Habsburg macht nun die Forderung, auch die Ambrosi-Räume zu bespielen, zur Bedingung ihres Verbleibs im Augarten. Im Belvedere heißt es auf Nachfrage, sowohl der Pachtvertrag mit der TBA21 als auch der Vertrag mit der Ambrosi-Gesellschaft laufe Ende 2017 aus. Was danach geschehe, sei Sache des Bundes. Habsburg glaubt an die Zukunft ihrer Institution im Augarten: Auch Kulturminister Drozda habe Offenheit signalisiert, sagt sie.

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