© Katja Ruge

Durchstarter
11/16/2013

Gute Kinderstube: Die Milky Chance im Eigenbau

Mit seinem "Stolen Dance" erobert das junge Duo aus Kassel gerade die Charts - und das gegen jede Berechnung. KURIER.at hat Milky Chance zum Interview getroffen.

von Karl Oberascher

Wie genau der Erfolg zustande kam, können sich Clemens und Philipp selbst noch nicht erklären. "Es ist wohl das Phänomen Internet", murmelt Sänger Clemens Rehbein während er beim Interview mit KURIER in seinen Haaren herumwühlt.

Vor mehr als einem Jahr, im September 2012 veröffentlichten Milky Chance – was es mit dem Namen auf sich hat wollen die beiden nicht verraten – ihren Song "Stolen Dance" auf YouTube. Innerhalb kürzester Zeit erreichte das melancholisch dahintrabende Stück mehr als eine halbe Million Klicks. Aktuell steht das Original-Video bei mehr als 4,2 Millionen Aufrufen.

Eigendynamik

Ein Erfolg, der im Hype-affinen Internet ebenso schnell wieder verschwinden kann, wie er gekommen ist. Bei Milky Chance scheinen die Klicks jedoch von mehr Nachhaltigkeit geprägt, als bei ähnlichen phänomenalen YouTube-Karrieren aus der Vergangenheit.

"Als wir merkten, dass unsere Musik gefragt ist, haben wir uns dazu entschlossen auch ein eigenes Label (Anm: Lichtdicht Records) zu gründen", beschreibt Philipp die Anfänge – und das obwohl man Anfragen von Majorlabels gehabt hätte. Gemeinsam mit drei Freunden organisierten sie bereits eine ausverkaufte Tour durch Deutschland – keine kleinen Clubs, "alles so Dreihunderter-Läden." Und das ohne große Promotion – ein "Vorteil von YouTube, das hat uns viel Geld erspart", erklärt Philipp. Ein Jahr später ist das neue Album "Sadnecessary" auf Platz 36 in den österreichischen Charts eingestiegen. Die Single "Stolen Dance" liegt aktuell auf Platz 5.

Eigenregie

Eingespielt haben die beiden Kasseler das Album im elterlichen Tonstudio. Alles in Eigenregie. Von diesem Tatendrang ist auf "Sadnecessary" nicht viel übrig geblieben. Songwriter Clemens singt von seinen Sehnsüchten und alltäglichen Problemen. "Allerdings ist das schon alles sehr verschlüsselt, damit man als Außenstehender nicht genau versteht, worum's geht. Von dem her sage ich das jetzt auch nicht."

Egal. Im Vodergrund steht die abgeklärte Stimme des frisch gebackenen Maturanten - die klingt als wäre Jack und Jim seit Jahrzehnten seine besten Freunde - und sich zur melancholischen Grundstimmung der zwischen Singer-/Songwriter, Folk, Reggae und elektronischen Versatzstücken oszillierenden Musik fügt - sympathisch melancholisch und überraschend charttauglich.

"Stolen Dance"

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