Kultur
05.12.2011

Haariger Streit um die Beatles-Frisur

"Urheberrecht". Wer die Idee für die berühmten Pilzköpfe hatte, ist nicht ganz einwandfrei zu klären.

Wer hat den Beatles jetzt die Pilzköpfe verpasst, mit denen sie berühmt wurden? War es Astrid Kirchherr, wie es die Legende wissen will, die junge Hamburger Designerin, die die Beatles im Oktober 1960 im Kaiserkeller kennen-, den fünften Beatle Stuart Sutcliffe lieben lernte und ihm den ersten Mop-Top verpasste?
Oder war's Jürgen Vollmer, ebenfalls Fotograf aus Hamburger Beatles-Tagen? Der hat erst dieser Tage wieder in einem Interview großen Wert darauf gelegt, dass es seine damalige Haartracht war, die John und Paul so sehr gefiel, dass sie sich von ihm einen Pilzkopf schneiden ließen - nur Pete Bests Tolle war zu hartnäckig.
"Keiner von denen", sagt Joe Flannery, der neben Manager Brian Epstein so etwas wie Booking-Manager der Beatles in Liverpool war, mit einem verschmitzten Lächeln und nippt an seinem Kaffee. Und dann erzählt er seine Geschichte: Die junge Band besuchte ihn zu Hause, kurz nachdem sie von Brian Epstein unter Vertrag genommen worden war: "John ging zu einem Bild im Wohnzimmer, nahm es in die Hand und fragte, ob die hübsche Frau meine Freundin sei. Ich sagte ihm: Nein, das ist meine Mutter mit 16."

Eine Woche später waren sie wieder da, "John ging wieder zu dem Bild, er hatte sich darin verliebt, schaute lang, drehte sich dann zu seinen Boys um und sagte: So werden wir unsere Haare schneiden."
Flannery kramt zwei Bilder aus der Tasche, eines seiner Mutter Agnes und eines von John mit neuem Haarschnitt, und legt sie wie zum Beweis vor. "Einen Tag später gingen sie zu Brian Epsteins Friseur und ließen sich die Haare auf Pilzkopf machen."
Der heute 78-jährige Flannery weiß Hunderte Geschichten über die Pilzköpfe und ihre Zeit in Liverpool. Und er erzählt sie mit solcher Hingabe, dass er 1996 von der Stadt Liverpool zum offiziellen Kulturbotschafter im Vizebürgermeisterrang ernannt wurde. Was ein bisschen Trost ist dafür, dass sein Freund Brian Epstein, der 1963 mit den Beatles alleine nach London ging, den ganzen Ruhm des Beatles-Machers eingestreift hat.

Das Beatles-Wasser

Die Beatles waren die erste Band der Welt, die professionelles Merchandising ihrer Marke betrieben. Ab Mitte der 60er-Jahre wurden Fan-Artikel vertrieben, von den üblichen Kaffeebechern über Blocks, Figuren, Dosen und Anhängern bis hin zu Zigarren-Blättern mit dem Konterfei der Fab Four.
Die originellsten Stücke sind nebst unzähligen anderen Beatles-Relikten im feinen Hamburger Beatles-Museum ausgestellt. Darunter ein nicht offizielles Produkt: Ein kleines Fläschchen mit Wasser aus jenem Pool eines New Yorker Hotels, in dem die Beatles gebadet hatten.

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